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Googles Street View: So legen Sie Widerspruch ein


Googles Street View bereitet auch bei den Hannoveranern Unbehagen: Die Bürger haben Angst vor Einbrecherbanden. Widerspruch kann bei Google per Post bis zum 21. September eingelegt werden. Hier finden Sie das Formular zum Herunterladen.
Ein Blick in eine Straße in Paris: Hier kann sich der Internetnutzer bereits mithilfe von Google Street View durch die Straßen klicken – für Deutschland soll das auch bald möglich sein.

Ein Blick in eine Straße in Paris: Hier kann sich der Internetnutzer bereits mithilfe von Google Street View durch die Straßen klicken – für Deutschland soll das auch bald möglich sein.

© dpa

Für Peter Düe aus Misburg ist es eine prinzipielle Frage. „Hier wird ohne zu fragen über mich etwas geregelt, auf das ich keinen Einfluss habe“, sagt der Rentner. Daher hat Düe schon vor geraumer Zeit Widerspruch dagegen eingelegt, dass sein Haus demnächst in Googles Street View zu sehen sein wird. „Ich habe ein sehr großes Unbehagen, dass sich da Dinge aus geschäftlichen Interessen entwickeln, die man noch gar nicht kennt.“

Düe wundert sich allerdings über den Umgang des Unternehmens mit den Einsprüchen. Laut Antwortschreiben aus der Hamburger Firmenzentrale soll er Google jetzt bei der Identifizierung des Gebäudes und des Grundstücks helfen. Eine konkrete Nachfrage hat er aber noch nicht erhalten. Düe will jetzt über die Internetseite erneut Einspruch einlegen, um sicher zu sein, dass seine Hausfassade nicht im Internet zu sehen sein wird. Ab der

kommenden Woche will Google eine entsprechende Funktion im Internet zur Verfügung stellen. Nach Angaben von Google und vom Bundesverbraucherministerium reicht der schriftliche Widerspruch aber aus.

Google stellte am Mittwoch klar, dass per Brief eingereichte Anträge wie versprochen umgesetzt werden, bevor die entsprechenden Abbildungen in Street View verfügbar gemacht werden. Seitens des Antragsstellers seien keine weiteren Maßnahmen nötig, meinte eine Sprecherin. „Bürger, die uns per E-Mail geschrieben haben, erhalten eine Nachricht mit der Bitte, ihren Einspruch über das Internet zu melden.“ Weiterhin sei es möglich, dass Eigentümer und Mieter Anträge per Brief senden. Anwohner aus den 20 Städten, die Google noch in diesem Jahr ins Internet stellen will – darunter auch Hannover – müssen nach Angaben der Sprecherin den Antrag bis zum 21. September abgesandt haben (Datum des Poststempels). Nur die bis zu diesem Termin eingereichten Anträge könnten vor dem Start von Street View auch umgesetzt werden.

Der Musterwiderspruch zum Herunterladen

Das von vielen gewünschte anonymisierte Einspruchsverfahren lehnt Google bisher ab, um Missbrauch zu verhindern. Die Einrichtung einer unabhängigen staatlichen Stelle, die die Einsprüche anonymisiert an Google weiterleitet, scheiterte bisher offenbar auch aus personellen Gründen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar, der die Verhandlungen mit Google geführt hat, stieß auf staatlicher Seite auf Ablehnung. „Die Kommunen haben früh signalisiert, dass sie nicht noch zusätzliche Verwaltungsaufgaben übernehmen können“, sagt er. Auch die Landesdatenschützer seien als Sammelstelle für Widersprüche diskutiert, letztlich aber wegen Personalmangels verworfen worden.

Bei den Datenschutzbeauftragten melden sich immer mehr besorgte Bürger, die Bedenken haben, Einbrecher könnten virtuell durch die Straßen fahren und mögliche Ziele anhand gepflegter Hausgärten, schöner Fassaden oder teurer Autos vor der Tür auskundschaften. Bedenken, die die Vorsitzende des Landespräventionsrats, Sigrid Maier-Knapp-Herbst, teilt. „Aus dem Aussehen eines Hauses kann man Rückschlüsse daraus ziehen, wie ein Mensch lebt“, sagt sie. „Wie gut ist der Vorgarten gepflegt, in welcher Gegend befindet sich das Haus, was für ein Auto steht vor der Tür“, daraus könne man auf die Vermögenswerte schließen, meint sie. „Ob das dann mit der Realität übereinstimmt, ist eine ganz andere Frage.“ Maier-Knapp-Herbst rät jedenfalls dazu, Widerspruch einzulegen. „Aber eigentlich ist das verkehrte Welt“, sagt sie. Denn es müsse so sein, dass Google vor einer Veröffentlichung des Hauses den Eigentümer fragen müsse.

