Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Gewinne bei Hannovers Parkhäusern brechen ein
Hannover Aus der Stadt Gewinne bei Hannovers Parkhäusern brechen ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 16.08.2011
Von Mathias Klein
Immer weniger Autofahrer nutzen die Parkhäuser und Tiefgaragen in der Innenstadt. Quelle: Rainer Surrey
Anzeige
Hannover

Den Zahlen zufolge, die der HAZ vorliegen, hat Union-Boden im vergangenen Jahr bei den Parkhäusern lediglich einen Überschuss von rund 420.000 Euro erzielt. Im Jahr 2009 dagegen hatte der Betrag noch bei mehr als einer Million Euro gelegen. Und im Jahr 2008 hatte die Stadt-Tochter mit den Parkgebühren sogar einen Überschuss von 1,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Geschäftsführer Walter Richter spricht auf Nachfrage von einem „deutlichen Rückgang im gesamten Bereich“. Das betreffe aber nicht nur die Parkhäuser der städtischen Gesellschaft, sondern beispielsweise auch die Tiefgarage von Kaufhof in der Schillerstraße. Besonders schlecht ist die Situation für Union-Boden im Parkhaus Andreaestraße, das seit dem Juli 2009 für 15 Jahre gepachtet ist. Dort wurde das vergangene Jahr mit einem Minus von fast 250.000 Euro abgeschlossen.

Als Grund gilt das nur wenige Meter entfernte Parkhaus der Ernst-August-Galerie. Die im Oktober 2008 eröffneten Parketagen haben mit ihren 1200 Stellplätzen zu einer deutlichen Erhöhung des Parkangebots in der Innenstadt geführt. Es liege günstig und sei vom Hauptbahnhof gut zu erreichen, sagt Richter, zumal das Linksabbiegen von der Kurt-Schumacher-Straße in die Parkhäuser Andreaestraße und Mehlstraße nicht möglich ist. „Außerdem sind die Deutschen Schnäppchenjäger“, sagt Richter. In der Ernst-August-Galerie kostet die erste Parkstunde 50 Cent, in Andreae- und Mehlstraße hingegen 1,50 Euro. Experten verweisen zudem auf die „exzellente Parksituation“ in dem Einkaufszentrum. Die Räume seien sehr hell und die Parkplätze deutlich breiter als in den Parkgaragen von Union-Boden. Einen weiteren Grund für die schwindenen Gewinne beim Parkhausgeschäft sieht Richters allerdings auch in der Verkehrspolitik und dem Verhalten der Menschen. „Von der Politik ist der Umstieg der Menschen von Autos auf Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel gewünscht – und das machen die auch“, sagt der Geschäftsführer.

Stadt will Flächen verknappen: In der Innenstadt gibt es nach Angaben der Verwaltung rund 9500 Stellplätze in Parkhäusern, Tiefgaragen und auf sogenannten Sammelstellplätzen wie etwa dem Köbelinger Markt. Etwa 5500 Parkplätze gibt es in der City am Straßenrand. „Das Stellplatzangebot in Parkhäusern ist in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet worden“, heißt es im Verkehrsentwicklungsplan. Die Auslastung einzelner Parkhäuser in der Innenstadt sei relativ gering und rückläufig. Laut Verkehrsentwicklungsplan ist deshalb daran gedacht, am Klagesmarkt, am Marstall und am Köbelinger Markt weniger Parkplätze anzubieten, um dadurch die Parkhäuser stärker auszulasten.

Kritiker bieten Zuschuss an: Der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler, beklagt die Verkehrspolitik von Stadt und Region in den vergangenen Jahren. Die Entscheidungen gingen zulasten des Individualverkehrs. Prenzler bietet an, dass die City-Gemeinschaft sich etwa an den Kosten der ersten Parkhausstunde beteiligen könnte.

Das kosten Hannovers Parkhäuser

Das mit Abstand preiswerteste Parkhaus ist – gemessen am Tarif der ersten Stunde – mit 50 Cent das in der Ernst-August-Galerie. Dazu kommt in dem mit 1200 Plätzen größten Parkhaus der Innenstadt ein besonderer Komfort mit außergewöhnlich großen Parkbuchten und einer hellen Umgebung. Am teuersten ist die erste Parkstunde in Hannover mit jeweils zwei Euro in der Tiefgarage Opernplatz und im Parkhaus Lützowstraße am Steintor. Die erste Stunde im Parkhaus unter dem Hotel Maritim am Friedrichswall kostet 1,70 Euro. Sehr beliebt zum Einkaufen ist die Tiefgarage unter dem Kaufhof, die von der Schillerstraße aus zu erreichen ist. Dort kostet die erste Stunde einen Euro, es stehen aber nur 200 Plätze zur Verfügung. Relativ preiswert ist die erste Stunde mit einem Euro auch in den Union-Boden-Häusern in der Schmiedestraße, in der Windmühlenstraße und in der Osterstraße. Im Parkhaus Mehlstraße und dem neu gebauten Parkhaus in der nahen Andreaestraße, die beide mit der Ernst-August-Galerie konkurrieren, kostet die erste Stunde dagegen 1,50 Euro.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Hannoversche Volksbank will ec-Kartenfälschern das Handwerk legen. Nachdem jüngst 320 Kunden Opfer einer Skimming-Attacke wurden, will die Volksbank Geldautomaten nun schärfer kontrollieren.

16.08.2011

Wahlforscher beobachten schon lange, dass die großen Parteien an Bindungskraft verlieren. Bei Hannovers SPD lässt sich das Phänomen jetzt ganz plastisch sogar am Straßenrand beobachten. Überall in der Stadt, besonders in Zentrumsnähe, lösen sich Wahlplakate der Genossen von den Pappaufstellern ab, die Kraft des Kleisters hält offenbar dem wochenlangen Regenwetter nicht stand.

Conrad von Meding 15.08.2011
Aus der Stadt „Höhepunkt des Sanierungsprogramms“ - Hannovers 63-Millionen-Euro-Schule in Mühlenberg

Die wohl größte Schule Niedersachsens wird nach nicht einmal 40 Jahren abgerissen und neu gebaut. Am Freitag hat Oberbürgermeister Stephan Weil die Ergebnisse der Planung für die neue Integrierte Gesamtschule Mühlenberg vorgestellt. 63 Millionen Euro soll das Projekt inzwischen kosten – Weil sprach am Montag abwechselnd vom „Höhepunkt des Schulsanierungsprogramms“ und von „der schwierigsten Aufgabe“.

Bärbel Hilbig 15.08.2011
Anzeige