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Doch keine Flüchtlinge ins IBM-Gebäude

Geplante Unterkunft Doch keine Flüchtlinge ins IBM-Gebäude

In die beiden Bürogebäude von IBM an der Laatzener Straße werden nun doch keine Flüchtlinge einquartiert. Die Stadt Hannover wollte den Komplex anmieten und bis zu 900 Menschen unterbringen, doch das Geschäft ist geplatzt.

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Am "Drehkreuz Laatzen" werden täglich etliche Flüchtlinge zu Unterkünften transportiert - das IBM-Bürohaus ganz in der Nähe wird in absehbarer Zeit nicht dazugehören. 

Quelle: Torsten Lippelt

Hannover. In den beiden IBM-Bürobauten an der Laatzener Straße sollte mittelfristig die größte Flüchtlingsunterkunft Hannovers entstehen. Die Stadt wollte die Räume mieten und Platz für 900 Menschen schaffen. Doch daraus wird jetzt nichts. Der Grund ist kompliziert: Ursprünglich hat die Stadt mit dem Bauunternehmer Theo Gerlach über einen Mietvertrag verhandelt. Gerlach wiederum wollte den Bürokomplex von IBM erwerben. Doch IBM macht nun einen Rückzieher und will die Immobilie selbst vermarkten. Damit sind auch die Mietverhandlungen zwischen Gerlach und der Stadt geplatzt.

Nach Informationen der HAZ kritisiert Gerlach in einem Brief an Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), dass vorab zu viele Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen seien. Das habe dazu geführt, dass IBM vom Verkauf Abstand genommen habe. Ratspolitiker glauben dagegen, dass IBM an den Markt geht, um einen höheren Preis zu erzielen. Ob die Stadt nun direkt auf den Computerkonzern zugeht und über eine Anmietung spricht, ist noch offen. Ratspolitiker vermuten, dass der Standort in Bemerode für eine Unterkunft zunächst nicht mehr in Betracht kommt. Das liege auch daran, dass es aus der Bevölkerung Protest gegen die Pläne hagelte.

An der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am Mittwochabend nahmen mehr als 100 Anwohner teil - und verschafften ihrem Ärger Luft. Der Tenor: In dem Stadtbezirk ballten sich inzwischen die Flüchtlingsunterkünfte. Eine Online-Petition gegen die geplante Massenunterkunft im IBM-Gebäude hatte mehr als 1500 Unterstützer gefunden.

Auf dem Expo-Gelände wird dennoch eine weitere Unterkunft hinzukommen. Der vertraulich tagende Verwaltungsrat hat am Donnerstag den Bau von Leichtbauhallen an fünf Standorten beschlossen, unter anderem auf dem Expo-Gelände gegenüber dem Möbelhaus IKEA. Die CDU kritiisert den Plan der Verwaltung. "Die Standorte hätten öffentlich diskutiert werden müssen", sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Es fehle die Transparenz. Auch in Hainholz, Anderten, Lahe und Groß Buchholz sollen Hallen-Dörfer entstehen.

In der Straße Am Mittelfelde wird die Stadt ein Hotel zur Unterbringung von 130 Flüchtlingen anmieten. In Lahe soll die heruntergekommene Containeranlage für Obdachlose erneuert werden. Die Kapazität wird verdoppelt, sodass an der Alten Peiner Heerstraße bis zu 100 Menschen leben können. Zudem verzichtet die Stadt auf den Bau eines Containerdorfs für Flüchtlinge am Seelhorster Friedhof.

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Sicherheitsbedenken
Foto:Die Stadt will das ehemalige IBM-Gebäude an der Laatzener Straße für sieben Jahre mieten und zur Unterbringung von 900 Flüchtlingen nutzen.

Ein Info-Treffen am Dienstag von Gegnern der großen Flüchtlingsunterkunft am Kronsberg wurde abgesagt. Grund seien Sicherheitsbedenken wegen mangelnder Raumkapazität. Es werde mit zu vielen Teilnehmern und einer hitzigen Stimmung gerechnet. Ein Sicherheitsdienst sei dafür aber nicht finanzierbar.

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