Der Verein Haus- und Grundeigentum unterstützt seine Mitglieder, wenn sie gegen die Veröffentlichung in Street View Einspruch einlegen wollen, berichtet der Vorsitzende Rainer Beckmann. „Mitgliedern, die sich in ihrer Intimsphäre gestört fühlen, rate ich dazu“, sagt er. Beckmann meint aber, dass es auch viele Haus- und Grundbesitzer gebe, die sich an der Veröffentlichung ihrer Häuser und Vorgärten nicht stören würden.

Beckmann selbst ist von Street View ganz begeistert. Seine 13-jährige Tochter hat dieses Jahr zweieinhalb Wochen Sprachferien in England verbracht. „Da konnten wir vorher mit ihr durch den Ort spazierengehen“, meint er. Interessant sei es auch gewesen, das Haus der Gastfamilie zu sehen. „Ein schönes Einfamilienhaus in einer schönen Wohngegend“, berichtet er. Für einen Vater sei das beruhigend.

Mathias Klein und Dirk Schmaler

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  • Streetview Stefan – 17.08.10
    Nützlicher wäre es, diesen Dienst für das Auffinden von Terroristen zu nutzen. Also, Fahrten durch Terror - und Ausbildungscamps. Stattdessen wird "diesen" durch die perfekt dargestellten Straßen, die Möglichkeit gegeben, den richtigen Unterschlupf mit Fluchtmöglichkeit gleich Online zu zeigen. Von Einbrecherbanden auss dem Osten ganz zu schweigen...
  • google streetview Peter – 16.08.10
    Es stellt sich für mich die Frage der Genehmigung dieses Vorgehens. Bei welcher Stelle hat Google den Antrag gestellt?
    Mich werinnert dieses alles an den Film < the big brother is watching you > aus Anfang 1960. Wir hielten diesen Film damals für eine fiktive Idee. Leider hat sich vieles daraus heute schon bewahrheitet. Z.B. die Überwachung durch Kameras in den Städten wie in London.
    Wenn jem,and diesen Film auftreiben kann, bitte ich um Meldung. Danke
  • Warum die Aufregung bei Google? Multimap und Bing haben längst Hausansichten! Leser08/15 – 14.08.10
    An alle, die sich auf Google einschießen, einschließlich der HAZ: Schaut doch mal bei Multimap und Bing nach. Dort wird längst die "Vogelperspektive" angeboten, bei der die Häuserfronten ebenso sichtbar sind. Zwar nicht aus der Straßenperspektive, aber so groß ist der Unterschied nicht. Die Kritik also auf Google zu konzentrieren macht keinen Sinn. Es muss dringend und schnell (!) eine allgemeine Regelung her!
  • Hangovers Skyline sachmal – 12.08.10
    Streeview? her damit... So können alle CeBit und HMI Besucher vorher schon mal sehen, wie häßlich unsere Stadt ist. Wunderbare Rundumsicht am ZOB, am Steintor, in Hainholz oder meinetwegen auch in der List. Die paar Promi Villen in Waldheim, Kleefeld oder in der Nähe der Uni werden andere Städte erblassen lassen vor Neid. p.s. Maschmeiers Villa auf Mallorca, in der Wulf seinen Urlaub verbringt, um sich von der Wahl in der Bundesversammlung zu erholen, ist ja auch schon längstens drin im Netz. Go on Hangover
  • @knutzibär Frerk Schenker/HAZ.de – 12.08.10
    Hallo Knutzibär,

    hier werden keine Links "zensiert". Wir löschen Links, weil in unseren Nutzungsbedingungen steht, dass Links eben nicht gepostet werden dürfen. So einfach ist das.

