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Gericht verbietet Eiscafé in Hannover Außenterrasse

Rechtsstreit Gericht verbietet Eiscafé in Hannover Außenterrasse

Das Eiscafé "Giovanni L." darf in diesem Sommer am Kröpcke keine Tische und Stühle im Freien aufstellen. Durch die Außenterrasse würde ein Nadelöhr am Kröpcke für Passanten noch verkleinert, begründet die Stadt. Bestätigt hat die Entscheidung das Verwaltungsgericht. Für den Eisdielen-Inhaber Farhad Ghanay ist das ein schwerer Schlag.

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Farhad Ghanay darf vor seiner Eisdiele am Kröpcke keine Tische und Stühle aufstellen.

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Ein Eiscafé ohne Außenterrasse, das ist insbesondere im Sommer schwer vorstellbar. Doch Farhad Ghanay, Inhaber des Eiscafés „Giovanni L.“ am Kröpcke, muss diesen Sommer ganz ohne Tische und Stühle im Freien auskommen. Das Verwaltungsgericht Hannover lehnte gestern eine Klage des Eisdielenbesitzers gegen die Stadt Hannover ab. Ghanay wollte durchsetzen, dass er sechs Tische und Stühle in der schmalen Passage vor seinem Café aufstellen darf, zwischen der Brüstung des U-Bahn-Eingangs und seiner Eistheke. Die Stadt verweigerte Ghanay die Erlaubnis mit der Begründung, dass sich sehr viele Fußgänger durch die Passage drängten und das Nadelöhr durch eine Terrasse noch verkleinert würde.

Dieser Ansicht schloss sich Richter Michael Ufer in seiner Urteilsbegründung an. „Die Sicherheit und Leichtigkeit des Fußgängerverkehrs wird durch eine Außenbewirtschaftung gefährdet“, sagte er. Schon jetzt sei es dort eng, da sich vor der Eistheke im Erdgeschoss oft lange Warteschlangen bildeten, die bis weit auf den Gehweg reichten. Auf den vom Gericht angebotenen Kompromiss, die Außenterrasse nur an Sonn- und Feiertagen zu eröffnen, wenn wesentlich weniger Menschen durch die City bummeln, wollte sich Ghanay nicht einlassen.

Jetzt wird er allerdings ganz ohne Außenterrasse auskommen müssen, denn seine bisherigen Tische und Stühle an der Ecke Georgstraße/Karmarschstraße werden von der Kröpcke-Baustelle verdrängt. Bereits am Pfingstmontag musste Ghanay den Standort räumen, da rund um das Kröpcke-Center neue Bodenplatten verlegt werden. „Dass die Karmarschstraße immer enger wird und keine Außenbewirtschaftung mehr zulässt, haben wir durchaus eingesehen“, sagt Jörn Eickmann, Anwalt des „Giovanni L.“-Inhabers. Daher wollte man auf die Passage zwischen Eisdiele und U-Bahn-Schacht ausweichen, um wenigstens ein kleines Außenangebot aufrechtzuerhalten. „2005 hatte die Stadt das an Ort und Stelle immerhin für ein Jahr genehmigt“, gibt der Rechtsanwalt zu bedenken. Offenbar war sich Ghanay sicher, auch in diesem Sommer die Erlaubnis für seine Behelfsterrasse zu bekommen. Fünf Arbeitskräfte hatte er eingestellt, um sich auf den sommerlichen Ansturm vorzubereiten. Jetzt überlegt er, ob er sich von einigen Mitarbeitern wieder trennen muss. Als „wirtschaftlich zumutbar“ bewertete dagegen das Verwaltungsgericht den Verzicht auf eine Außenbewirtschaftung. Schließlich sei der Zustand ja vorübergehend, im nächsten Sommer könne Ghanay seinen alten Standort wieder einnehmen.

Die weiträumige Verlegung neuer Bodenfliesen rund um das Kröpcke-Center wird noch andere Gastronomiebetriebe in Mitleidenschaft ziehen, etwa das Mövenpick-Café am Kröpcke. „Alle Geschäftsleute sind aber froh, dass der Belag erneuert wird“, sagt Dirk Aigner von der City-Gemeinschaft.

Keine hölzerne Außenterrasse beim „Pfannkuchenhaus“: Einen weiteren Streit um eine Außenterrasse entschied das Verwaltungsgericht gestern. Adolf Kuhn, Inhaber des „Pfannkuchen-Hauses“ auf der Calenberger Straße, klagte erfolglos dagegen, dass die Stadt ihm den Bau einer Außenterrasse mit hölzerner Verkleidung verwehrt. Sonnenschirme, Pflanzenkübel und sogar einen durchsichtigen Windfang darf er aber aufstellen.

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