Hannover. Den Kreationen von Ute Schellbach sieht man an, dass die Berliner Modedesignerin ein Faible für die zwanziger Jahre hat. Ihre Stirnbänder sind aus Samt und Filz, sie sind mit Blumen aus Satin und Federn geschmückt, und sie bringen garantiert etwas Glamour in den Alltag der Trägerin. Obendrein wärmen die auffälligen, handgefertigten Stücke, die für 90 Euro zu haben sind, auch noch. Wer noch mehr Mut hat, greift zum Hut – und zahlt dafür bis zu 200 Euro.
Zu den Stirnbändern passen die Kleider von Frieda von Wild, die nur ein paar Schritte weiter in der „Lebensart“-Halle 19 ihren Stand hat. Sie bietet unter anderem ein Kleid an, das wie geschaffen für ein winterliches Abendessen der etwas feineren Art ist: Es ist aus Merino, Mohair und einem Anteil an Kunstfaser gestrickt und wärmt nicht nur, sondern ist auch so dehnbar, dass selbst nach dem dritten Gang nichts einengt. Eine Rüsche aus goldfarbenem Lurex an der unteren Kante gibt ihm zudem einen Hauch von Luxus. Das edle Stück kostet 429 Euro. Wer nicht so viel ausgeben möchte, dem seien die „Seelenwärmer“ der Berliner Designerin empfohlen: Die Strickstücke, die Schultern und Taille wärmen, kosten 75 Euro.
Kalte Hände sind ein Problem im Winter – bei Frauen, die häufiger ihre Handschuhe verlieren. Wer zum Beispiel ans Handy geht und den Handschuh dafür auszieht, ist immer gefährdet, ihn liegen zu lassen. Die Hamburger Designerin Gila Kouatli hat für solche Fälle eine Lösung: Sie hat den guten, alten Muff „entstaubt“ und neu aufgelegt. Aus bestickten Satinstoffen und Plüsch näht sie attraktive Muffs, die man sich mit einer Kordel um den Hals hängt. Sie kosten 30 Euro. Dazu passen die Handstulpen für 25 Euro und die Schals für 45 Euro.
Aus Schurwolle, Seide und Kaschmir sind auch die Wickelröcke von Gitte Gurrath. Sie sehen nur auf den ersten Blick etwas konservativ aus. Aber es lohnt sich, einen zweiten Blick auf die schönen Stücke zu werfen: Während sie auf der einen Seite Karostoff oder auch französische „Toile de Jouy“-Muster haben, offenbaren sie auf der anderen Seite einen anderen Anblick. Meist verbergen sich dort feurig rote Seiden- oder pinkfarbene Satinstoffe. Getragen werden können die Röcke praktischerweise von beiden Seiten. Geschlossen werden sie mit einem Bindeband, das sich an einer Seite zu einer dekorativen Schleife absetzen lässt. Kostenpunkt für einen Rock mit Zweifachverwendung: 149 bis 249 Euro.
Dass Gurrath mit Karin Zeisberger vom Stand nebenan befreundet ist, ist nicht zu übersehen. Die Hutmacherin aus Waldfenster hat Kopfbedeckungen aus den gleichen Stoffen geschaffen, aus denen die Röcke ihrer Freundin gefertigt sind. Zeisbergers Stücke sind im Wortsinn ein wenig verwickelt: Ein Stoffschlauch wird zweimal um den Kopf gewunden und dann so festgesteckt, dass sich eine sehenswerte Kreation ergibt. Für 45 Euro ist diese Extravaganz zu haben. Die passenden Hüte sind teurer, sie kosten bis zu 200 Euro.
Die Infa läuft noch bis Sonntag, 30. Oktober, auf dem Messegelände. Geöffnet ist von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 9 Euro). Schüler und Jugendliche von 7 bis 18 Jahren zahlen 5 Euro, Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt.
Heike Schmidt
HAZ.de Anmeldung
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