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Aus der Stadt Händler liefert Ferrari nicht – und wird verklagt
Hannover Aus der Stadt Händler liefert Ferrari nicht – und wird verklagt
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09:24 03.12.2016
Von Michael Zgoll
Quelle: Dröse (Symbolbild)
Hannover

Ein außergewöhnliches Auto steht seit Freitag am Landgericht im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Zivilverfahrens: ein Ferrari 458 Speciale Aperta, 605 PS stark, 320 Stundenkilometer schnell. Nur 499 Fahrzeuge der extrem tief liegenden Flunder produzierte die italienische Edelschmiede seit 2014. Der Andrang der betuchten Kundschaft aus der ganzen Welt war groß, das Angebot hoffnungslos überzeichnet. Nun hat ein Sportwagenfan aus Herford das Ferrari-Autohaus in Hannover verklagt, weil er einen ihm angeblich versprochenen 458er nicht bekommen hat. Der Wert des Wagens sei seit dem versprochenen Liefertermin um rund 300.000 Euro gestiegen, so der Kläger. Im Zuge einer Teilklage fordert er – zunächst – 100.000 Euro Schadensersatz.

Der Herforder, der sich als Ferrari-Sammler bezeichnet, war mit seinem Wunsch nach Erwerb eines 458 Speciale Aperta schon bei mehreren Autohäusern bundesweit abgeblitzt. Der Händler auf dem ehemaligen Expogelände aber habe ihm eine Lieferung zugesagt, so der Kläger. Zum Listenpreis von 257.000 Euro gesellten sich noch Extras im Wert von 36.000 Euro, der Kaufpreis für den Renner in leuchtendem „rosso corsa“ lag somit bei knapp 300.000 Euro. Doch letztlich platzte der Verkauf, weil das Autohaus nicht liefern konnte.

Der Händler verweist darauf, nie eine feste Lieferzusage gegeben zu haben. Er habe immer betont, dass es der Ferrari-Konzern sei, der den Kunden die Luxusschlitten zuteile. Bevorzugt worden seien Stammkunden, von denen man meinte, dass diese ihren Schatz nicht gleich weiterverkaufen. Heißt: Ferrari wollte vermeiden, dass sich Spekulanten den begehrten 458er unter den Nagel reißen und um des schnöden Mammons willen gleich wieder veräußern.

Der Herforder hat zunächst einmal „nur“ 100.000 Euro entgangenen Gewinn und nicht gleich die behaupteten 300.000 Euro eingeklagt. Das mag mit den Prozesskosten zusammenhängen, die mit dem Streitwert steigen. Den Versuchen der 10. Zivilkammer unter Vorsitz von Richter Steffen Wolters, dass sich die Parteien auf dem Vergleichswege einigen, werden kaum Erfolgschancen eingeräumt. So gibt es 2017 aller Voraussicht nach den nächsten Sitzungstermin, bei dem der Autohändler und der leer ausgegangene Herforder die früheren Kaufverhandlungen Revue passieren lassen. Vielleicht werden dann auch noch andere Fragen erörtert: Hat der Käufer es vielleicht sogar darauf angelegt, keinen 458er zu ergattern und den entgangenen Weiterverkaufs-Gewinn einzuklagen? Oder parkt das ihm versprochene Auto in der Garage eines Dritten, der möglicherweise mehr geboten hat als er?

Immer mehr Menschen in Hannover sind auf kostenlose Mahlzeiten angewiesen. Viele nutzen das Angebot der Ökumenischen Essenausgabe. Im vergangenen Winter gaben die Helfer rund 14.000 Mahlzeiten aus – fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren. In dieser Saison wird mit 15.000 Portionen gerechnet.

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