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Gibt es bald freies Internet in der City?

Gespräche mit Netzbetreibern Gibt es bald freies Internet in der City?

In Hannovers Innenstadt sowie Stadtbahnen und -stationen könnte es bald einen kostenlosen Internetzugang geben. Sowohl die City-Kaufleute als auch die Üstra sind derzeit mit Netzbetreibern im Gespräch.

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Shoppen, Kaffee trinken und unbegrenzt im Internet surfen: In vielen Städten gibt es bereits freies WLAN – auch Hannover will das Thema jetzt angehen.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. In der Ratspolitik wächst zudem der Druck auf die Stadtverwaltung: „Es kann nicht sein, dass so etwas in Ländern wie Irland bereits funktioniert, aber bei uns nicht möglich ist“, sagt der junge SPD-Ratsherr Lars Kelich. Zumindest in Stadtbahnen müsse ein drahtloser Internetzugang eingerichtet werden können. Die City-Kaufleute ergreifen jetzt die Initiative. „Wir verhandeln mit einem lokalen Netzbetreiber“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Ziel sei es, in etlichen Geschäften der Innenstadt ein kostenloses WLAN für Kunden einzurichten. Wer dann ein Geschäft betritt, dem meldet das Smartphone einen freien Netzzugang. „Ich hoffe, dass wir im Herbst so weit sind“, sagt Prenzler.

Zudem gibt es Überlegungen, den WLAN-losen Zustand in den Stadtbahnen und Stationen zu beenden: „Wir führen Gespräche“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Details könne er jedoch nicht nennen. Bisher hatte die Üstra damit argumentiert, dass die Verweildauer in den Bahnen und Stationen viel zu kurz sei, deshalb lohne sich das Internetangebot gar nicht. Zudem waren die Kosten pro Jahr auf eine Million Euro taxiert worden.

Die Forderung der Ratspolitik lautet nun: Die Stadtverwaltung muss aufgeweckter an das Thema herangehen. „Die freie Teilhabe an Kommunikation ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagt Kelich. Sein Kollege von der CDU, Felix Blaschzyk, ist ähnlicher Ansicht. „Hannover ist auf dem besten Wege, das Thema zu verschlafen“, sagt er. Während Städte wie Berlin und Augsburg nach Möglichkeiten suchen, WLAN für ihre Bürger einzurichten, laufe Hannover der Entwicklung hinterher. „Eigentlich müsste Hannover als internationale Messestadt die Speerspitze der Bewegung bilden“, sagt Blaschzyk.

Wer haftet bei Missbrauch des Datennetzes?

Bisher argumentierte die Stadt, dass es zu viele rechtliche Probleme verursache, wenn die öffentliche Hand WLAN anbietet. Die Stadt könne nämlich für einen Missbrauch des Datennetzes haftbar gemacht werden, etwa wenn Musik und Filme illegal heruntergeladen werden. Doch diese Regelung ändert sich jetzt.

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Ausbau von freien Internetzugängen in Städten erleichtern soll. Anbieter von WLAN-Netzen sollen künftig nicht mehr für die Taten ihrer Kunden haftbar gemacht werden. Voraussetzung sind „angemessene Sicherheitsmaßnahmen“, heißt es. Internetnutzer sollen sich durch einen Klick einverstanden erklären, keine Rechtsverletzungen zu begehen, wenn sie im Netz surfen. Diesen Haftungsübertrag verwenden bereits viele Anbieter in Cafés und Hotels. Im Herbst soll der Entwurf im Bundestag beraten werden.

Die Stadt Hannover „beobachte“ diese Entwicklungen, teilt die Verwaltung auf Nachfrage der HAZ mit. Schon jetzt befinde man sich in Gesprächen mit Netzanbietern und der City-Gemeinschaft. „Orte mit kostenlosem Internetzugang wären in Hannover wünschenswert“, sagt Prenzler. Klar sei aber auch, dass über die gesamte City keine WLAN-Glocke gestülpt werden könne. Das sei technisch nicht machbar.

FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke hält ein umfangreiches WLAN-Angebot der Stadt Hannover für zu teuer. „Das würde Millionensummen kosten“, sagt er. Schon die Einrichtung des WLAN im Rathaus habe einen sechsstelligen Betrag verschlungen. „Besser ist es, wenn private Firmen freien Netzzugang ermöglichen“, sagt er. Hierbei könne die Stadt helfen.

Von Andreas Schinkel und Mathias Klein

WLAN-Welle erreicht deutsche Großstädte

Öffentliches Gratis-WLAN ist schon längst keine Zukunftsvision mehr. Weltweit bieten etliche Großstädte ihren Bürgern bereits einen kosten- und drahtlosen Zugang ins Internet an. Die Innenstädte von Paris, London, Mailand oder Barcelona sind längst frei vernetzt - in Helsinki sogar die ganze Stadt.

Freies WLAN-Surfen ist in der Moskauer Metro ebenso wie in niederländischen Bussen und Bahnen selbstverständlich. Deutschland zieht nur allmählich nach. Als erste deutsche Großstadt hatte das badische Pforzheim 2013 im gesamten Innenstadtbereich ein öffentliches WLAN eingerichtet.

In Düsseldorf startete vorgestern „WLAN für alle - und kostenlos“, Gelsenkirchen ist bereits im Juni zur „Smartcity“ geworden. Hamburg will spätestens 2016 nachziehen, und auch Berlin hat jüngst den Auftrag für ein solches Projekt vergeben.

cli

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