    Frerk Schenker/HAZ.de
  • Zensur??? Knutzibär – 12.08.10
    Warum "zensiert" die HAZ hier einfach die URL weg? Bitte nochmal posten! Die interessante Webseite interessiert mich auch!
  • View of Street Consuela – 12.08.10
    Google macht mit dem zurschaustellen unserer Körper, Gegegenstände, Häuser, Wohnung etc. sehr viel Geld. Die müssen uns, den Darstellern auch etwas Geld abgeben ! ..und einen großen Teil, den Leuten spenden, die wegen Naturkatastrophen und Seuchen vom Tode bedroht sind. Überlegen SIE gut!!!!
  • Datenschutz zyto – 12.08.10
    @bra

    Das Streetview anscheinend nur in Deutschland auf die Gegenwehr von sogenannten Datenschutzexperten trifft, ist schon seltsam. In UK, Frankreich, Dänemark, Schweden usw. sieht man es anscheinend lockerer. Natürlich sind Facebook, Google und Konsorten Datenkraken, aber es bleibt ja jedem selbst überlassen dort Informationen preis zu geben. Da Personen und Kennzeichen in Streetview von vorn herein unkenntlich gemacht werden ist hier die Privatsphäre gewahrt. Das fotografieren von Häuserfassaden sehe ich unproblematisch, oder gibt es dort was zu verbergen? Lächerlich die ganze Diskussion.....
  • Schtriet Fju Augenwell – 12.08.10
    Street view ist eben nicht, wie hier in einem Kommentar geschrieben,mit einem Touristenfoto gleichzusetzen.
    Hier wird gezielt ausspioniert, zur schaugestellt, gespitzelt .
    Der Rechtsstaat muß genau prüfen dürfen, welche Menschenrechte evtl. verletzt werden. Entstehende Kosten sollten von Google durch Gebühren,welche vom Staat erhoben wieder,wieder hereingeholt werden.
    Falls Google Geld mit Street view verdient, und das ist wohl der Fall, sollten die Bürger, bzw. Hausbesitzer am Umsatz beteiligt werden. Das ist wohl das Mindeste, was man verlangen kann !!!!!
  • @ zyto BRA – 12.08.10
    Sommerlochgelaber dürfte das kaum sein, dafür ist das Thema schon zu lange in der Diskussion und wird im Übrigen von Datenschutzexperten recht eindeutig gesehen. Aber unsere Mitmenschen sind ja auch sonst bei der Nutzung des Internets so richtig schön naiv, obwohl hinlänglich gewarnt wird, sich in den sozialen Netzwerken allzu ungeniert zu outen, bei Youtube jeden Mist einzustellen und seine Daten überall zu posten. Nun gut, wer nicht hören will, soll's von mir aus machen und wird sich vielleicht irgendwann wundern. Aber den Einspruch bei Streetview kann ich dennoch nur dringend empfehlen. Das ist keine Paranoia, sondern Vorsorge.
  • zyto – 12.08.10
    @bra

