Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Doch keine Flüchtlinge ins IBM-Gebäude
Hannover Aus der Stadt Doch keine Flüchtlinge ins IBM-Gebäude
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 14.02.2016
Von Andreas Schinkel
Am "Drehkreuz Laatzen" werden täglich etliche Flüchtlinge zu Unterkünften transportiert - das IBM-Bürohaus ganz in der Nähe wird in absehbarer Zeit nicht dazugehören.  Quelle: Torsten Lippelt
Anzeige
Hannover

In den beiden IBM-Bürobauten an der Laatzener Straße sollte mittelfristig die größte Flüchtlingsunterkunft Hannovers entstehen. Die Stadt wollte die Räume mieten und Platz für 900 Menschen schaffen. Doch daraus wird jetzt nichts. Der Grund ist kompliziert: Ursprünglich hat die Stadt mit dem Bauunternehmer Theo Gerlach über einen Mietvertrag verhandelt. Gerlach wiederum wollte den Bürokomplex von IBM erwerben. Doch IBM macht nun einen Rückzieher und will die Immobilie selbst vermarkten. Damit sind auch die Mietverhandlungen zwischen Gerlach und der Stadt geplatzt.

Nach Informationen der HAZ kritisiert Gerlach in einem Brief an Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD), dass vorab zu viele Informationen an die Öffentlichkeit gedrungen seien. Das habe dazu geführt, dass IBM vom Verkauf Abstand genommen habe. Ratspolitiker glauben dagegen, dass IBM an den Markt geht, um einen höheren Preis zu erzielen. Ob die Stadt nun direkt auf den Computerkonzern zugeht und über eine Anmietung spricht, ist noch offen. Ratspolitiker vermuten, dass der Standort in Bemerode für eine Unterkunft zunächst nicht mehr in Betracht kommt. Das liege auch daran, dass es aus der Bevölkerung Protest gegen die Pläne hagelte.

An der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am Mittwochabend nahmen mehr als 100 Anwohner teil - und verschafften ihrem Ärger Luft. Der Tenor: In dem Stadtbezirk ballten sich inzwischen die Flüchtlingsunterkünfte. Eine Online-Petition gegen die geplante Massenunterkunft im IBM-Gebäude hatte mehr als 1500 Unterstützer gefunden.

Auf dem Expo-Gelände wird dennoch eine weitere Unterkunft hinzukommen. Der vertraulich tagende Verwaltungsrat hat am Donnerstag den Bau von Leichtbauhallen an fünf Standorten beschlossen, unter anderem auf dem Expo-Gelände gegenüber dem Möbelhaus IKEA. Die CDU kritiisert den Plan der Verwaltung. "Die Standorte hätten öffentlich diskutiert werden müssen", sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Es fehle die Transparenz. Auch in Hainholz, Anderten, Lahe und Groß Buchholz sollen Hallen-Dörfer entstehen.

In der Straße Am Mittelfelde wird die Stadt ein Hotel zur Unterbringung von 130 Flüchtlingen anmieten. In Lahe soll die heruntergekommene Containeranlage für Obdachlose erneuert werden. Die Kapazität wird verdoppelt, sodass an der Alten Peiner Heerstraße bis zu 100 Menschen leben können. Zudem verzichtet die Stadt auf den Bau eines Containerdorfs für Flüchtlinge am Seelhorster Friedhof.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Nachweis von Gravitationswellen - So half Hannover, Einstein zu beweisen

Die beiden Gravitationswellen-Detektoren Ligo sind erst kürzlich aufgerüstet worden – auch mit Technik aus Hannover. Nach mehreren Testläufen fand die erste reguläre Messphase vom 18. September 2015 bis zum 12. Januar 2016 statt. Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover ist an mehreren Stellen eingebunden.

14.02.2016
Aus der Stadt Ausschuss verschiebt Entscheidung - SPD und Grüne wollen Chirurgie in Lehrte

SPD und Grüne wollen die Chirurgie im Lehrter Krankenhaus erhalten. Allerdings hat der Sozialausschuss der Regionsversammlung hat am Donnerstag die mit Spannung erwartete Entscheidung über die Zukunft der Krankenhäuser Großburgwedel und Lehrte verschoben.

14.02.2016

Die Polizei hat zwei Verdächtige festgenommen, die in den vergangenen zwei Monaten mindestens neun Mal ältere Menschen bestohlen haben sollen. Dafür gaben sie sich als Polizisten aus. Beide sitzen nun in Untersuchungshaft.

11.02.2016
Anzeige