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Geldstrafe für Unfallflucht nach Einpark-Desaster

Prozess am Amtsgericht Geldstrafe für Unfallflucht nach Einpark-Desaster

Ein Studienrat, der mit seinem Auto vom rechten Weg abkam und sich unerlaubt von einem Unfallort entfernte, muss 1800 Euro an die Staatskasse zahlen. Der 63-Jährige hatte bei einem Einparkmanöver zwei Fahrzeuge touchiert, die vor und hinter ihm standen, sah sich aber als unschuldig verfolgt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Erst die Zeugenaussage einer Fleischereifachverkäuferin, die das anstößige Treiben bestens beobachtet hatte, brachte den Lehrer vor dem Amtsgericht zum Einlenken. Er zog seinen Einspruch gegen den Strafbefehl von 30 Tagessätzen à 60 Euro zurück - und verhinderte damit ein noch größeres Malheur.

Der Pädagoge, an einer renommierten hannoverschen Schule tätig, wollte im Oktober 2014 mit einer den schönen Künsten zugewandten Kollegin ein Chorkonzert besuchen. Am Zielort nahe einer Kirche angekommen, versuchte er, seinen Opel Corsa in Längsrichtung zwischen einem Alfa Romeo und einem Opel Astra einzuparken. Amtsrichter Simon Schnelle titulierte den Freiraum zwischen den beiden Fahrzeugen als „sportliche Lücke“.

„Ich fühle mich unschuldig“

Weil der 63-Jährige ahnte, dass es eng werden könnte, stieg die Musiklehrerin aus und dirigierte den Kollegen. Doch liegen ihre Stärken offenbar eher im Lenken eines Chors denn eines Autofahrers. Irgendwann, die Nase des schräg stehenden Corsa ragte immer noch in die Fahrbahn, gab der Studienrat auf. Er parkte wieder aus und suchte sich eine größere Lücke, rund 30 Meter entfernt. Dann eilten die beiden Pädagogen Richtung Kirche, um sich den Freuden des Chorgesangs hinzugeben.

„Ich fühle mich unschuldig“, erklärte der Beamte vor Gericht. Er habe „nichts, aber auch gar nichts“ von Rempeleien gegen andere Autos mitbekommen, sei höchstens mit seinem rechten Hinterreifen an den Bordstein geprallt. Doch da hatte die Verkäuferin, die von ihrem Küchenfenster einen Eins-a-Blick auf das umliegende Verkehrsgeschehen genießt, etwas völlig anderes beobachtet.

 „Mit Schmackes“ gegen das Nachbarfahrzeug

„Drei- bis fünfmal“ und „mit Schmackes“ habe der Corsa die Nachbarfahrzeuge berührt, das Heck des vorn stehenden Alfa sei sogar mehrfach angehoben worden. Die Begleiterin habe den Fahrer eingewiesen, irgendwann sei dieser ausgestiegen und habe prüfend den schmalen Spalt zwischen Corsa und Astra betrachtet. Dann habe der Mann seine Parkbemühungen aufgegeben und sei weggefahren - was die Zeugin als „dreist“ empfand und bei der Polizei meldete. In der Gerichtsverhandlung bestätigte der Gutachter, dass die Lack- und Druckschäden am Astra gut vom Fahrzeug des Studienrats stammen könnten; die Reparatur der Stoßstange kostete knapp 1000 Euro.

Bevor die Lehrerin in den Zeugenstand gerufen wurde, forderte der Richter den widerspenstigen Angeklagten auf, sein weiteres Vorgehen gut zu überdenken. Schnelle wollte vermeiden, dass sich die Beifahrerin zu einer Falschaussage hinreißen lässt. Auch hatte die Staatsanwältin angedeutet, eventuell noch draufzusatteln und ein Fahrverbot zu beantragen. Doch erst nach längerer Beratung mit seinem Verteidiger gab der 63-Jährige klein bei und zog den Einspruch zurück.

Wäre der Studienrat nicht so uneinsichtig gewesen, hätte er sogar noch deutlich günstiger davonkommen können: Ursprünglich sollte das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße von 500 Euro eingestellt werden.

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