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Aus der Stadt Gerangel um Geranien
Hannover Aus der Stadt Gerangel um Geranien
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20:49 20.08.2009
Enttäuscht: Sybill Castenow nimmt die Blumenampeln von der Straßenlaterne. Quelle: Uwe Dillenberg

Manchmal geschehen Dinge zufällig gleichzeitig und zeigen damit, wie absurd die Realität sein kann. Am Donnerstagvormittag referierte Hannovers Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff bei einer Veranstaltung im Rathaus ausgiebig darüber, wie wichtig das Engagement örtlicher Kaufleute zur Verschönerung und Belebung des Stadtbilds sei. Zur selben Zeit kletterten die Geschäftsleute aus der Lavesstraße auf Leitern. Das haben sie zwar in den vergangenen Monaten fast täglich gemacht, weil sie ihre Geranienampeln gießen mussten. Am Donnerstag aber wurde nicht gegossen, sondern abgeschraubt: Die Stadtwerke hatten angewiesen, dass alle 25 Blumenkörbe von den Straßenlaternen zu entfernen sind. Aus gewichtigem Grund, versteht sich: Sie störten „das Lichtraumprofil“.

„Wir kümmern uns um unser Viertel“, sagt Sybill Castenow, Inhaberin des Geschäfts „Bad Konzepte“ und Vorsitzende der Händlergemeinschaft „Profil Lavesstraße/Warmbüchenviertel“. Die Kaufleute bemühen sich, frisches Leben in die Einkaufsstraße zu bekommen, die unter der Konkurrenz der nahen Innenstadt leidet. Gemeinsame Werbung, gemeinsame Feste und gemeinsame Ideen zur Verschönerung der sonst eher tristen Straße – das sind die Schwerpunkte des anfangs mit viel Geld geförderten Vereins. Auch die Blumenampeln gehören dazu.

500 Euro hatte der Verein für die 25 Blumenkörbe investiert. Zur Osterzeit zeigten sie Osterglocken, danach wurden rot leuchtende Geranien gesetzt. Castenow und ihre Mitstreiter waren mit ihrer Arbeit zufrieden: „Unsere Kunden freuen sich, die Anwohner freuen sich.“ Nur die Stadtwerke waren nicht begeistert.

Schriftlich bekam der Verein die Anweisung, die Hängekörbe bis heute zu entfernen. Auch Gespräche fruchteten nicht. Als Grund wurde mitgeteilt, dass die Halterungen die Laternenmasten zerkratzen könnten, obwohl der Verein extra gummigelagerte Halter gekauft hatte. Zudem würfen die Blumen einen Schatten, der das „Lichtraumprofil“ der Leuchten einzuengen drohe. Gegenüber der HAZ hingegen hieß es auf Nachfrage, die Blumenkörbe seien mehr eine Gefahr als eine Bereicherung: „Eine professionelle Aufhängung hätten wir befürwortet, aber keine mit Ketten und Rohrschellen“, sagt Stadtwerkesprecherin Bianca Bartels. Castenow hingegen betont, dass sie sogar extra eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen habe. Auch von der Möglichkeit, über eine Sondernutzung eine Genehmigung für die Blumenampeln zu erhalten, sei im Schriftverkehr nie die Rede gewesen. „Es ist deprimierend“, sagt Castenow.

von Marcel Berndt

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