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Bodo blieb nicht lange mopsfidel

Gerichtsprozess Bodo blieb nicht lange mopsfidel

Ein Mops namens Bodo hat am Freitag die hannoversche Justiz beschäftigt. Sein Herrchen möchte von der Vorbesitzerin 3162 Euro für zwei Operationen an den Hundehinterläufen und für Physiotherapie erstattet bekommen.

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Bodo litt unter Beschwerden an den Kniescheiben - schon beim Kauf?

Quelle: privat

Hannover. Der Rüde, zwei Jahre alt, war nicht vor Ort, aber im Sitzungssaal von Amtsrichterin Dagmar Frost trafen sein früheres Frauchen und sein derzeitiges Herrchen aufeinander. Der Käufer möchte von der Vorbesitzerin 3162 Euro für zwei Operationen an den Hundehinterläufen und für Physiotherapie erstattet bekommen. Die 23-Jährige habe ihm und seiner Freundin wissentlich ein angeschlagenes Tier verkauft. Einen Vierbeiner, dessen Kniescheiben ständig herausgesprungen seien. Die 23-jährige Hannoveranerin sagt, Bodo sei zum Zeitpunkt des Verkaufs topfit gewesen. Mopsfidel, sozusagen. Die Richterin gab deutlich zu verstehen, dass der Käufer schlechte Karten hat, seinen Anspruch auf Schadenersatz durchzusetzen.

Über Bekannte war der Kläger, ein 29-Jähriger aus Edewecht (Ammerland), auf Bodo gestoßen. 550 Euro für einen Rassehund erschienen ihm günstig. Er reiste nach Hannover, am 17. August 2013 wurde der Vertrag mündlich besiegelt, und Hund wie Geld wechselten die Besitzer. Schon am Folgetag aber, so der Käufer, habe das Tier gelahmt. Die Beschwerden einer Patellaluxation an den hinteren Knien verstärkten sich in den Folgewochen, ein Tierarzt wurde mehrfach konsultiert, bis der Mops - um den Jahreswechsel herum - operiert wurde. Erst rechts, dann links. Und mit Erfolg.

„Der Mops hat sich zusammengerissen“

Ob der 29-Jährige das Lahmen des Hundes nicht beim Kauf hätte feststellen können, wollte Richterin Frost wissen. Die Antwort seines Anwalts Andreas Ackenheil, spezialisiert auf Tierrecht: „Der Mops hat sich zusammengerissen.“ Bei Aufregung zeige ein Tier oft ein anderes Schmerzverhalten als im Ruhezustand, und der Wirbel beim Besitzerwechsel habe Bodo offenbar von seinen Beschwerden abgelenkt.

Schon nach wenigen Tagen hatten der Käufer und seine Freundin eine starke emotionale Beziehung zu Bodo aufgebaut. Darum hätten sie auch nicht ernsthaft versucht, so ihr Anwalt, den Hund zurückzugeben. Den Loriot-Ausspruch: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“ zitierte Ackenheil nicht. Einen schriftlichen Kaufvertrag wollte der neue Besitzer, wenigstens im Nachhinein, aber schon unterschrieben haben. Die Verkäuferin schickte das Vertragsformular jedoch nicht zurück.

Frost äußerte ihr Unverständnis, dass der Käufer den Mangel am Hund erst ein halbes Jahr später angezeigt habe. Denn kurz nach dem Kauf hätte die 23-Jährige den Mops, so er denn lahmte, zurücknehmen müssen. Auch erschien der Richterin die Differenz zwischen Kaufpreis und Behandlungskosten unangemessen hoch: „Die Schadenshöhe übersteigt den Wert des Tiers doch deutlich.“ Einen Vergleichsvorschlag, die 550 Euro erstattet zu bekommen, lehnte Bodos neues Herrchen aber ab. So muss er auf das Urteil am 6. März warten - das wohl nicht in seinem Sinne ausfallen wird.

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