Bisher, so sagen die Juristen der Behörde, sei der Nachweis nicht glaubhaft erbracht, dass die Spender der Exponate vor ihrem Tod eingewilligt hätten, dass ihre Körperteile in einer Ausstellung präsentiert werden. Jetzt läuft den Ausstellern die Zeit davon, denn schon am Sonnabend, 7. November, sollte die Leichenschau auf dem Expo-Gelände eröffnen. "Wenn der Nachweis erbracht wird, dann kann auch die Genehmigung erteilt werden ", sagt ein Behördensprecher. Die Veranstalter wollen sich Rechtsbeistand holen.
von Andreas Schinkel
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Kommentare
Plastinate Karli – 07.11.09
Du solltest Dich erst einmal erkundigen, wie sich unser Herr Oberbürgermeister schreibt!!!goooolgetter Benno – 06.11.09
Dumm ist wer Weil wählt?Die Ausstellung ist von der Region untersagt worden, und der Regionspräsident heisst Jagau und nicht Weil.
Also wer ist dumm, lieber goooolgetter? Du anscheinend....
Da ist aber jemand wichtig... Ur-Hannoveraner – 06.11.09
Tja, da haben wir es wieder. Eine wirklich interessante Ausstellung kommt nach Hannover und es gibt wieder Jemanden, der sich einfach nur wichtig tun will. "Diese Ausstellung darf stattfinden, wenn ich sage!" Das klingt, mit Verlaub, nach Jemanden, der offensichtlich Langeweile hat. Und bevor er seine Berechtigung verliert, muss er sich melden und Eindruck schinden. Man kennt diese Leute ja. Sie sind Ihr Leben lang Erste-Reihe-Sitzer. Und während der Rest der Bevölkerung auch mal fünfe gerade lassen sein kann, müssen Sie ihrem inneren Drang nachgehen und anderen Bewohnern dieser Stadt die Chance vermasseln, sich weiterzubilden.Ich finde es einfach nur schade, dass Energien meines Erachtens an falscher Stelle verwendet werden. In dieser Stadt gibt es weitaus größere Probleme als eine Plastinat-Ausstellung... Und ich sehe eine solche Ausstellung nicht als eklig, sondern als bildungsfördernd. Mich interessiert, wie der menschliche Körper funktioniert. Wen es nicht interessiert, der muss sich die Show nicht ansehen. Wir leben in einer Demokratie, wir können also alle frei wählen...
plastinate madenuzza – 06.11.09
also, wer das nicht mag, sich ekelt oder wen's nicht interessiert, kann und darf ja weg bleiben. gerne.aber wer das sehen möchte, sollte auch in hannover die gelegenheit nutzen können. was erlauben sich der ob und andere moralwächter hier eigentlich? ich finde diese bevormundung unerträglich. gesundheitsamt, keime, ... ich lach mich schlapp. demnächst auch noch gefahr von ausbreitung von schweinegrippeviren?
sozialistischer meinungstotalitarismus ist das in meinen augen. viva la liberta`!
... ... – 06.11.09
@doc: Alles was nicht verboten ist, ist Erlaubt. In diesem System leben wir - mit diesem System leben wir.Alles was nicht erlaubt ist, ist verboten. So hätten Sie es gern.
Haben Sie nicht Interesse dem Mitgliederschwund der Kirche entgegenzutreten?
@eife: Gesetzten Fall die Töchter, Mütter, Söhne und wer nicht alles der Aussteller sind mit Ihrer Ausstellung einverstanden... und die jetzt ausgestellten Personen sind mit Ihrer Ausstellung auch einverstanden (@doc: Wir leben im Land der Unschuldsvermutung, zumindest auf dem Papier. Daher gehe ich mal davon aus dass mit dem Einverständnis alles seine Richtigkeit hat.)... Wo, eife, wo ist der Unterschied? Also zwischen dem Ausstellen der eigenen Verwandten der Aussteller und irgendwelcher x-belibiger Personen? Versteh ich nicht. Mein Tip: auch dem Mitgliederschwund einer Kirche entgegentreten.