    Nö, her mit Streetview. Alles ein Sommerlochgelaber das ganze....
  • @Commander tesa – 12.08.10
    Klingt ja wie Werbung.
    Eigentlich schade für potentielle Einbrecher,könnnen die nun ja keinen Goldrausch bekommen. Aber im Ernst, Cash ist denen doch noch lieber.
  • @ zyto BRA – 12.08.10
    Falsch, nur weils niemand bemerkt hat, wird's doch nicht besser. Also nicht her mit Streetview sondern weg mit sightwalk.
  • Gibts schon... zyto – 12.08.10
    Mal aufrufen: sightwalk.de
    Sieht ja aus wie Streetview....Hmmmm, da gabs ja gar keinen Protest zu???
    In diesem Sinne, her mit Streetview!
  • @ Einbrecherbanden ... nicht mit dem Commander – 12.08.10
    Tja, ihr seid leider zu spät! Alles schon weg! Briefgold hat mir 473 € gezahlt und ich war überrascht, wie schnell das ging!
  • Nutze ich selbst... BRA – 12.08.10
    Das ist doch gerade das Problem: Ich war auch schon bei Street View und war fasziniert. Ich fühle mich auch irgendwie besser, wenn hier und da eine Kamera suggeriert, dass ich mich sicher fühlen kann. Und ich finde es praktisch, wenn hier und da meine Daten schon bekannt sind und ich nicht jedes Mal aufs Neue alles angeben muss. Aber dennoch kann ich vom Kopf her verstehen, dass hier in allen Fällen wichtige Bausteine entstehen, die in ihrer Verknüpfung zu einem Szenario führen, das entweder in Gänze oder in Teilbereichen zu einem Problem für jeden von uns werden kann. Die vermeintliche Unkenntlichmachung von Fotos und Kennzeichen z.B. funktioniert überhaupt nicht. Wenn ich auf so einem Bild mein neues grün-lila gestreiftes T-shirt anhabe und vor dem Haus meiner Geliebten aus meinem SUV mit den Chromschwellern aussteige, sind trotz Balken über Auge und Kennzeichen genug Informationen da, um einen Strick draus zu drehen. Deswegen sollte jeder bei Google intervenieren, damit das Medium Street View möglichst unbrauchbar. Auch ohne Paranoia sollten wir alles daran setzen, alle Big Brother-Visionen zu verhindern.
  • Mein Haus, mein Auto, meine Strasse yxz – 12.08.10
    .
    Ich selbst nutze manchmal Google Street View, um in Erinnerungen zu schwelgen, um in fernen Ländern und Urlaubsregionen bildlich durch Strassen zu wandern, durch die ich persönlich gegangen bin und die ich heute aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aufsuchen kann.
    Warum muss in Deutschland eigentlich alles Neue erst einmal schlecht gemacht werden, warum kann man sich nicht einfach an neuen Techniken erfreuen und einmal etwas Neues positiv betrachten.
    Wenn ich ein Ganove wäre, würde ich mir jedenfalls gezielt die Häuser ansehen, die geschwärzt sind, weil die Leute offensichtlich wohl etwas zu verbergen haben.
  • Typisch Deutsch, typisch Hannover... RS – 12.08.10
    Sinnfreies Gewese!
    Mein Beritt ist schon seit Jahren in streetview (Haus, Auto, Arbeitgeber...) und verlässlicher Statistiken zufolge ist hierzulande (UK) die Einbruchsrate sogar erdrutschartig gesunken. Ob's da wohl nen Zusammenhang gibt?
    Aber habe mal ein paar Jahre in Hannover gewohnt und kann mir nur allzu lebhaft vorstellen, wer da von meinen damaligen Kollegen/Bekannten das Widerspruchsformular auf die Post trägt (ca. 85%).
  • Falschmeldung Leser – 12.08.10
    Die Information, dass es sich bei der Abbildung eines Hauses mit Adresse nicht um Personendaten nach BDSG handelt, ist falsch! ( §3 BDSG (1) Personenbezogene Daten sind Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person(...). Trotzdem ist Street View vollkommen legal!!! (LG Köln 28-O-57809).
  • unglaublich Leser – 12.08.10
    Wo waren denn die "Datenschützer", als es um Satellitenaufnahmen wie Bing oder Google Earth ging? Dort kann man wirklich hinter die Fassaden schauen. Aber das ist ja offensichtlich egal.

    Also ich finde Street View klasse. Davon abgesehen, ist es eine völlig legale Angelegenheit und der einzulegende Widerspruch ist ein freiwilliges Entgegenkommen von Google, als vertrauensbildende Maßnahme.

    Ich empfehle übrigens die Lektüre des Urteils 28-O-57809 vom Landgericht Köln, das sich mit dieser Materie auseinandersetzt.
  • Gibts es schon... zyto – 12.08.10
    Wer sich die Mühe macht, sich mal umzuschauen, wird unter sightwalk.de das finden, was Streetview gerne machen würde. Das ganze Gewese um Privatsphere ist also scheinheilig. Passt aber prima ins Sommerloch!
  • Unüberlegt MP – 12.08.10
    Demnächst kann sich ein zukünftiger Arbeitgeber also nicht nur meine Party-Bilder auf Facebook ansehen (die ihn nichts angehen) er kann auch sehen, ob ich meine Fenster geputzt, mein Haus gestrichen oder meinen Vorgarten aufgeräumt hatte, als Google da gefilmt hat (was ihn auch nicht zu interessieren hat).
    Na, Herzlichen Glückwunsch! Das ganze wäre ja eine lustige Idee, wenn es nicht so viele Leute geben würde, die dies für ihre zwielichtigen Zwecke missbrauchen können
  • Nicht informiert Andreas – 12.08.10
    Vielleicht sollte man diesen Typen, die hier von Überwachung oder Bespitzelung labern einfach mal sagen, dass es sich um statische Bilder handelt, die irgendwann aufgenommen wurden. Es gilt auch hier wieder einmal der Grundsatz, dass man die Fre.... halten sollte, wenn man keine Ahnung hat!
  • Verteidigen Sie unsere Bürgerrechte! G. Pflüger – 12.08.10
    Liebe Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland,

    Google Street View ist schlecht und wir müssen uns alle dagegen wehren. So sagen zumindest momentan alle.

    Ich nicht.

    Ganz im Gegenteil. Ich verwahre mich sogar dagegen und fordere Sie alle auf, ganz klar Partei *für* Google Street View zu ergreifen.

    Warum?

