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Aus der Stadt Genossenschaft feuert Chefs
Hannover Aus der Stadt Genossenschaft feuert Chefs
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00:16 27.06.2013
Von Conrad von Meding
Konsequentes Vorgehen: Der Aufsichtsrat der WoBau hat zwei Vorstandsmitglieder hinausgeworfen. Die aber weisen alle Vorwürfe zurück. Quelle: Wallmüller
Hannover

Der für Wirtschaftskriminalität zuständige Staatsanwalt Oliver Eisenhauer bestätigt die Ermittlungen, will sich aber ausdrücklich „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht zu Details äußern.

Die WoBau zählt zu den kleineren Wohnungsgenossenschaften Hannovers. Sie unterhält rund 400 Wohnungen in Misburg, Anderten und Sehnde. Ein Aufsichtsrat steuert die Entwicklung, für die Alltagsgeschäfte sind zwei Vorstände zuständig: der CDU-Kommunalpolitiker Mike Weidemann in ehrenamtlicher Funktion und der hauptamtliche Vorstand Eberhard Sprick. Beide weisen die Vorwürfe weit von sich und gehen mit Anwälten dagegen vor. „Wir können unsere Unschuld beweisen“, versprach Sprick am Montag. Er klagt vor dem Landgericht darauf, dass seine Entlassung rechtswidrig war.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Im Kern geht es um eine Sponsoringrechnung des Eishockeyvereins Hannover Indians über knapp 30 000 Euro. Zu dieser Rechnung habe der Aufsichtsrat dringende Fragen gehabt, berichtet Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Horch. Nach Monaten des Vertröstens habe die Rechnung plötzlich in veränderter Form vorgelegen – statt 16 000 Euro für VIP-Tickets sei dort plötzlich entsprechend mehr Geld für Bandenwerbung eingetragen gewesen. „Wir haben Sorge, dass gemauschelt wurde bis zum Geht-nicht-mehr“, sagt Horch.

Aufsichtsratsmitglieder können noch weitere kuriose Vorgänge aufzählen. Die Genossenschaftsaufsicht, der Verband der Wohnungswirtschaft, hat eine Sonderprüfung vorgenommen. Nach Auskunft aus dem Aufsichtsrat sind „Unregelmäßigkeiten in Vorstands- und Geschäftsführertätigkeit“ festgestellt worden. vdw-Sprecher Carsten Ens will sich allerdings wegen der schwebenden Verfahren auch nicht äußern.

Eine erste Mitgliederversammlung im Frühjahr hatte sich nach schwerem Streit noch vertagt. Jetzt aber wurde bei etwa 100 stimmberechtigten Mitgliedern mit rund 80 Prozent Zustimmung beschlossen, auch den hauptamtlichen Vorstand Sprick zu entlassen. Weidemanns Vertrag war bereits zuvor nicht verlängert worden.  Vorstand Sprick sagte gestern, der gesamte Vorgang sei ungeheuerlich. Ihm als 56-jährigen, alleinerziehenden Vater werde von seinem Arbeitgeber Unrecht getan. Er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Dass es zu Rechnungen gelegentlich Korrekturen gebe, sei nicht ungewöhnlich. Der Vertrag mit den Indians sei sehr vorteilhaft für die WoBau gewesen, weil sie im Gegenzug Wohnungen an Spieler vermietet habe.

Zuvor hatte der Vorstand seinerseits schweres Geschütz gegen die Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Heuer aufgefahren und sie bezichtigt, sich mit einer zu üppigen Altersrente in der Genossenschaft bedient zu haben. Dieser Vorwurf ist inzwischen ausgeräumt. Ein Mathematikprofessor hat eingestanden, dass er sich bei der Berechnung der Altersruhestände verrechnet hat, er kommt für einen Teil des Schadens auf. Heuer selbst sagt, sie habe einen weiteren Teil zurückgezahlt.

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