Im vergangenen Sommer hatten sich 1350 Eltern für eine IGS entschieden, doch nicht alle Kinder konnten berücksichtigt werden. In diesem August gehen mit der IGS Badenstedt und der IGS Büssingweg in Vahrenwald zwei weitere Gesamtschulen mit jeweils fünf Klassen an den Start. Doch auch dieses Mal wird das Platzangebot voraussichtlich nicht ausreichen. Nach den bisherigen Zahlen stehen den 1511 Anmeldungen stadtweit 1443 Plätze für Fünftklässler gegenüber. Demnach würden rund 70 Kinder bei der Platzvergabe leer ausgehen.
Doch bis die Anmeldungen für Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien abgeschlossen sind, kann es noch zu Verschiebungen kommen. Manche Eltern, die ihr Kind nicht an der gewünschten IGS unterbringen können, wählen vielleicht doch eine Schule aus dem dreigliedrigen System. Auf der anderen Seite haben offenbar etliche Eltern ihre Kinder noch gar nicht angemeldet. Als die Schulverwaltung im Februar die Eltern der Viertklässler nach ihren vorläufigen Wünschen befragte, sahen die Zahlen für die Gesamtschulen noch anders aus. Zu den Anmeldungen an der IGS erschienen jetzt mehr Kinder mit Realschul- oder Gymnasialempfehlung, aber weniger Kinder mit Hauptschulempfehlung. Christoph Walther, Sprecher der IGS-Leiter, rechnet deshalb mit rund 50 Nachmeldungen.
„Die Anmeldezahlen für die Gesamtschulen sind deutlich. Es gibt sicherlich bei vielen Eltern den Wunsch, dass ihr Kind die gesamte Schulzeit an einer Schule verbringt“, sagt Walther, der selbst die IGS Linden leitet. „Eltern wissen, dass ihre Kinder bei uns nicht unter allen Umständen nach zwölf Jahren das Abitur machen müssen.“ Als weiteren Pluspunkt sieht Walther das breite Ganztagsangebot an Gesamtschulen an. Bernd Steinkamp, Leiter der IGS Roderbruch, geht sogar davon aus, dass sich die Zahl der IGS-Schüler in der fünften Klasse der Zahl der Gymnasiasten annähern wird.
Die bisherigen Anmeldungen verteilen sich allerdings sehr unterschiedlich auf die ab August neun Gesamtschulen. An der IGS Roderbruch stehen 344 Anfragen knapp 180 Plätzen gegenüber. Einen „Lena-Meyer-Landrut-Effekt“ sieht Schulleiter Steinkamp darin aber nicht. Im Vorjahr hatte die Schule bereits die hohe Zahl von 330 Anmeldungen verzeichnet. Die IGS List bekam ähnlich wie im Vorjahr 172 Anmeldungen auf 120 Plätze. Auch IGS Linden und IGS Mühlenberg können nicht alle angemeldeten Schüler aufnehmen.
Die IGS Badenstedt, die erst im August ihre Arbeit aufnimmt, bekam aus dem Stand 121 Anmeldungen, maximal 20 Kinder mehr könnten dort die fünfte Klasse besuchen. Auch an der IGS Kronsberg wäre noch Platz für rund 20 weitere Kinder. Auch die IGS Stöcken könnte noch einige Schüler aufnehmen. Besonders niedrig liegen die Anmeldezahlen bisher an der IGS Vahrenheide und der neu gegründeten IGS Büssingweg. Auf Anhieb meldeten sich dort zunächst nur 70 (Vahrenheide) und 49 Familien.
HAZ.de Anmeldung
Kommentare
na sowas...?! rentner – 02.06.10
...kaum Anmeldungen am Büssingweg?! Wen wunderts?...und ewig grüßt das Murmeltier Anke – 02.06.10
Es ist jedes Jahr das gleiche Problem...zuviel Schüler für IGS´n für zu wenig IGS´n.Ein Marathonlauf für die Eltern...
Zu spät... Hannoveraner – 02.06.10
Scheinbar geht es der Politik wie dem Hase und dem Igel. Eltern und Kinder stimmen jedes Jahr neu mit den Füßen ab und die Politik stellt immer wieder zu wenige Plätze zur Verfügung. Unbelehrbar oder nur ignorant? Ideologische Scheuklappen?