Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Gericht verbietet Eiscafé in Hannover Außenterrasse
Hannover Aus der Stadt Gericht verbietet Eiscafé in Hannover Außenterrasse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:58 17.06.2011
Von Andreas Schinkel
Farhad Ghanay darf vor seiner Eisdiele am Kröpcke keine Tische und Stühle aufstellen. Quelle: Michael Thomas
Anzeige
Hannover

Ein Eiscafé ohne Außenterrasse, das ist insbesondere im Sommer schwer vorstellbar. Doch Farhad Ghanay, Inhaber des Eiscafés „Giovanni L.“ am Kröpcke, muss diesen Sommer ganz ohne Tische und Stühle im Freien auskommen. Das Verwaltungsgericht Hannover lehnte gestern eine Klage des Eisdielenbesitzers gegen die Stadt Hannover ab. Ghanay wollte durchsetzen, dass er sechs Tische und Stühle in der schmalen Passage vor seinem Café aufstellen darf, zwischen der Brüstung des U-Bahn-Eingangs und seiner Eistheke. Die Stadt verweigerte Ghanay die Erlaubnis mit der Begründung, dass sich sehr viele Fußgänger durch die Passage drängten und das Nadelöhr durch eine Terrasse noch verkleinert würde.

Dieser Ansicht schloss sich Richter Michael Ufer in seiner Urteilsbegründung an. „Die Sicherheit und Leichtigkeit des Fußgängerverkehrs wird durch eine Außenbewirtschaftung gefährdet“, sagte er. Schon jetzt sei es dort eng, da sich vor der Eistheke im Erdgeschoss oft lange Warteschlangen bildeten, die bis weit auf den Gehweg reichten. Auf den vom Gericht angebotenen Kompromiss, die Außenterrasse nur an Sonn- und Feiertagen zu eröffnen, wenn wesentlich weniger Menschen durch die City bummeln, wollte sich Ghanay nicht einlassen.

Jetzt wird er allerdings ganz ohne Außenterrasse auskommen müssen, denn seine bisherigen Tische und Stühle an der Ecke Georgstraße/Karmarschstraße werden von der Kröpcke-Baustelle verdrängt. Bereits am Pfingstmontag musste Ghanay den Standort räumen, da rund um das Kröpcke-Center neue Bodenplatten verlegt werden. „Dass die Karmarschstraße immer enger wird und keine Außenbewirtschaftung mehr zulässt, haben wir durchaus eingesehen“, sagt Jörn Eickmann, Anwalt des „Giovanni L.“-Inhabers. Daher wollte man auf die Passage zwischen Eisdiele und U-Bahn-Schacht ausweichen, um wenigstens ein kleines Außenangebot aufrechtzuerhalten. „2005 hatte die Stadt das an Ort und Stelle immerhin für ein Jahr genehmigt“, gibt der Rechtsanwalt zu bedenken. Offenbar war sich Ghanay sicher, auch in diesem Sommer die Erlaubnis für seine Behelfsterrasse zu bekommen. Fünf Arbeitskräfte hatte er eingestellt, um sich auf den sommerlichen Ansturm vorzubereiten. Jetzt überlegt er, ob er sich von einigen Mitarbeitern wieder trennen muss. Als „wirtschaftlich zumutbar“ bewertete dagegen das Verwaltungsgericht den Verzicht auf eine Außenbewirtschaftung. Schließlich sei der Zustand ja vorübergehend, im nächsten Sommer könne Ghanay seinen alten Standort wieder einnehmen.

Die weiträumige Verlegung neuer Bodenfliesen rund um das Kröpcke-Center wird noch andere Gastronomiebetriebe in Mitleidenschaft ziehen, etwa das Mövenpick-Café am Kröpcke. „Alle Geschäftsleute sind aber froh, dass der Belag erneuert wird“, sagt Dirk Aigner von der City-Gemeinschaft.

Keine hölzerne Außenterrasse beim „Pfannkuchenhaus“: Einen weiteren Streit um eine Außenterrasse entschied das Verwaltungsgericht gestern. Adolf Kuhn, Inhaber des „Pfannkuchen-Hauses“ auf der Calenberger Straße, klagte erfolglos dagegen, dass die Stadt ihm den Bau einer Außenterrasse mit hölzerner Verkleidung verwehrt. Sonnenschirme, Pflanzenkübel und sogar einen durchsichtigen Windfang darf er aber aufstellen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Bettler in Hannover - Die Masche mit den Rosen

Sie kommen mit Blumen und wollen Geld. In Hannover lässt sich eine besondere Form des aggressiven Bettelns beobachten. Jedes Jahr aufs Neue.

16.06.2011

Filmreifer Trickbetrug in der List: Drei Täter haben in Hannover eine 76-Jährige um 12.000 Euro erleichtert. Das Täter-Trio trat dabei sogar in verschiedenen Rollen auf - als Banker, Finanzbeamte und Wasserwerker.

16.06.2011

Gute Nachricht für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen: Der Fahrgastbegleitservice, ein im August 2006 von der Üstra und dem Jobcenter der Region gestartetes Projekt, wird für drei weitere Jahre verlängert.

16.06.2011
Anzeige