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Schließt die Garagentür – oder schließt sie nicht?

Gerichtstermin an der Tiefgarage Schließt die Garagentür – oder schließt sie nicht?

Schließt die Seitentür einer Tiefgarage in Groß-Buchholz vernünftig oder nicht? Darum geht es bei einem Vermieterstreit, der nun während eines Ortstermins geklärt wurde. Das klagende Ehepaar will ihre Kontrahentin zwingen, die Tür reparieren zu lassen. Doch die Klage scheitert mit einem satten „Klack“

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Die Mieterin bedient die Tiefgaragentür, die Richterin (2. v. l.) schaut zu.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Die Wege der Justiz sind oft unergründlich. Heißt es. Am Mittwoch führte einer dieser schwer nachvollziehbaren Wege eine Amtsrichterin nach Groß-Buchholz. Bei einem Ortstermin am Osterfelddamm sollte sie über einen Sachverhalt urteilen, für den es gewöhnlich keine gut bezahlte Juristin braucht. Es ging darum, ob die Seitentür einer Tiefgarage vernünftig schließt oder nicht. Doch hatte Zivilrichterin Catharina Erps die Anreise nicht aus Jux und Tollerei auf sich genommen, sondern, um in einem Streit zwischen Vermieterin und Mieter-Ehepaar Schlimmeres zu verhindern - nämlich die Bestellung eines Gutachters, der die Wirkungsweise der Tür für mehr als 1500 Euro überprüft hätte.

9.20 Uhr, die Gerichtsverhandlung unter freiem Himmel beginnt. Catharina Erps gibt einen kurzen Abriss zum Stand der Dinge. Das klagende Ehepaar - der Mieter ist 75, seine Frau 58 Jahre alt - wollen ihre Kontrahentin zwingen, die Seiteneingangstür reparieren zu lassen. Allzu oft falle diese nicht ins Schloss, und das könnte Spitzbuben animieren, sich an den in der Garage geparkten Autos zu schaffen zu machen. Schon im Frühjahr 2015 habe man die Vermieterin auf den Mangel hingewiesen, doch die Stahltür sei bis heute defekt. Die ältere Dame auf der Gegenseite widerspricht. Sie habe die Tür von einem Metallbauer überprüfen lassen, sie funktioniere tipptopp. Die Stimmung zwischen den Parteien ist angespannt, jeder Wortbeitrag der Gegenseite wird mit Kopfschütteln oder abfälligem Kommentar bedacht.

Gespanntes Warten auf das "Klack"

Dann waltet die Richterin ihres Amtes. Nimmt die „Brandschutztür mit Oberschließer“ in Augenschein. Zieht sie weit auf, lässt los. Alle gucken gespannt: die Streithähne, ihre Anwälte, Pressevertreter und Praktikanten. Kurz vor dem Türstock bremst die eiserne Pforte ab - und fällt mit einem satten „Klack“ ins Schloss. Die 58-jährige Mieterin murmelt etwas von Vorführeffekt, die Richterin wiederholt die Prozedur. Sie solle die Tür doch nicht so weit aufziehen, bittet der 75-Jährige. Doch auch eine zehnmalige Wiederholung kann die Kläger nicht retten. Wahrscheinlich habe die Vermieterin die Tür frisch geölt oder den Gasdruckzylinder des Schließers neu eingestellt, schimpft das Paar. Es gebe genug andere Tiefgaragennutzer, die die Funktionsstörungen bezeugen könnten.

Bevor Rechtsanwältin Petra Buß die Klage zurückzieht, macht sie einen Vorschlag zur Güte. Zur Gesichtswahrung. Die Vermieterin könnte doch ein Schild mit dem Satz „Bitte Tür immer verschlossen halten“ an die Garagenwand montieren. Deren Anwalt Helge Schulz stimmt sich ab, stimmt zu.

Die Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermieterin währen übrigens schon mehr als 20 Jahre. Irgendwas ist immer. Das gehäufte Laub auf der Treppe. Der rieselnde Putz von der Decke. Das laufende Wasser im Klobecken. Der Mieterverein weiß Bescheid. 436,42 Euro an Gerichts- und Anwaltsgebühren fallen für die nunmehr gescheiterte Klage an. Doch das Ehepaar muss nicht selbst zahlen – das übernimmt der Rechtsschutz.

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