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Aus der Stadt Gesundheitsamt rechnet fest mit H1N1-Fällen
Hannover Aus der Stadt Gesundheitsamt rechnet fest mit H1N1-Fällen
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08:12 28.04.2009
Archivbild Quelle: afp
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Vermutlich werde jedoch schon in den nächsten Tagen der erste Fall im Raum Hannover auftreten. Ein Verdacht auf eine Infektion mit dem H1N1-Virus konnte am Freitagabend bereits ausgeräumt werden. Ein junger Mann, der kurz zuvor von einer Reise nach Mexiko wiedergekommen war, hatte in der Sprechstunde des Kassenärztlichen Dienstes über Atembeschwerden geklagt. Ein Test ergab jedoch, dass es sich bei ihm nur um eine gewöhnliche Erkältung handelte.

Sollte Hannover von einer Grippewelle erfasst werden, will das Gesundheitsamt einschneidende Maßnahmen ergreifen. „Wir können etwa die Schulen schließen“, sagte Behrends. Die Schüler sollten dann zu Hause bleiben und sich nicht in der Stadt herumtreiben. „Dadurch würde sich die Ansteckungsgefahr wieder erhöhen.“

Schon jetzt hat die Behörde auf die Pandemiewarnung reagiert: Sie lässt sich vom Flughafen sogenannte Aussteigerkarten zuschicken, auf denen Namen und Adressen von Fluggästen verzeichnet sind, die aus Mexiko über Frankfurt oder München nach Hannover geflogen sind. „Solche potenziellen Überträger werden von uns direkt angesprochen“, sagte Behrends. Von Gesichtskontrollen bei der Ankunft hält er nichts. „Niemand kann einem anderen ansehen, ob er Fieber hat.“

Eine Telefonauskunft zur Information über den Erreger möchte die Behörde noch nicht einrichten. „Das ist zu früh“, sagte Behrends. Die ersten Infektionsfälle würden vermutlich erst in der kommenden Woche auftreten. Grippemedikamente, wie die auch gegen das Schweinegrippevirus wirksamen Präparate Oseltamivir und Zanamivir, seien in den Kliniken der Region ausreichend vorhanden. Für die Großveranstaltungen am Wochenende, etwa den Marathon am Sonntag, 3. Mai, sieht das Gesundheitsamt noch keine Gefahr. „Den Lauf werden wir nicht absagen“, sagt Behrends.

Noch scheinen die Hannoveraner gelassen zu bleiben. Mehrere niedergelassene Hausärzte erklärten am Montag, dass Tests auf Grippeviren oder Schutzimpfungen kaum nachgefragt wurden. „Noch ist es erstaunlich ruhig“, sagt Andreas Wiese-Weinberg, Hausarzt in Kleefeld. Das gilt auch für die Apotheken. „Es sind eher allgemeine Auskünfte, die wir zu der Grippe gegeben haben“, berichtet etwa Wilfried Pohl, Inhaber der Apotheke in der Lister Passage. Einige Kunden hätten sich nach einem Mundschutz erkundigt.

Die Schweinebauern in der Region bleiben ebenfalls entspannt – und warnen vor übertriebener Panik. „Dadurch werden die Verbraucher nur verunsichert“, sagt Ernst-A. Wolkenhauer, der in Langenhagen 80 Schweine hält. Auch Carl-Jürgen Lehrke, Schweinemäster von bis zu 320 Tieren in Sehnde, sieht „keine besondere Gefahr“ und hofft, dass die Menschen nicht auf den Verzehr von Schweinefleisch verzichten. In den Supermärkten sah es nach Auskunft mehrerer Betreiber gestern jedenfalls noch nicht danach aus.

von Andreas Schinkel, Annika Falke und Stefanie Kaune

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