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Verschuldung

Geschäfte auf Kosten der Armen

Von Veronika Thomas

Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Alleinerziehende und Geringverdiener – immer mehr Haushalte geraten wegen ihres geringen Einkommens in die Verschuldung. Rund drei Millionen Haushalte sind bundesweit verschuldet, in der Stadt Hannover sind es Schätzungen zufolge rund 20.000.

Von den 653 Schuldnern in Hannover, die allein im vergangenen Jahr von der Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreut wurden, waren 437 arbeitslos. Diese Zahlen nannte die AWO anlässlich der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung vom 21. bis 25. Juni unter dem Motto „Geschäfte mit der Armut“.

Auch geraten immer mehr Jugendliche bis 18 Jahre über Handy- und Internetverträge in die Schuldenfalle. In dieser Altersklasse gelten neun Prozent als verschuldet. Obgleich Schuldner in der Region nur etwa zwei bis drei Wochen auf eine Erstberatung bei einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle warten müssen, drängen immer mehr gewerbliche Anbieter auf den Markt, die Schuldner- und Insolvenzberatung als schnelle Hilfe gegen hohe Gebühren anbieten. „Wir haben immer mehr Schuldner in unseren Beratungsstellen, in deren Gläubigerlisten Anwälte auftauchen, die ihnen zuvor ihre vermeintliche Hilfestellung beim Entschulden angeboten haben“, sagte Burkhard Teuber, Geschäftsführer der AWO Region Hannover. Hinzu kämen betrügerische Anbieter, deren Offerten darauf abzielten, Gebühren abzukassieren.

Einige Anbieter versorgten die Schuldner lediglich mit Informationen und Musterbriefen, die Betroffenen blieben auf sich allein gestellt und müssten das Entschuldungsverfahren allein durchlaufen, sagte Teuber. Außerdem nutzen immer mehr Unternehmen wie Banken, Versandhäuser, Telekommunikationsanbieter und Ärzte zum Eintreiben ihrer Verbindlichkeiten Inkassobüros, die die Bearbeitungsgebühren für betroffene Schuldner enorm erhöhen, sagte AWO-Schuldnerberaterin Elke Zebedies.

Teuber rät allen Betroffenen, sich an eine öffentlich finanzierte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung zu wenden, wie sie in der Region neben der AWO auch die Caritas, die Stadt Hannover, das Diakonische Werk und die Drobs anbieten. Alle genannten Stellen beraten kostenlos und bieten neben der Entschuldung eine soziale Betreuung an, damit die Betroffenen langfristig schuldenfrei bleiben. Finanziert werden die Schuldnerberatungsstellen von Stadt und Wohlfahrtsverbänden durch die Region, die 2008 rund 774.000 Euro für die Beratung von 3212 Schuldnern ausgegeben hat.

Die hannoversche SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Tack, in der SPD zuständig für den Verbraucherschutz, forderte eine Ausweitung der Schuldnerberatungsstellen, mehr Aufklärungsarbeit an Schulen sowie Sachkundenachweise für gewerbliche Kredit- und Finanzberater. Außerdem verwies Tack auf das neue Pfändungsschutzkonto (P-Konto), das ab 1. Juli bei jeder Bank eingerichtet werden kann. Diese Konten bieten insbesondere überschuldeten Haushalten Schutz vor Pfändung bis zum Freibetrag von 985 Euro.

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  • wie kann man Boris – 24.06.10
    als bis 18 jähriger rechtsgültige Postpaid Handy und Internetverträge abschliessen? Das geht gar nicht. Wenn die Jungs prepaid ihr Geld raushauen kann man nur sagen: Darwin.
  • @DuDu auchich – 23.06.10
    Ich beneide Sie! So einfach kann man also durchs Leben kommen?

    Hoffentlich wird es für Sie immer genug Nachschub auf Ihren wunderbaren Entdeckungreisen geben. Die Millionäre, die zur Zeit auf "ihrer" Messe in München Schuhe und diamantenbesetzte Handys für 15.000 € kaufen können, werden diese mit Sicherheit nicht in den Secondhandladen geben, in dem DuDu Ausschau hält.

