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Wer kann helfen? Sandra sucht Jörg

Geschichte eines Plakats Wer kann helfen? Sandra sucht Jörg

Sandra sucht Jörg, den sie auf einer Silvesterparty im Chez Heinz getroffen hat und gern wiedersehen möchte. Aber sie hat keine Telefonnummer von Jörg. Deshalb hat sie mit Plakaten in Linden nach Jörg gesucht. Bisher vergebens. Die Geschichte von Sandra und dem Plakat, das im Internet viel Aufmerksamkeit gefunden hat.

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Sandra sucht Jörg: Dieses Plakat hing in Linden und wird im Internet immer noch gern geteilt. Aber gemeldet hat sich Jörg bisher nicht.

Quelle: Moers/privat

Hannover. So betrunken, sagt Sandra, war sie eigentlich gar nicht. Aber sie habe es eben am Ende des Abends versäumt, Gesprächspartner Jörg nach seiner Telefonnummer zu fragen. Deshalb hat sie ihn gesucht. Mit Plakaten, aufgehängt in Linden.

Das - bislang einzige - Zusammentreffen von Sandra und Jörg war Silvester. Die Plakate sind längst verschwunden. Im Internet, wo die Dinge irgendwie unvergänglicher scheinen als in der echten Welt, kursiert ein Foto des Suchplakats noch immer. „Wer kann Sandra helfen?“, fragen hilfsbereite Facebook-Nutzer, während sie das Bild in ihrem Freundeskreis immer aufs Neue teilen. Wie oft das Foto verbreitet wurde, lässt sich kaum noch sagen, sicher ist nur: Viele Tausend Hannoveraner haben es gesehen.

Das Internet ist ein guter Ort für Menschen, die eigentlich nichts Substanzielles beitragen können, sich aber trotzdem äußern wollen. Einer fragt: „Wer weiß schon, was Sandra im nüchternen Zustand sagen würde, wenn sie Jörg tatsächlich wiederträfe?“ Ein anderer weiß beizusteuern, dass zwar Männer sich Frauen schöntrinken, aber Frauen niemals Männer, weshalb Sandra auch nüchtern nicht weniger angetan sein werde von Jörg: „Frauen werden bei zunehmenden Blutalkohol immer wählerischer. Wegen der Biologie.“ Darauf antwortet die nächste: „Da irrst du. Frauen können sich Männer aber so was von schöntrinken!!! Im schlimmsten Fall bis zur Silberhochzeit.“ Es ist eine muntere Debatte über Sandra und Jörg. Im Internet.

Im echten Leben stellt sich bei einem Anruf heraus: Sandra selbst ist ganz erstaunt über diese Prominenz, die ihr Aufruf erlangt hat. „Das wusste ich nicht“, sagt sie, und: „Ich bin gar nicht bei Facebook.“ Tatsächlich habe es nur zwei mal Antworten auf die Plakate gegeben. Es waren anzügliche Angebote von Männern. Kein Zeichen von Jörg.

Liest man den Text auf dem Plakat, dann war das Gespräch von Sandra und Jörg am Silvesterabend im Béi Chéz Heinz nicht sonderlich tiefgründig, sondern typischer Smalltalk. „Du hast eine Mütze getragen, warst der Fahrer, bist Pädagogischer Mitarbeiter und nicht ganz zufrieden mit der Wahl deines Vornamens“, schrieb Sandra. Was die 39-Jährige aber so faszinierte an Jörg: „Es fühlte sich alles so natürlich an mit ihm - ich fühlte mich so unangemacht.“ Beim Abschied sei es ihr daher schlicht zu plump erschienen, ihn nach der Telefonnummer zu fragen. „Am nächsten Tag habe ich gedacht: Wie doof!“ Dann hat sie angefangen, Plakate aufzuhängen. Auch Ostern und zum 1. Mai bei den Konzerten auf dem Faust-Gelände.

Heimlich hat Sandra beobachtet, ob die Passanten über das Plakat reden. Das war nicht so. „Jetzt“, sagt Sandra am Ende des Gesprächs: „Jetzt weiß ich, dass die Leute sich woanders ausgiebig darüber ausgetauscht haben.“

Falls Jörg doch noch Kontakt sucht: Wir haben Sandras Telefonnummer.

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