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Gerd Vogel geht in den Ruhestand

Präsident des Amtsgerichts Hannover Gerd Vogel geht in den Ruhestand

„Ich hätte gern weitergemacht“, sagt Gerd Vogel. Weitergemacht als Präsident des Amtsgerichts Hannover, des größten Einzelgerichts in Niedersachsen. Doch weil der 66-Jährige die Altersgrenze erreicht hat, ist am 31. Mai Feierabend. Dann tritt Götz Wettich, derzeit noch Zivilrichter am Oberlandesgericht (OLG) Celle, seine Nachfolge an. 

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Gerd Vogel, scheidender Präsident des Amtsgerichts. 

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. In Gerd Vogels Amtszeit fielen die Feiern zum 100. Geburtstag des imposanten Altbaus am Volgersweg, die Übertragung der Zuständigkeit für Urheberrechtsstreitigkeiten im gesamten OLG-Bezirk - und die Flüchtlingswelle mit ihren speziellen Herausforderungen. Nach 2005 war der Absolvent der Schillerschule, der vor seiner juristischen Laufbahn einen Einserabschluss als Betriebswirt ablegte, fünf Jahre lang Vizepräsident am Amtsgericht Hannover, anschließend sechs Jahre Präsident. Der stets freundlich auftretende Jurist verstand sich als Teamplayer, der das große Räderwerk möglichst konfliktfrei und kollegial am Laufen halten wollte. „Bei uns gibt es ein starkes Wir-Gefühl, weil viele Menschen an Entscheidungen beteiligt sind“, formuliert es Vogel. Preußische Pflichterfüllung hatte bei ihm stets Vorrang vor prätentiösen Prestigeprojekten; ein gutes Betriebsklima war ihm immer wichtig, auch weil es gute Arbeit begünstigt.

Er könne mit Fug und Recht sagen, meint der 66-Jährige, dass das hannoversche Amtsgericht hohes Ansehen genieße und insbesondere auf junge Richter große Anziehungskraft ausübe - auch, weil es als sehr familienfreundlich gilt. Diese Attraktivität schlägt sich in einer hohen Zahl von Teilzeitstellen nieder; diese wiederum bedingen einen Mangel an Büroräumen für Richter.

Vogels Wesen als Mann des Ausgleichs entspricht, dass er stets ein Förderer des Güterichterwesens war. Auch ein Kooperationsmodell von Familiengericht und Jugendamt, um das Problem des Schuleschwänzens einzudämmen, trieb er voran. Die Flüchtlingswelle bescherte den Familienrichtern am Amtsgericht zusätzliche Arbeit, weil sie viele Vormünder für unbegleitete Minderjährige finden mussten. Und die Strafjustiz urteilt mehr Kleinkriminelle denn je in beschleunigten Verfahren ab - viele von ihnen kommen aus dem Ausland.

Fünfe gerade sein lassen wird der Jurist, der seit 34 Jahren im Zooviertel wohnt und sich als überzeugter Hannoveraner bezeichnet, sicher nicht im Ruhestand. In der Flüchtlingsbetreuung wolle er sich ehrenamtlich engagieren, erzählt Vogel, auch Italienisch lernen und einen Motorbootführerschein machen. Und dann gibt es ja auch noch eine Person, die ihm einige zusätzliche Jahre die unmittelbare Nähe zum niedersächsischen Justizapparat garantiert: seine Frau Eva Moll-Vogel, die als Vizepräsidentin am OLG Celle tätig ist.

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