    Und die in Gold gewickelten Zigarren, das Stück für 500 €, dürfen sie dort auch in der Öffentlichkeit genießen. Nein, ich bin nicht neidisch, schließlich haben sie sich diesen Luxus schwer erarbeitet!!!
  • Finanzmanagement DuDu – 23.06.10
    Wer klug ist, gibr nur das aus, was er/sie konkret zur Verfügung hat - eher weniger, um ein Finanzkissen anzusparen, um ruhig schlafen zu können, wenn auch mal unerwartete Geldforderungen, z.B. eine Nachzahlung/ Nebenkosten auflaufen oder gar Jobverlust eintritt.
    Leute, in unseren Großstädten gibt es Second Hand Kaufhäuser, Flohmärkte, preiswerte Geschäfte, die auf Spenden aufbauen.
    Es kann richtig Spaß machen, zu stöbern und hat einen erfrischenden Überraschungseffekt, wenn wir fündig werden und uns dies leisten können.

    DuDu
  • Zeit ist Geld... fair? – 23.06.10
    Soweit ich weiß muss man auf einen Termin bei einer Beratungsstelle sehr sehr lange warten.Wenn die Mittel gekürzt werden wird es noch schlimmer werden. Zeit (Zinsen) ist in dem Fall Geld.
    Zum Thema "leben auf Pump": Wer lebt es den Leuten denn so schön vor? Das ist doch die Politik.... Und auch die lässt sich von von Banken mit faulen Wertpapieren etc. verar.... Nur das den Schaden das Volk tragen muss.
    Es ist einfach traurig: Für "Not leidende Banken" bringt der Staat hunderte Milliarden auf, aber bei Not leidenden Menschen wird kräftig gespart und gekürzt. Das kanns doch nicht sein :-(
  • Schuldner in Hannover Erich – 23.06.10
    Es hat sich eine neue Industrie heraus
    kristallisiert,nämlich Inkassobüros und betrügerische Rechtsanwälte, wie
    z.B.eine Firma aus Langenhagen,mit denen ich vor Jahren einen Vergleich geschlossen und bezahlt habe.Sie hat aber den Titel nicht herausgegeben.Zwischenzeitlich Namen und Sitz der Firma gewechselt und schon beginnt es zum Neuen.
    Betrug zum Nachteil der Armen auf der ganzen Linie.Rechtsanälte, z.B.große Kanzleien sind die größte
    Kriminellenorgansiastion in Deutschland. Skrupellos, meistens zum Nachteil der Gläubiger gehen diese Rechtsanwälte vor, kassieren ab und treiben Schuldner in die Pleite.Der Gläubiger geht leer aus und ist dann auch Pleite.Deshalb muß
    Vollstreckungsbetrug durch Rechtsanwälte mit einer Mindeststrafe von 15 Jahren geahndet
    werden.Sie wissen ja was sie tun.
  • System Administrator – 23.06.10
    Wenige Reiche kontrollieren viele Arme. So war es, und so wird es immer bleiben. Alles Andere bedeutet Revolution.
  • FDP System?! tryabrain – 23.06.10
    Was soll denn die FDP für ein System geschaffen haben?! Die haben doch noch nie regiert!
  • es gibt noch mehr Stellen in Hannover Michael Meier – 23.06.10
    Es gibt noch einige Stellen mehr in der Stadt Hannover. Auf der Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung gibt es eine entsprechende Datenbank für die ganze Republik. Dort kann jeder nachgucken, welche anerkannte Schuldnerberatungstellen es vor Ort gibt.
    Diese Schuldnerbratungsstellen werden aber nicht nur von der Stadt Hannover oder den Wohlfahrtsverbänden bezahlt. Auch das Land Niedersachsen gibt viel Geld für die Schuldnerberatungsstellen aus. Leider sind in diesem Bereich Kürzungen angedacht. Das würde dann sicher das aus für einige freie Beratungsstellen bedeuten...
    Schade.
  • FDP Kommentator Oskar – 22.06.10
    Das ist der typische FDP Kommentator: Erst ein System schaffen,das es dem vermeintlich Cleveren ermöglicht, den dümmeren nach Strich und Faden zu verarschen und dann rumbrüllen, wenn der Dümmere keinen Bock hat mitzuspielen...
  • Die Armen Armer Bettler – 22.06.10
    Genau das Richtige.
    Erst seine Finanzen überstrapazieren und dann nach P-Konto rufen.
    Das kann nur von den Roten kommen.
    Statt sich in Verzicht zu üben und nur das auszugeben, was man erarbeitet hat.
    Aber was will man erwarten.
    Die Griechen machen es ja vor Inso vorgaukeln und dann schnell das Euro-Geld in Ausland schaffen.
    Wie der Herr.....
    Die Gläubiger sind nicht immer nur Banken.

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