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Prostituierte hebt mit EC-Karten von Freiern Geld ab

Prozess Prostituierte hebt mit EC-Karten von Freiern Geld ab

Vier Männer wähnten sich in einem hannoverschen Bordell im siebten Himmel – und ihnen waren die Sinne wohl so vernebelt, dass sie einer Prostituierten ihre EC-Karten samt Geheimzahl überließen. Die bediente sich über Gebühr. Am Dienstag musste sie sich dafür vor dem Amtsgericht verantworten.

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Öffentlichkeitsscheu: die angeklagte Prostituierte.

Quelle: Heusel

Hannover. Dass Männer in Bordellen gelegentlich die Kontrolle verlieren und ihnen die Lust das Gehirn vernebelt, liegt in der Natur der Sache. Dass sie einer Prostituierten allerdings freiwillig ihre ec-Karte inklusive PIN aushändigen, weil sie nicht genug Bargeld für zusätzliche Liebesdienste bei sich haben, passiert nicht alle Tage. Antonia G., in einem Eros-Center im Steintorviertel tätig, nutzte diese zeitweilige Schwäche schamlos aus und hob erheblich mehr ab als vereinbart.

Geständnis hilft Freiern

Dienstag wurde die 23-Jährige vom Amtsgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs in drei Fällen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt; einbezogen wurde eine Haftstrafe aus Köln. Zudem muss G. 1000 Euro Strafe zahlen.

Die Freier, allesamt gut gebaute Männer mittleren Alters, waren als Zeugen geladen. Doch ging der Kelch einer öffentlichen Aussage an ihnen vorüber, was ihnen angesichts einer großen Schar wissbegieriger Jurastudenten und Pressevertreter nicht unlieb gewesen sein dürfte. Richter Olaf Wöltje hatte mit Staatsanwältin und Verteidigerin einen Deal ausgehandelt. Die Angeklagte legte ein Geständnis ab, und so durften die Männer nach zwei Stunden wieder unbehelligt nach Hause fahren.

Übers Ohr gehauen wurden die drei Kunden im Mai 2016. Die Prostituierte ließ sich im Eifer des Gefechts Geldkarte und PIN aushändigen und verließ kurzfristig das Etablissement; der Geldautomat einer Privatbank befand sich in einem Gebäude gleich nebenan. Einem Freier wurden - inklusive Gebühr - 776 Euro abgebucht, einem 281 und dem dritten 960.

Praktikum im Autohaus

Es gab auch noch einen vierten Geschädigten, dem gar 1007 Euro verlustig gingen. Doch war dieser in der Tatnacht so betrunken, dass er keine belastbaren Erinnerungen an Bordell und Bedienstete hatte; dieses Verfahren wurde eingestellt. Das dürfte ihn doppelt schmerzen, denn im Gegensatz zu seinen Leidensgenossen bekommt er kein Geld von G. zurück. „Abgesehen davon wird es viele Freier geben, die einen solchen Betrug aus Scham erst gar nicht anzeigen“, mutmaßte der Richter.

Die Angeklagte, mit lang gesträhntem Haar und üppig tätowiert eine durchaus auffällige Erscheinung, ist schon mehrfach mit Betrügereien aufgefallen. Dienstag gab sie sich reumütig, erzählte dem Gericht, dass sie von ihrem Zuhälter zu dieser Art extraordinären Anschaffens gezwungen worden sei. Nun aber wolle sie den Pfad der Tugend beschreiten, und darum habe sie jüngst ein Praktikum begonnen - in einem Autohaus in Hamburg.

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