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Gericht verneint Verantwortung der Uni

Sturz vom Conti-Hochhaus Gericht verneint Verantwortung der Uni

Im November 2014 starb ein 68-Gasthörer, nachdem er aus dem 14. Stock des Conti-Hochhauses gefallen war. Die Witwe des Mannes verklagte die Universität, weil die Universität ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt und Schuld am Tod ihres Mannes habe. Vor dem Landgericht hat sie nun erneut eine Niederlage erlitten. 

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Hannover. Zivilrichterin Alexandra Gaude bestätigte ein Versäumnisurteil aus dem Juli 2016, wonach der Frau weder Schadensersatz noch Schmerzensgeld in Höhe von knapp 31000 Euro zustehen.
Die Witwe meint, dass die Universität ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt hat und Schuld am Tod ihres Mannes ist.

Der Gasthörer hatte im Anschluss an ein Kunstseminar – so wird vermutet – noch Hannover-Bilder aus luftiger Höhe schießen wollen. Das Geländer des französischen Balkons in 50 Meter Höhe sei neun Zentimeter niedriger gewesen als vorgeschrieben, so die Klägerin, zudem seien die Türen nur unzureichend gesichert gewesen: mit einer losen Aluminiumlatte, die nach dem Sturz des Mannes auf dem Fußboden liegend gefunden wurde. 

Nach Ansicht der 16. Zivilkammer handelt es sich bei dem Geländer um eine Fensterbrüstung, für die lediglich eine Höhe von 90 Zentimetern vorgeschrieben ist. Tatsächlich ist das Geländer 1,01 Meter hoch, eine Balkonbrüstung müsste allerdings 1,10 Meter hoch sein. Anwalt Hans-Georg Tillmann, der die Witwe vertritt, pocht darauf, dass es sich bei dem 40 Zentimeter tiefen Austritt um einen Balkon handelt. Doch dieser Überlegung mochte das Landgericht nicht folgen.
Richterin Gaude wies zudem darauf hin, dass die Hochschule mittels der Aluschiene zum Ausdruck gebracht habe, dass man das Fenster nicht öffnen darf.

Die Verantwortlichen seien auch nicht verpflichtet gewesen, die Schiene durch Abschließen zu sichern und damit „jedwede abstrakte Gefahr auszuschließen“. Ein Erwachsener müsse der Absicherung durch eine solche Schiene entnehmen, dass das Öffnen der Fenster gefährlich ist. Dass die Alulatte schon vor der Annäherung des 68-Jährigen auf dem Boden lag, habe die Witwe nicht beweisen können.

Rechtsanwalt Tillmann hatte noch in der Vorwoche versucht, Druck auf die Verfahrensbeteiligten auszuüben. In einem Brief an die niedersächsische Justizministerin, den Landgerichtspräsidenten sowie die Presse hatte er die „sehr zurückhaltende Attitüde der Justiz gegenüber der Universität Hannover“ kritisiert. Die bisherige Argumentation des Landgerichts rufe den Eindruck hervor, hier solle eine staatliche Institution wie die Hochschule selbst um den Preis einer absurden Begründung – dass ein französischer Balkon kein Balkon sei – in Schutz genommen werden.

Eine derartige Argumentation trage zur allgemeinen Staatsverdrossenheit bei.
Wie spätestens seit gestern klar ist, fand Tillmanns Sicht der Dinge keinen Widerhall im Urteil – das allerdings noch nicht rechtskräftig ist.     

Von Michael Zgoll

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