Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Safia S. sollte "Märtyreroperation" ausführen
Hannover Aus der Stadt Safia S. sollte "Märtyreroperation" ausführen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:57 15.04.2016
Die Generalbundesanwaltschaft hat einen neuen Haftbefehl gegen Safia S. erlassen. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Der Messerangriff der 15-jährigen Deutsch-Marokkanerin Safia S. auf einen Bundespolizisten in Hannover hat nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft einen terroristischen Hintergrund gehabt. Das Mädchen sei dringend verdächtig, den Beamten am 26. Februar bei einer Kontrolle am Hauptbahnhof mit einem Gemüsemesser lebensgefährlich verletzt zu haben, weil sie ihn als Repräsentanten der ihr verhassten Bundesrepublik töten wollte. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Die Behörde erwirkte beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung.

Anwalt von Salafist Sven Lau verteidigt jetzt Safia S.

Safia S. sitzt bereits in Untersuchungshaft, seit sie dem Bundespolizisten am 26. Februar bei einer Personenkontrolle urplötzlich das Messer in den Hals gerammt hatte. Der 34-Jährige erlitt eine zunächst lebensbedrohliche Stichwunde. Ein anderer Polizist konnte das Mädchen überwältigen. Wo genau Safia S. in Haft sitzt, wollte die Bundesanwaltschaft auch am Freitag auf Nachfrage nicht mitteilen.

Zur Galerie
Eine 15-Jährige hat im Hauptbahnhof einen Beamten der Bundespolizei mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft machte sich die 15-Jährige spätestens im November 2015 das radikal-dschihadistische Gedankengut der Terror-Vereinigung Islamischer Staat zu eigen, über einen Internetnachrichtendienst stand sie in Kontakt zu einem IS-Kämpfer in Syrien. Im Januar flog die Gymnasiastin nach Istanbul, um sich dem IS anzuschließen. Bevor ihr der Grenzübertritt nach Syrien gelang, wurde das Mädchen von ihrer Mutter nach Hannover zurückgeholt. Allerdings hatte sich Safia S. noch in Istanbul - so die Erkenntnislage der Terrorermittler - von IS-Mitgliedern überzeugen lassen, in Deutschland eine "Märtyreroperation" für den Islamischen Staat auszuführen. Aus diesem Grund habe sie sich am Tattag mit einem Gemüsemesser und einem Steakmesser bewaffnet zum Hauptbahnhof Hannover begeben.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen am 15. März von der Staatsanwaltschaft Hannover übernommen. Bereits kurz nach der Attacke war ein islamistischer Hintergrund vermutet worden - auch weil die Jugendliche schon im Grundschulalter Kontakt zu Salafisten hatte. Videos im Internet zeigen die damals Siebenjährige an der Seite des Predigers Pierre Vogel. Die Salafisten-Szene in Deutschland ist laut Verfassungsschutz ein wichtiges Rekrutierungsfeld für den Dschihad.

dpa/frs

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Beim HAZ-Forum am Dienstag haben Experten über die Radikalisierung von Jugendlichen diskutiert. Der Polizeipräsident Volker Kluwe warnte vor „abstrakter Gefahr“ auch in Hannover.

06.04.2016
Aus der Stadt Parlamentarischer Untersuchungsausschuss - Fall Safia S.: Parlament prüft Terror-Abwehr

Zur Aufarbeitung möglicher Sicherheitslücken bei der Abwehr islamistischer Gefahr in Niedersachsen haben die Fraktionen von CDU und FDP die Einsetzung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses beantragt. Beide Oppositionsfraktionen vermuten, dass es bei den Sicherheitsbehörden Lücken geben könnte.

05.04.2016

Die 15-jährige Safia S., die einen Polizisten am Hauptbahnhof Hannover mit einem Messer angegriffen hat, stand offenbar in Kontakt zur Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS). Das berichtete "Spiegel Online" am Sonnabend unter Berufung auf eine Quelle aus der Bundesanwaltschaft. 

19.03.2016

Was passiert mit dem Béi Chéz Heinz, wenn das marode Fössebad in absehbarer Zeit saniert oder abgerissen wird? Diese Frage treibt die Verantwortlichen und Stammgäste des Livemusik-Clubs um, der im Keller des Bads Untermieter ist. Sie wollen den Standort erhalten, sind aber gesprächsbereit.

18.04.2016

Die Verteilung der Müllsäcke im Umland kostet pro Jahr 2 Millionen Euro. Nur 15 Prozent der Bevölkerung nutzen sie, zahlen müssen aber alle, wie im Regionsausschuss berichtet wurde. Eine Änderung der umstrittenen Mindestmüllmenge plant Aha derzeit nicht.

Mathias Klein 18.04.2016

Die Nachrichten aus Hannover und Niedersachsen auf einen Blick: Mit „HAZ live“ lesen Sie ab 6 Uhr alles Wichtige im Newsticker. Heute: Die Feldjäger eröffnen ein neues Trainingszentrum, Hannover 96 spielt gegen Borussia Mönchengladbach und The Boss Hoss tritt in der Swiss Life Hall auf.

15.04.2016
Anzeige