Mütter und Söhne eife – 06.11.09
Sobald mir der Veranstalter bestätigt, dass er die Leiche seiner Tochter und die sterblichen Überreste seiner Eltern ausstellt, gucke ich mir diesen Unsinn an. Ansonsten halte ich diese "Show" für eine unappetitliche Potenz der Zurschaustellung von Moorleichen und Mumien in staatlichen Kulturinstitutionen. Kotz!ausstellung verärgerter bürger! – 06.11.09
wirklich schlimm, dass sich eine staatliche behörde dazu bemüßigt fühlt hier einzugreifen und damit dem bürger die fähigkeit zur freien entscheidung aberkennt. das kann es doch wirklich nicht sein - wo leben wir denn?richtige Entscheidung! Doc – 06.11.09
Wenn ein Mensch nach seinem Tod ausgestellt werden möchte, ist das in Ordnung.Ihn aber gegen seinen Willen auszustellen wäre unethisch und falsch.
Also muss bis zum Beweis des Gegenteils diese Ausstellung unterbleiben.
Ein gegenteiliges Handeln würde die juristische Grauzone nur noch weiter unnötig Ausdehnen.
Körperwelten gooolgetter61 – 06.11.09
Wie sagte Forrest Gump;" Dumm ist der, der dummes tut" Ich sage"Dumm ist der, der Weil wählt..."Plastinationsausstellung verboten - wo bleibt die Entscheidungsfreiheit für den mündigen Bürger Alois Boos – 06.11.09
Ich verstehe das Verbot nicht. Diese Ausstellung ist in ähnlicher Zusammenstellung schon mehrere Male an verschiedenen Orten in Deutschland gezeigt worden. Jeder mündige Bürger soll für sich selbst entscheiden können, ob er die Plastinate sehen will oder nicht!Man mag darüber diskutieren, ob alle Exponate wirklich der Aufklärung und Wissensvermittlung dienen. Ein gewisses Mass an Showeffekten/Sensationsgeheische ist sicher dabei - in Zürich z. B. zwei Darstellungen von Plastinaten beim Geschlechtsverkehr. Diese sind aber entsprechend separiert und für Jugendliche und Kinder nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten zugänglich.
Ich selbst bin bereits vor vielen Jahren in Köln und vor wenigen Tagen in Zürich in der Ausstellung gewesen und war jeweils fasziniert von den Exponaten. Allerdings bin ich sicher nicht der typische Besucher: Ich bin Hochschullehrer für Veterinäranatomie - früher an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, heute an der Universität Zürich.
Sollte die Ausstellung in Hannover endgültig verboten werden - was schade für potentielle Besucher und für vergleichend-anatomische Studien der Studenten der Tiermedizin und die Veterinäranatomen in Hannover wäre - können sich ja die Interessierten nach Zürich begeben. Dort ist die Ausstellung noch bis Ende Februar unter dem Titel "Körperwelten" geöffnet.
Provinziell tacom – 06.11.09
Okay, der Titel auf dem Plakat mag provokant erscheinen... aber, es kann doch jeder selbst entscheiden, ob man die Ausstellung besucht oder nicht. So ein "Verbot" ist echt kleinbürgerlicher Provinzmist! Wirklich peinlich!... Fisch – 06.11.09
Sollte der Veranstalter die Anweisungen ignorieren und quasi "schwarz" die Exponate irgendwo ausstellen, gehe ich auf jeden Fall hin. Dann ist es eben nicht legal. Na und? Die Zeiten, in denen die Bürger blinden Gehorsam zeigen mussten, sind lange vorbei.Aufgaben vor Genehmigung Region – 06.11.09
Irgendeine Begründung mußte ja gefunden werden, um die Veranstaltung zu verhindern. Weil und seine Konsorten haben sich mit dem Gesundheitsamt eine feinsinnige Aufgabe ausgedacht, die kaum in der kurzen Zeit zu bewältigen ist.Wenn es dem Herrn Oberbürgermeister nicht gefällt, werden zukünftig Behörden vorgeschickt um 1 Std. vor Beginn unlösbare Denksportaufgaben zu stellen.
Wenn der Bürgermeister genau so konsequent bei der Bereinigung des Steintorviertel vorgehen würde.
Dort können Hells Angels u.ä. Veranstaltungen jeder Art ohne Befürchtung von Nichtgenehmigungen abhalten.
Auch mein Votum
Weil muß weg
UN-Rechtsstaat, Rechtsstaat der UN DEW – 06.11.09
Leute - Ihr versteht es nicht! Auf dem Expo-Gelände darf es halt nur "Tote Hose" geben! Leerstand ist schick!Der Staat muss uns doch schützen, vor Terroristen, der Schweinegrippe und, und...