    Zunächst einmal verstehe ich den Aufriss nicht, der um abgebildete Personen gemacht wird. Ohne Einwilligung der fotografierten Leute sind nämlich - und das ist jetzt wörtlicher, schon lange geltender Gesetzestext - „Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen“ vollkommen legal - und das ist schon seit Jahrzehnten so geregelt. Wenn man von Google nun die Unkenntlichmachung dieser Personen verlangt, dann müsste man konsequenterweise von den Fernsehsendern dasselbe verlangen: Sämtliche zufällig aufgenommenen Gesichter im Publikum bei einem Fußballspiel, vorbeigehende Leute bei einer Aufnahme für eine Dokumentation in der Fußgängerzone, Besucher einer einer Wahlkampfveranstaltung etc. müssen sofort aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht werden!

    Na gut, das ist natürlich Unsinn. Und da die Unkenntlichmachung von Nummernschildern und Personen offenbar technisch problemlos möglich ist, soll Google das auch gerne machen. Muss ja nicht jeder wissen, dass Max Mustermann im Puff war. Das soll auch gar nicht unser Grund sein, Partei *für* Street View ergreifen zu müssen. Nein. Unser Grund ist dieser:

    Anscheinend ist landauf, landab vom üblichen Aktionismus-Politiker bis hin zum datenschützenden Hauptberufsbedenkenträger vielen Leuten einfach nicht klar, dass ein Verbot oder eine Einschränkung der Abbildung von Straßen- und Fassadenansichten durch ein US-Unternehmen gleichzeitig ein Verbot oder eine Einschränkung für die Bürger der Bundesrepublik Deutschland - mich! Sie! - nach sich zöge. Denn wir genießen hier in diesem Land gottlob das Recht der Panoramafreiheit (§59 UrhG). Die Panoramafreiheit erlaubt es uns, Gebäude von einem öffentlich zugänglichen Ort (der öffentliches wie privates Eigentum sein kann) zu fotografieren und zu filmen.

    Oder auch ein Gebäude zu *malen*.

    Schränken wir dieses Recht ein oder schaffen es gar ab, dann darf plötzlich nicht nur Google, sondern auch der japanische Tourist nicht mehr das Neue Rathaus fotografieren, ein Kunststudent den Kölner Dom nicht mehr malen, ein Rentner seinen Besuch des Brandenburger Tors nicht mehr mit Videokamera dokumentieren, und auch ein investigativer Journalist dürfte nicht mehr das KIK- (oder Google-, oder Scientology-, oder NPD-, oder ...) Gebäude ablichten.

    Eine gesetzliche Panoramafreiheit existiert in dieser oder ähnlicher Form in vielen Ländern der Welt. Länder, in denen dieses Recht hingegen explizit verwehrt wird, sind typischerweise autoritäre Regime, etwa seinerzeit sämtliche Staaten des ehemaligen Sowjet-Satellitenstaat-Gebildes, Tunesien, Ägypten, Saudi-Arabien und ähnliche.


    Liebe Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland:

    Panoramafreiheit ist Bürgerrecht.
    Verteidigen Sie es mit Klauen und Zähnen!


    Interessante Links dazu:
    [… Link von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen …]


    Beste Grüße,
    G. Pflüger
  • Bock oder Gärtner Beobachter – 12.08.10
    Unsere Politiker

    - schicken Swift Bankdaten in die USA

    - speichern beim telefonieren Standort, Uhrzeit und Nummer

    - wollen in meine Emails schauen

    - stellen überall Kameras auf

    - wollen den Pranger wieder einführen

    aber wenn ein privates Unternehmen Daten zugänglich
    macht an die sowieso jeder ran kommt, dann reden Sie auf einmal von Datenschutz.
  • Schtriet Fju little brother – 12.08.10
    George Orwells Visionen sind bald 100 % Wirklichkeit . Kontrolle, Spitzelei, Gängelei und Abzocke aller Orten.
    Ich decke mein Magic eye immer mit einem schwarzen Tuch ab, oder drehe es um. Sonst können die jederzeit in die Wohnung glotzen !!!!
    Macht es denen nicht so leicht !!!!
    P:S:...und passen Sie auf, die schlimmen Terroristen .
  • am schlimmsten ist, vs – 12.08.10
    das google jetzt ganz einfach adressen sammeln kann. Überall wird wohl unseriösen gewinnspielen gewarnt, da diese nur adressen sammeln wollen um diese an werbende zu verkaufen. Google braucht die ja nicht mal zu verkaufen. Die Haupteinnahmequelle von Google ist ja die Werbung. Und wenn man übers Internet wiederspricht, haben se gleich zum Namen und zur Adresse auch noch ne IP nummer....
  • Google Street View Manfred Schneider – 12.08.10
    Sehr richtig.
  • Bespitzeln, überwachen, gängeln, abzocken ben – 12.08.10
    street view fügt sich in das neue Deutschland-Bild ein:
    bespitzeln-ausforschen-gängeln und abzocken.
    Anscheinend finden viele junge Leute das auch noch gut.
    Weg mit diesem Google-Überwacher-Pack. Wenn diese Leute etwas fotografieren möchten, sollen sie die Hauseigentümer fragen, anstatt anders herum.
  • Googlespanner Haback – 11.08.10
    So einen ekligen Spitzelkram brauchen wir in Hannover nicht. Die sollen in die Tundra fahren und die Raben bespitzeln !!!!
  • TeleAtlas Hannoveraner – 11.08.10
    Noch eine Ergänzung:

