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Aus der Stadt Seniorin muss nicht für Kratzer an Auto zahlen
Hannover Aus der Stadt Seniorin muss nicht für Kratzer an Auto zahlen
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19:53 01.11.2016
Von Michael Zgoll
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Hannover

Die 71-jährige Seniorin, die für die möglicherweise absichtliche Beschädigung eines Autos 789 Euro Reparaturkosten übernehmen sollte, wird nicht zur Kasse gebeten. Zivilrichterin Catharina Erps wies die Klage des Fahrzeugbesitzers ab. Er habe nicht nachweisen können, dass die auf einen Rollator angewiesene Frau seinen Renault Laguna zerkratzte. Ein Nachbar hatte ausgesagt, er habe genau beobachtet, wie die 71-Jährige in einer Döhrener Seitenstraße einen Gegenstand am Fahrzeug auf- und abbewegte. Doch für Erps war dies der entscheidende Punkt, die Klage abzuweisen: Der Zeuge demonstrierte vor Gericht mehrmals, wie die Hand der Seniorin eine Links-Rechts-Bewegung vollzog. Die Kratzer im Lack aber zeigten von oben nach unten.

In einem Strafbefehlsverfahren war die Frau im März dieses Jahres wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 375 Euro verurteilt worden. Wie ihr Anwalt argumentierte, sei seine Mandantin aufgrund von Demenz und chronischer Bronchitis aber gar nicht in der Lage, derartige Schäden an einem Auto zu verursachen. Vielleicht habe sie sich mit ihrem Rollator verhakt und sei bei dem Versuch, diesen wieder frei zu bekommen, beobachtet worden. Den Strafbefehl habe die 71-Jährige nur akzeptiert, um sich keinem anstrengenden Gerichtsverfahren stellen zu müssen.

Wie die Richterin in ihrer Urteilsbegründung ausführte, hätte der Lack an der linken hinteren Tür des Renaults auch außerhalb des Zeitraums zwischen dem 1. und dem 3. September 2015 zerkratzt worden sein können. Am 1. hatte der Fahrer den Wagen abgestellt, am 3. die Schrammen bemerkt. Und auch während dieser Tage hätten andere Personen, so meint Catharina Erps, den Pkw beschädigen können. Der Nachbar, der die Aktivitäten der Seniorin am Auto beobachtet hatte, war zudem erst ein paar Tage später beim Fahrzeugbesitzer aufgetaucht.     

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