Was ist denn das für ... Chris – 06.11.09
... eine schwachsinnige Entscheidung. Total kleinlich und nicht vertretbar.Ich habe Körperwelten in Hamburg besucht und fand die Ausstellung nicht schlimm. Hannover ist und bleibt provinziell.
Ausserdem sollte sich auch die Kirche mal schön zurückhalten. War da nicht mal was mit Auslagern von eigenen Diensten in der Pflege und weiterlaufen lassen unter anderen Namen, aber die Angestellten zu schlechteren Bedingungen arbeiten lassen?
Verstanden paulchen – 06.11.09
@JensVIch hab das schon verstanden, ich wollte nur die Absurdität der Begründung des Gesundheitsamtes mal deutlich machen, denn eine Tatwaffe / Kriegswaffe mit der Menschen getötet wurden ist vom Grundsatz nach meiner Meinung genau so zu sehen wie eine plastinierte Leiche. Man hat es in beiden Fällen mit dem Tod zu tun. Nur bei den Waffen wurden die Opfer nicht vorher gefragt.
Provinziell und peinlich da – 06.11.09
Mehr kann ich dazu nicht sagen!In New York gibt es eine Dauerausstellung und hier will die Stadt sie mit allen Mitteln verbieten und gar Paintball aus der Stadt raushalten!
Provinziell und peinlich!
und wieder.. h-mensch – 06.11.09
und wieder bekräftige ich meine Forderung: WEIL MUSS WEG!!!Taliban Andreas – 06.11.09
Ich kann dem nur zustimmen: Wir erleben immer mehr, dass sich einzelne anmaßen ihren Geschmack oder ihren Moralansatz für alle gültig zu erklären. Ich nenne das eine fortschreitende Talibanisierung unserer Gesellschaft. Wo bleibt die Toleranz auch mal Dinge zuzulassen, die einem selbst nicht gefallen. Wir (die Gesellschaft) müssen diesen Entwicklungen unbedingt entgegenwirken, sonst sehe ich ernste Gefahren für unseren freiheitlichen Rechtsstaat.Gesundheitsbehörde verweigert ... Torsten Wichmann – 06.11.09
Wo leben wir denn?Es zeigt sich hier wieder einmal, das die Nazizeit nicht zu Ende ist -oder warum wird mir als mündigem Bürger eine Ausstellung vorenthalten über die ich selbst entscheiden will was ich davon halte! Solche Provinz-Juristen haben in einer heutigen Verwaltung nichts zu suchen - Heute Ausstellungen morgen Kunstmaler weil sie entartet sind - das hatten wir schon mal!
Wohl den Hintergrund nicht verstanden jens v – 06.11.09
paulchen verkennt mit seinen vermeintlich witzigen Beispielen eine wichtige Tatsache: Für die meisten Menschen sind die Plastinate keine Dinge (wie die Waffen), sondern Leichen. Das ist die ethische Dimension, in der hier zu diskutieren ist.Allerdings werden die meisten Besucher der "Körperwelten" mir auch zustimmen, dass diese Ausstellungen keinen voyeuristischen Zweck verfolgen, sondern jedem Menschen bislang unmögliche Einblicke in den menschlichen Körper ermöglichen. Dies hilft zu verstehen, wie unser Körper funktioniert und was für ein Wunderwerk der Natur er ist. Somit begrüße ich grundsätzlich die Ausstellung von Plastinaten.
Andere Juristen... Dr. jur. Hans Olg – 06.11.09
Scheinbar sind andere Juristen in anderen Kommunen nicht so schlau wie die hiesigen...;-) Ich lache mich gleich weg...
Die kommen scheinbar gleich nach dem Chef des hiesigen Gesundheitsamtes, der die Schulleiter maßregelt obwohl das Kultusministerium andere Anweisungen erlässt.
Posse paulchen – 06.11.09
Achtung:Das Polizeimuseum wird geschlossen weil dort Tatwaffen ohne Einwilligung der Täter gezeigt werden.
Außerdem darf das Schloss Marienburg nicht mehr besichtigt werden da dort Kriegswaffen ohne Einwilligung der Opfer gezeigt werden