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Aus der Stadt Um die Potenz dieses Katers ging es vor Gericht
Hannover Aus der Stadt Um die Potenz dieses Katers ging es vor Gericht
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02:16 25.09.2016
Von Michael Zgoll
Wohl wieder zeugungsfähig: Kater Leo. Quelle: privat
Hannover

Leo hatte just den dritten Geburtstag gefeiert, als seine Besitzerin ihn auf dem Internetportal Ebay zum Verkauf anbot. Reinrassig sei der Bengal-Kater, ein wenig schüchtern, doch geimpft, entwurmt - und potent.

Doch mit der Potenz war es nicht so weit her, wie sich später herausstellte: Leo war ein Kastrationschip eingepflanzt worden. Dieses Implantat, gepaart mit einem gefälschten Impfausweis, hat der 34-jährigen Melanie B. einen Strafbefehl von 1000 Euro eingebrockt: wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Weil die Hannoveranerin ihren Einspruch diese Woche zurückzog, ist die Verurteilung nunmehr rechtskräftig.

Die Ebay-Anzeige war einer jungen Frau aus Wittlich (Rheinland-Pfalz) ins Auge gefallen, die einen Deckkater suchte. Auf der Rückfahrt vom Ostseeurlaub, Ende März dieses Jahres, schaute sie in Hannover vorbei, und die beiden Frauen wurden handelseinig. Ursprünglich hatte B. 450 Euro für die Rassekatze erlösen wollen, doch war sie schließlich auch mit 350 Euro zufrieden.

"Chemische Kastration"

Doch wie groß war das Erstaunen der 25-jährigen Neubesitzerin, als ein Tierarzt unter der Haut des Katers einen Kastrationschip entdeckte. Derartige Implantate geben für einen bestimmten Zeitraum, meist sechs bis zwölf Monate, Wirkstoffe ab, die zu einer Unfruchtbarkeit des Tiers führen; Fachleute sprechen von „chemischer Kastration“. Als die Käuferin dann auch noch erfuhr, dass das Datum der letzten Impfung in Leos Impfpass von 2014 auf 2015 geändert wurde, erstattete sie Anzeige.

Die Bengalkatze hat sich inzwischen in Rheinland-Pfalz eingerichtet, ihre Besitzerin will Leo auch nicht mehr hergeben. Melanie B.s Anwalt Dirk Schoenian weist darauf hin, dass sich die Wirkung des Chips verflüchtigt hat und der Kater wieder im Vollbesitz seiner Manneskraft sein dürfte. Allerdings steht der Vorbesitzerin noch weiteres Ungemach ins Haus: Im November ist ein Zivilprozess terminiert, in dem die Käuferin rund 300 Euro Schadensersatz für Tierarzt und Impfkosten geltend macht.

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