    Google ist nicht der einzige Dienst, der mit Kamerawagen durch die Gegend fährt: TeleAtlas macht das auch:

    Vgl. http://bit.ly/aqls1v und http://bit.ly/Vqk6J
  • Es ist wie immer.... ... – 11.08.10
    was soll diese Panikmache? Arbeitserleichterung für Einbrecher?
    Bevor man Streetview verbietet, sollte man nicht kurzfristig ein Durchfahrtsverbot für nicht Anlieger machen, damit Diebesbanden nicht mit dem Fahrzeug, lohnende Wohngegenden ausspionieren können, bzw. ein absolutes Durchfahrts- und Durchgangsverbot für entsprechende Wohngegenden.
  • Ein Volk von Bedenkenträgern Hannoveraner – 11.08.10
    Ich habe nichts gegen den Google-Streetview-Dienst. Im Gegenteil: Für Touristen ist es durchaus praktisch, sich vorab ein Bild von der Umgebung zu verschaffen.

    Jetzt kommt die Politik daher und ich lese dabei ständig nur etwas von Widerspruch und Bedenken.

    Ich prophezeie es jetzt schon: D wird ein schwarzer Fleck auf der digitalen Landkarte!
  • Aufgabe der HAZ? Andreas – 11.08.10
    Wieso macht sich die HAZ eigentlich zum Handlanger der Streetview-Gegner und stellt die Formulare in einem Artikel (!) zum Download zur Verfügung? Meinung und Berichterstattung sollten doch wohl getrennt sein, oder? Mit Artikeln wie diesen verabschiedet sich die HAZ von der seriösen Berichterstattung!
  • Ist das jetzt so schlimm? prostreetview – 11.08.10
    Ich finde Streetview eine sehr interessante Sache. Und ich kann den ganzen Ärger nicht verstehen. Es ist doch nur das zu sehen, was jeder von der Straße aus sehen kann. Wenn jemand wissen will wo es sich lohnen könnte einzubrechen, braucht der kein Streetview, er könnte doch auch selber jederzeit durch die Entsprechenden Straßen fahren!?

    Mich würde auch mal eine Umfrage mit Alter interessieren. Ich selber bin 25 und könnte mir vorstellen, dass vor allem ältere Personen etwas dagegen haben. Ähnlich wie bei Sozialen Netzwerken, Online-Banking usw.
  • auto harry – 11.08.10
    ich bin vor dem wagen von google gefahren und hoffe ich bin zusehen ahbe auch gewunken!!
  • panikmache harry – 11.08.10
    ich verstehe nicht warun sich alle so aufregen!!! es ist doch sehr interessant wenn man sich mal die umgebung in anderen städten angucken kann. und man kann ja nicht in das haus rein gucken sondern sieht nur ein standbild von der hausfront. und als einbrecher kann ich mir auch die wohngegend so anschaun kann mir ja keiner verbieten. ich freue mich auf streetview.
  • typisch deutsch ... Frank – 11.08.10
    .... wir Deutschen haben immer Widerworte. Wir finden an allen tollen Sachen irgendwas rumzumäkeln.

    Ganz schlimm.

    Verdammt, nun mäkel ich an mir selber herum. Soweit bin ich schon gesunken.

    Schlimm.

    Gruß, Frank

    PS: Ich finde Google Street View klasse, ich hoffe, dass die Bilder bald online sind, denn mein Haus ist auch dabei und ich bin stolz drauf. Mein Auto ist nicht vor dem Haus zu sehen, weil ich hinter dem Streetview-Wagen hinterher gefahren bin :-)

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