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Aus der Stadt Anfang 2018: Kommunen bekommen schnelles Internet
Hannover Aus der Stadt Anfang 2018: Kommunen bekommen schnelles Internet
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00:18 26.11.2017
Regionspräident Hauke Jagau (Mitte) betrachtet ein Glasfaserkabel, beobachtet von Torsten Voigts (links) und Michael Krüger. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

 In zahlreichen Gemeinden der Region Hannover gibt es noch immer das, was gerne „weiße Flecken“ genannt wird. Es sind Gegenden, die bisher auf ein schnelles Internet verzichten müssen, weil die technische Voraussetzung fehlte: Glasfaserkabel in Wohn- und Gewerbegebieten. Um diese Lücken zu schließen, unterzeichnete Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) mit Telekom und Northern Access Verträge, die die Versorgungslage in Burgwedel, Gehrden, Isernhagen, Langenhagen, Lehrte, Pattensen, Ronnenberg, Sehnde, Springe, Neustadt, Uetze, Wedemark und Wennigsen verbessern sollen. Davon profitieren insgesamt 5300 Haushalte und 290 Unternehmen. „Es ist der nächste wichtige Schritt, um Datenlücken in der Region zu schließen“, sagte Jagau am Donnerstag. Schnelle Bandbreiten seien Voraussetzung für Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit. 

Damit sind Ende 2018 nach Auskunft der Regionsverwaltung 99,6 Prozent aller 248.000 Adressen der Umlandkommunen mit einem Anschluss ausgestattet, der eine Download-Geschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde ermöglicht.  

Die neuen Anschlüsse sollen Ende nächsten Jahres fertig sein und Verbindungen bis zu 100 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Diesen Wert erreicht jedoch längst nicht jeder Kunde, Michael Krüger von der Telekom schätzte, dass etwa 60 Prozent der neuen Anschlüsse diese Geschwindigkeit schaffen. Dass es mancherorts langsamer sei, liege an technischen Bedingungen, grundsätzlich gelte, dass die Leistungsfähigkeit einer Verbindung sinke, je länger die Leitung zum Ziel sei.  

Die Telekom wird den Großteil ihrer Glasfasertrassen zu Verteilerstationen legen, etwa 100 Anschlüsse gehen direkt ins Haus. Northern Access, ein recht junges Unternehmen aus Liebenau bei Nienburg, wird auch rund 700 VDSL-Leitungen verlegen. „Zukunftssicher“, meinte für das Unternehmen Torsten Voigts. Haushalte sind nicht verpflichtet, etwa Internetdienste bei einem der beiden Unternehmen zu kaufen. Wer bisher bei einem Konkurrenten bestellt, kann dies weiterhin tun. 

Für die neuen Verbindungen sind einige Tiefbauarbeiten nötig. 131 Kilometer Glasfaserkabel werden verlegt, dafür müssen 89 Kilometer Straße aufgerissen und 73 neue Verteilerstationen aufgestellt werden. Beide Unternehmen investieren zusammen 9,5 Millionen Euro, wovon Niedersachsen, Bund und Region zusammen 3,4 Millionen Euro übernehmen, um die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen. Im Beihilferecht ist vorgeschrieben, dass die Region Breitbandausbau nur dort planen darf, wo Telekommunikationsfirmen Geschwindigkeiten von weniger als 30 Megabit anbieten und von sich aus keinen Ausbau vorgesehen hätten, weil es sich nicht lohnen würde.  Telekom und Northern Access haben den Auftrag nach einer europaweiten Ausschreibung bekommen.

In der Landeshauptstadt Hannover sind laut Region mindestens 95 Prozent aller Adressen mit einem Anschluss versorgt, der 30 oder mehr Megabit pro Sekunde liefert. 

Breitbandausbau

Das Wort Breitbandausbau steht dafür, Anschlüsse mit einem möglichst schnellen Internet zu versehen. Dafür sind Glasfaserkabel eine Voraussetzung. Exakt beschrieben ist nicht, was unter diesem Ausbau zu verstehen ist. Auch eine bestimmte Geschwindigkeit in der Versorgung ist mit dem Wort nicht verbunden, sagt Lennart Heise vom Fachbereich Wirtschaftsförderung der Region Hannover: „Was man darunter versteht, ändert sich mit der technischen Entwicklung.“ Heute sei damit meist ein Tempo von mindestens 30 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen von Daten aus dem Internet gemeint. gum

Von Gunnar Menkens

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