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Aus der Stadt Gericht verhängt Haftbefehl gegen Anwältin
Hannover Aus der Stadt Gericht verhängt Haftbefehl gegen Anwältin
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07:14 18.01.2017
Von Michael Zgoll
Die Rechtsanwältin soll mit ihrem Mandanten ein Verhältnis gehabt haben. Quelle: dpa, Symbolbild
Hannover

Auch der 27-Jährige ist angeklagt: wegen Fahrens ohne Führerschein sowie Vortäuschens einer Straftat und versuchter Strafvereitelung. Doch weil die Anwältin – anders als der junge Mann – am Dienstag nicht zur Verhandlung erschien und Amtsrichter Sebastian Schuster ihre vierwöchige Krankmeldung als völlig unzureichend erachtete, erließ er Haftbefehl. „Ich muss davon ausgehen, dass die Angeklagte das Verfahren verschleppen will“, so Schuster. Laut der Nummernfolge auf der Krankmeldung, die ihr Verteidiger verlas, leidet die Juristin unter Depressionen.

Der Mitangeklagte der Anwältin hat schon seit vielen Jahren ein angespanntes Verhältnis zu Polizei und Verkehrsbehörden. Als ihm 2010 ein erster Führerscheinentzug drohte, gab er seine Fahrerlaubnis freiwillig zurück. 2011 bestand er die Prüfung erneut, wurde seinen „Lappen“ aber kurz darauf erneut los, weil er beim Fahren unter Drogeneinfluss erwischt wurde. Im Dezember 2014 bekam der Mann seinen dritten Führerschein ausgehändigt – der ihm aber auch bald wieder entzogen wurde.

Im Dezember 2015 ließ sich die Anwältin von der Straßenverkehrsbehörde die Akten ihres Mandanten aushändigen, der damals ihr Lebensgefährte gewesen sein soll. Am 12. Januar 2016 geriet der Mann mit einem VW-Transporter nahe der Willmerstraße (Döhren) in eine Verkehrskontrolle – und legte einen Führerschein vor, den er eigentlich gar nicht hätte besitzen dürfen. Dies fiel der Polizei allerdings erst bei einem späteren Datenabgleich auf.
Die Juristin behauptete anschließend, sie habe den Führerschein am 11. Januar auf den Postweg zur Straßenverkehrsbehörde gegeben. Dort kam er allerdings erst am 15. Januar an – war der Umschlag vielleicht doch erst am 13., also am Tag nach der Verkehrskontrolle, eingeworfen worden? Auf jeden Fall schrieb der Fahrer wenig später einen Brief an die Polizei, der seine Anwältin entlasten sollte: Der am 12. Januar vorgelegte Führerschein sei eine Fälschung gewesen.
Doch ist das Verhältnis der beiden Angeklagten nicht nur von reiner Zuneigung geprägt.

So soll der Mann vor einiger Zeit versucht haben, die 33-Jährige um 10.000 Euro zu erpressen, weil sie in seinem Auftrag ein falsches Dokument ausgestellt hatte. Die Anwältin zeigte ihn an, das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Nun werden beide auf der Anklagebank Platz nehmen – wenn sie verhandlungsfähig sind und der Richter einen neuen Termin anberaumt hat.
Das Strafmaß für Verwahrungsbruch liegt zwischen einer Geldstrafe und zwei Jahren Haft. Sollte die Juristin verurteilt werden, droht ihr weiteres Ungemach: Die Anwaltskammer dürfte wohl Sanktionen verhängen. Christian Reinicke, Vorsitzender des hannoverschen Anwaltsvereins, meint: „Im schlimmsten Fall könnte man ihr sogar die Zulassung entziehen.“     

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