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Motor hält nur 100 Kilometer – Verkäufer haftet

Gericht Motor hält nur 100 Kilometer – Verkäufer haftet

Marina Menneking ist erleichtert, ihre Klage vor dem Amtsgericht war erfolgreich: Die Hemmingerin bekommt von einem Mann, der ihr einen defekten Gebrauchtwagen verkaufte, 1800 Euro zurück.

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Marina Menneking hat der Kauf ihres schicken Mini viel Ärger beschert.

Quelle: Michael Zgoll

Hannover. Dabei hatte sie – aus juristischer Sicht – Glück, dass ihr der 39-Jährige beim Verkauf eines Mini Cooper offenkundig eine Lügengeschichte auftischte und sie somit arglistig täuschte. Denn damit wurde der bei privaten Autoverkäufen gern vereinbarte Ausschluss der Gewährleistung unwirksam. Heißt: Nun muss der Verkäufer für den durch eine defekte Zylinderkopfdichtung verursachten Motorschaden haften, der die 62-jährige Käuferin nach 100 Kilometern Fahrt in die Werkstatt zwang. Ob der Laatzener wenige Tage zuvor selbst Opfer einer nicht ganz ehrlichen Vor-Verkäuferin wurde, steht auf einem anderen Blatt.

Mini Cooper, Farbe silber, Baujahr 2002, 157.000 Kilometer gelaufen und TÜV neu – auf diese Ebay-Anzeige sprang Marina Menneking im August 2015 an. Gemeinsam mit ihrem 34-jährigen Sohn und dessen Freundin besichtigte sie das nach eigenem Bekunden „schnuckelige“ Fahrzeug. Der Wagen sei schon lange in Familienbesitz, erzählte ihr der Laatzener, seit 2013 habe er die Servicearbeiten selbst durchgeführt. Doch weil seine Frau nun Nachwuchs erwarte, müsse ein größeres Auto her. In Wahrheit hatte der Mann den Mini fünf Tage zuvor von einer 28-jährigen Frau aus Burgdorf gekauft. Diese erwähnte zwar, so ihre Zeugenaussage vor Zivilrichterin Dagmar Frost, eine kleine Beule und eine defekte Airbag-Leuchte. Doch dass sich bei dem Mini ohne gültigen TÜV-Stempel ein Motorschaden abzeichnete - davon habe sie nichts geahnt.

Schon bei Probefahrt und Fahrzeugcheck fiel Familie Menneking auf, dass das Kühlwasser im Ausgleichsbehälter Bläschen schlug und blubberte. Doch ließen sich die drei von dem 39-Jährigen überzeugen, dass dieses Sprudeln „ganz normal“ sei. Ein wenig blauäugig gingen die Käufer auch an die Prüfung von Kfz-Schein und -brief heran: Dass hier ein weiblicher Name - derjenige der Vor-Verkäuferin aus Burgdorf - notiert war, machte sie nicht misstrauisch. „Es hätte ja auch die Lebensgefährtin des Verkäufers sein können“, erklärte die Hemmingerin vor Gericht.

Der Laatzener hatte für den Mini 2800 Euro bezahlt, nach eigenem Bekunden kleinere Reparaturen ausführen lassen und das Auto durch den TÜV gebracht. Wie er vor Gericht behauptete, habe er das Fahrzeug eigentlich als Zweitwagen für seinen arbeitslosen Bruder erworben. Doch habe dieser urplötzlich festgestellt, dass er und seine Frau sich gar keinen Zweitwagen leisten können. Deshalb wurde der Mini gleich wieder inseriert und Marina Menneking seine neue Besitzerin – für 3580 Euro.

Nachdem der Motor kaputtgegangen war und teuer repariert werden musste, erstattete die 62-Jährige Strafanzeige wegen Betrugs; dieses Verfahren steht nun aber möglicherweise vor einer Einstellung. Bei Dagmar Frost ging es um die zivilrechtlichen Ansprüche der getäuschten Käuferin. Mit gutem Zureden schaffte es die Richterin, Klägerinnen-Anwalt Georg Brandtner und Beklagten-Anwalt Mario Venter von einer gütlichen Einigung zu überzeugen. Nun hat sich der 39-Jährige verpflichtet, der Hemmingerin in Monatsraten à 100 Euro 1800 Euro zu überweisen. Zahlt er nicht pünktlich, erhöht sich der Betrag auf 2000 Euro.

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