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Gelber Sack: Abfuhr bald nur noch alle 14 Tage?

Müllentsorger Remondis Gelber Sack: Abfuhr bald nur noch alle 14 Tage?

Will das Müllentsorgungsunternehmen Remondis die Abfuhr der gelben Säcke im Umland auf einen zweiwöchigen Rhythmus umstellen? Kenner der Branche vermuten diese Absicht hinter einer ungewöhnlichen Maßnahme, die Remondis ergriffen hat: die Ausgabe von 90-Liter-Säcken.

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Wieder Wirbel um Remondis: Die Abholung der 90-Liter-Säcke für Verpackungsmüll sorgt für Diskussionen. Archivfoto: Dorndorf

Quelle: Dorndorf

Hannover. Seit Mitte März hat das Unternehmen Remondis statt der üblichen 50-Liter-Säcke für den Verpackungsmüll mehr als 4 Millionen 90-Liter-Säcke ausgegeben. Angeblich fälschlicherweise, wie das Unternehmen offiziell betont. Der Lieferant habe die falsche Sackgröße bereitgestellt, berichtet Remondis-Sprecher Stefan Schlutter.

Wie das Unternehmen betont, sei den Bürgern gar nicht aufgefallen, dass die Säcke plötzlich fast doppelt so groß waren wie üblich. Es habe aber „keine Beschwerde, keinen Anruf zu den 90-Liter-Säcken“ gegeben. Diese seien wie gewohnt genutzt worden. „Hätte jemand das bewusst zur Kenntnis genommen, wäre er an die Öffentlichkeit gegangen“, meint Schlutter - man hätte dem Unternehmen unterstellt, den großen Sack schleichend einführen zu wollen, mutmaßt der Sprecher.

Startet Remondis einen Großversuch?

Abfallexperten bezeichnen die Aktion dagegen als „Großversuch“. Remondis wolle testen, wie eine Umstellung auf einen zweiwöchentlichen Abfuhrrhythmus für die gelben Säcke bei den Kunden ankomme, heißt es von Politikern. „Wenn der Bürger den 90-Liter-Sack akzeptiert hat, spricht alles dafür, dieses Volumen auch als Standardmaß einzuführen“, sagt Sprecher Schlutter. Das sei bereits sonst überall in Deutschland üblich.

Unternehmenssprecher Schlutter hält allerdings mit weiteren Argumenten dagegen: Die Anzahl der von den Bürgern gefüllten Säcke würde sich bei einer Umstellung auf 90 Liter fast halbieren, meint er. Das hätte zur Folge, dass die Müllwerker weniger Säcke sammeln müssten, diese seien zudem leichter zu greifen. Außerdem würden Kniegelenke und Bandscheiben der Remondis-Mitarbeiter weniger belastet. Größere Säcke würden auch die Stehzeiten der Müllwagen während der Tour deutlich verringern meint Schlutter, eine Verringerung des Schadstoffausstoßes helfe der Umwelt. „Parallel dazu ließe sich der Abfuhrrhythmus durch die Einführung von 90-Liter-Säcken auf 14-täglich umstellen, ohne dass es zu Einbußen bei der Abfuhrqualität käme“, meint er. Der kommunale Abfallwirtschaftsbetrieb Aha, der einer entsprechenden Vertragsänderung zustimmen müsste, denkt allerdings im Moment nicht daran, die Bedingungen für die Abfuhr der gelben Säcke zu ändern. Es gehe bei dem Vorstoß lediglich um die Gewinnmaximierung beim Entsorgungsunternehmen Remondis, hatte eine Sprecherin gesagt. Der Kunde müsse das Gleiche bezahlen.

Remondis hatte Anfang des Jahres die Abfuhr der gelben Säcke im Umland übernommen, und war in den ersten Wochen damit offensichtlich überfordert. Derzeit läuft die Ausschreibung für die Abfuhr der gelben Säcke in der Landeshauptstadt. Derzeit macht das Aha, es wird damit gerechnet, dass Remondis ab dem kommenden Jahr die Abfuhr auch in Hannover übernimmt.

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