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Ist der S-Bahn-Schubser schuldfähig?

Gericht prüft Ist der S-Bahn-Schubser schuldfähig?

Ohne nachvollziehbaren Grund hatte Fabian H. einen Unbekannten im Januar dieses Jahres vor eine S-Bahn geschubst. Jetzt muss er sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Doch dass er dafür ins Gefängnis geht, scheint unwahrscheinlich, denn der 22-Jährige leidet unter einer Form der Schizophrenie.

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Ein Gericht prüft die Schuldfähigkeit vom S-Bahn-Schubser.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Die 13. Große Strafkammer versucht als Schwurgericht zu klären, ob er schuldunfähig ist. Am Montag soll das Urteil gesprochen werden, möglicherweise muss Fabian H. dann auf richterliche Anordnung in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden.

Für H. hat dieser Nachmittag des 30. Januar aber durchaus eine Vorgeschichte. Ein Freund kommt darin vor, der ihn verraten und seinen Facebook-Account, seinen Computer und sein Handy gehackt haben soll. Und ein Ausbilder, wegen dem er die Ausbildung bei der Stadt Hannover abgebrochen hat. Von ihm fühlte sich H. gemobbt und bedroht. Beide, erscheint es ihm, sieht er immer wieder, in seinem Elternhaus, auf der Straße. Und am S-Bahnhof in Langenhagen-Mitte an jenem späten Sonnabendnachmittag. Er hat Angst, dass sie ihn attackieren. Also geht er auf den 19 Jahre alten Mann an der Bahnsteigkante zu, den er für seinen ehemaligen Freund hält, würgt ihn und schubst ihn in Richtung Gleisbett - in dem Moment, als die Bahn der Linie S4 einfährt. Der junge Mann kann sich gerade noch retten, mithilfe von anderen Reisenden hält er Fabian H. fest, bis die Polizei eintrifft.

Zeugen berichten später, dass H. danach teilnahmslos gewirkt habe. „Er hat mich mit leerem Blick angeguckt“, gibt eine Zeugin vor Gericht zu Protokoll. Ein anderer erzählt, H. habe nur dagestanden und geschwiegen, während sein Opfer ihn anschrie. Das Opfer selbst kann vor Gericht nicht befragt werden, es ist für die Justiz nicht auffindbar.

H. leugnet die Tat nicht. Doch er sagt auch nicht selbst aus. Am ersten Verhandlungstag berichtet der Vater die Geschehnisse aus der Sicht seines Sohnes, am zweiten Tag ist es Psychiater Tobias Bellin, der als Sachverständiger von Gesprächen mit H. berichtet. Dieser hört von der Anklagebank aus mal mehr, mal weniger aufmerksam zu, sein kindlich wirkendes Gesicht trägt einen melancholischen Ausdruck.

Für Psychiater Bellin steht fest, dass H. nicht als schuldfähig eingestuft werden kann. „Meiner Ansicht nach leidet er unter einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie“, sagt der Mediziner. „Eine Tat unter diesem Krankheitsbild ist ein Musterfall für eine Aufhebung der Schuldfähigkeit.“

Von Isabel Christian

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