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Golden Retriever beißt Mischling tot

Prozess am Amtsgericht Golden Retriever beißt Mischling tot

Prozess um den Tod eines Hundes am Amtsgericht Hannover: Die Halter eines Mischlings fordern die Erstattung der Arztkosten, nach dem das Tier von einem anderen Hund totgebissen worden war.

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Gelegentlich trat Gismo mit Halstuch auf – jetzt ist er tot.

Quelle: privat

Hannover. Es war ein Tumult mit dramatischem Ende: Fünf Hundehalter mussten mit ansehen, wie sich der Golden Retriever Dino den kleinen Mischling Gismo schnappte. Ob der Retriever mit dem weißen Fell den schwarzen Wuschel im Ricklinger Holz zu Tode schüttelte oder ob sein unnachgiebiger Biss ausreichte, die Bauchdecke des Malteser-Shih-Tzu-Mix aufzureißen und seine inneren Organe nachhaltig zu verletzen, ist ungeklärt. Das traurige Resultat aber steht fest: Am Abend des 8. April 2016 war Gismo tot. Auch eine Not-OP konnte ihn nicht retten.

Hälfte der Kosten muss erstattet werden

In dieser Woche trafen sich die Hundebesitzer im Amtsgericht Hannover wieder. Der Halter von Gismo hatte die Besitzerin von Dino verklagt, wollte die Klinikrechnung von 1533 Euro erstattet bekommen. Nach der Befragung aller Zeugen ließ Zivilrichter Reinhard Wiehe keinen Zweifel, wie sein Anfang November anstehendes Urteil ausfallen wird: Die Rentnerin und ehemalige Geschäftsfrau, der Dino gehört, muss die Hälfte der Kosten tragen. Auf dem Rest bleibt das Oberricklinger Ehepaar sitzen, das seinen Liebling verloren hat.

Beißattacke nicht vorhersehbar

Der Richter sprach davon, dass sich in Ricklingen eine „allgemeine Tiergefahr“ verwirklicht habe, für die beide Seiten haften müssten: „An diesem Tag haben sich zwei Hunde getroffen, die einfach nicht zusammenpassten.“ Dass der zweijährige Golden Retriever aggressiver war als der acht Jahre alte Mischling, könne man ihm nicht vorwerfen. Und auch seine Besitzerin treffe keine Schuld, habe sie die Beißattacke doch nicht vorhersehen können.

Retriever Dino sollte sozialverträglich sein

Wie die Rentnerin aussagte, hatte sie Dino erst einen Monat vor der unheilvollen Begegnung aus Rumänien erworben, vermittelt über eine Tierschutzorganisation. Der „sehr agile“ Retriever sei ihr als sozialverträglich angedient worden, habe aber „noch nicht hundertprozentig gehorcht“. An jenem Nachmittag stießen die ältere Dame und ein sie begleitender Freund auf eine Gruppe von Spaziergängern, die ihre drei kleinen Hunde ausführte. Keins der Tiere war angeleint. Völlig unterschiedlich äußerten sich die Beteiligten, ob der Mischling den größeren Hund zunächst anbellte oder ob sich Dino gleich auf Gismo stürzte und in den winselnden Mischling verbiss. Die Rentnerin schlug mit der Leine auf ihr Tier ein, versuchte den Retriever wegzureißen, wurde dabei von Gismo in den Arm gebissen. Doch erst als ihr Begleiter Dino mit dem Halsband würgte, ließ dieser von seinem Opfer ab.

Dino biss erneut zu

Nach der Verhandlung zeigten sich die Besitzer von Gismo enttäuscht. Immerhin habe Dino am 17. April schon wieder einen anderen Hund gebissen. Dass sie wegen der unkontrollierten Aggressivität des Retrievers den Tod eines „Familienmitglieds“ beklagen und nun auch noch 765 Euro Arztkosten tragen müssten, widerstrebe ihrem Rechtsempfinden.

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