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Schüsse auf das SEK: Ausrede überzeugt nicht

Gerichtsverfahren Schüsse auf das SEK: Ausrede überzeugt nicht

Ein Mann feuerte im vergangenen Oktober auf Spaziergänger sowie einen Polizisten - und muss sich nun vor Gericht wegen versuchten Totschlags verantworten. Seine Ausreden überzeugen bisher allerdings nicht.

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Symbolbild

Hannover. Der Mann, der vergangenen Oktober in Lehrte auf zwei Spaziergänger feuerte und Stunden später einen Schuss auf Polizeibeamte abgab, kommt mit seiner Verteidigungsstrategie ins Schwimmen. Zum Prozessauftakt vor dem Schwurgericht Hildesheim hatte Helgo P. jüngst erklärt, er habe die sein Haus stürmenden Beamten des Sondereinsatzkommandos (SEK) für Einbrecher gehalten. Doch die gestrigen Aussagen mehrerer Polizisten und das Abspielen der Aufnahmen, die die Videokamera eines Nachbarn aufgezeichnet hatte, lassen dies äußerst fraglich erscheinen.

Die Beamten riefen "Polizei"

Vom ersten Rammstoß der SEK-Beamten gegen eine der zwei Eingangstüren bis zu dem Zeitpunkt, an dem der 51-Jährige durch eine andere Tür mit einem Gewehr Richtung Garten feuerte, vergingen rund 45 Sekunden. In dieser Zeit riefen die Beamten mehrfach laut und deutlich „Polizei“. Der Lärm war so heftig, dass in der Nachbarschaft etliche Lichter angingen - nur der Angeklagte will die Rufe überhört haben.

Wie SEK-Beamte gestern aussagten, überwältigten sie P. im Hausflur ohne Waffe in der Hand. Das Gewehr mit Zielfernrohr hatte der Jäger und Sportschütze in eine Ecke geworfen. P. sei bei seiner Festnahme relativ ruhig gewesen. Wesentlich auffälliger verhielt sich in dem vollgestellten und vermüllten Haus die 73-jährige Mutter. Sie beschimpfte die Eindringlinge, fabulierte etwas von „Teufelsanbetern“ und versuchte gar, zwei der martialisch vermummten SEK-Beamten die Pistolen zu entwinden.

Verbotene Kriegswaffen im Haus

Helgo P. muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten. Auf die Spaziergänger soll er gefeuert haben, weil er sich ärgerte, dass das Paar vor seinem Haus parkte. Gerne soll sich der als Sonderling geltende Mann auch mit Nachbarn angelegt haben. Die Ermittler entdeckten im Haus 20 Waffen, darunter verbotene Kriegswaffen, die P. möglicherweise während seiner achtjährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr stahl.

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