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Gewinne bei Hannovers Parkhäusern brechen ein

„Deutlicher Rückgang“ Gewinne bei Hannovers Parkhäusern brechen ein

Immer weniger Autofahrer nutzen die Parkhäuser und Tiefgaragen des städtischen Betreibers Union-Boden in der Innenstadt. Das hat zu einem drastischen Einbruch bei den Gewinnen aus dem Parkhausgeschäft geführt.

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Immer weniger Autofahrer nutzen die Parkhäuser und Tiefgaragen in der Innenstadt.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Den Zahlen zufolge, die der HAZ vorliegen, hat Union-Boden im vergangenen Jahr bei den Parkhäusern lediglich einen Überschuss von rund 420.000 Euro erzielt. Im Jahr 2009 dagegen hatte der Betrag noch bei mehr als einer Million Euro gelegen. Und im Jahr 2008 hatte die Stadt-Tochter mit den Parkgebühren sogar einen Überschuss von 1,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Geschäftsführer Walter Richter spricht auf Nachfrage von einem „deutlichen Rückgang im gesamten Bereich“. Das betreffe aber nicht nur die Parkhäuser der städtischen Gesellschaft, sondern beispielsweise auch die Tiefgarage von Kaufhof in der Schillerstraße. Besonders schlecht ist die Situation für Union-Boden im Parkhaus Andreaestraße, das seit dem Juli 2009 für 15 Jahre gepachtet ist. Dort wurde das vergangene Jahr mit einem Minus von fast 250.000 Euro abgeschlossen.

Als Grund gilt das nur wenige Meter entfernte Parkhaus der Ernst-August-Galerie. Die im Oktober 2008 eröffneten Parketagen haben mit ihren 1200 Stellplätzen zu einer deutlichen Erhöhung des Parkangebots in der Innenstadt geführt. Es liege günstig und sei vom Hauptbahnhof gut zu erreichen, sagt Richter, zumal das Linksabbiegen von der Kurt-Schumacher-Straße in die Parkhäuser Andreaestraße und Mehlstraße nicht möglich ist. „Außerdem sind die Deutschen Schnäppchenjäger“, sagt Richter. In der Ernst-August-Galerie kostet die erste Parkstunde 50 Cent, in Andreae- und Mehlstraße hingegen 1,50 Euro. Experten verweisen zudem auf die „exzellente Parksituation“ in dem Einkaufszentrum. Die Räume seien sehr hell und die Parkplätze deutlich breiter als in den Parkgaragen von Union-Boden. Einen weiteren Grund für die schwindenen Gewinne beim Parkhausgeschäft sieht Richters allerdings auch in der Verkehrspolitik und dem Verhalten der Menschen. „Von der Politik ist der Umstieg der Menschen von Autos auf Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel gewünscht – und das machen die auch“, sagt der Geschäftsführer.

Stadt will Flächen verknappen: In der Innenstadt gibt es nach Angaben der Verwaltung rund 9500 Stellplätze in Parkhäusern, Tiefgaragen und auf sogenannten Sammelstellplätzen wie etwa dem Köbelinger Markt. Etwa 5500 Parkplätze gibt es in der City am Straßenrand. „Das Stellplatzangebot in Parkhäusern ist in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet worden“, heißt es im Verkehrsentwicklungsplan. Die Auslastung einzelner Parkhäuser in der Innenstadt sei relativ gering und rückläufig. Laut Verkehrsentwicklungsplan ist deshalb daran gedacht, am Klagesmarkt, am Marstall und am Köbelinger Markt weniger Parkplätze anzubieten, um dadurch die Parkhäuser stärker auszulasten.

Kritiker bieten Zuschuss an: Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler, beklagt die Verkehrspolitik von Stadt und Region in den vergangenen Jahren. Die Entscheidungen gingen zulasten des Individualverkehrs. Prenzler bietet an, dass die City-Gemeinschaft sich etwa an den Kosten der ersten Parkhausstunde beteiligen könnte.

Das kosten Hannovers Parkhäuser

Das mit Abstand preiswerteste Parkhaus ist – gemessen am Tarif der ersten Stunde – mit 50 Cent das in der Ernst-August-Galerie. Dazu kommt in dem mit 1200 Plätzen größten Parkhaus der Innenstadt ein besonderer Komfort mit außergewöhnlich großen Parkbuchten und einer hellen Umgebung. Am teuersten ist die erste Parkstunde in Hannover mit jeweils zwei Euro in der Tiefgarage Opernplatz und im Parkhaus Lützowstraße am Steintor. Die erste Stunde im Parkhaus unter dem Hotel Maritim am Friedrichswall kostet 1,70 Euro. Sehr beliebt zum Einkaufen ist die Tiefgarage unter dem Kaufhof, die von der Schillerstraße aus zu erreichen ist. Dort kostet die erste Stunde einen Euro, es stehen aber nur 200 Plätze zur Verfügung. Relativ preiswert ist die erste Stunde mit einem Euro auch in den Union-Boden-Häusern in der Schmiedestraße, in der Windmühlenstraße und in der Osterstraße. Im Parkhaus Mehlstraße und dem neu gebauten Parkhaus in der nahen Andreaestraße, die beide mit der Ernst-August-Galerie konkurrieren, kostet die erste Stunde dagegen 1,50 Euro.

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