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Aus der Stadt "Gott ist im Gespräch mit uns"
Hannover Aus der Stadt "Gott ist im Gespräch mit uns"
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00:15 29.12.2015
Die frühere Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Was lässt sich an Weihnachten in der Kirche noch Neues sagen? Immer wieder gibt es die Weihnachtsgeschichte, hier und da den gesellschaftspolitischen Umständen angepasst. Am zweiten Weihnachtsfeiertag in Hannovers Marktkirche stand indes der erste Hebräerbrief im Mittelpunkt, der nichts von Bethlehem, von Maria und Josef und dem Kind in der Krippe erzählt. Vielmehr geht es dort um das Ebenbild Gottes in Christus, der einst zu den Menschen gekommen war.

Die Predigt hielt die frühere Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein. Ihre Frage an den Text: Wie kann der Mensch beim jetzigen Zustand der Welt, bei den Schreckensbildern dieser Zeit, daraus Kraft schöpfen? Ihre Antwort: In dem man den Blick zunächst nicht nach unten, sondern nach oben, zu Gott richte. "Von Anfang an ist Gott im Gespräch mit uns", er habe nicht aufgehört mit uns zu reden, vielmehr spricht er mit und durch alle Ereignisse hindurch mit uns. "Gott begibt sich aus dem Modus der Worte in den Modus der Begegnung von Mensch zu Mensch". Und so bewahre er die Welt vor dem Abgrund, gibt Richtung und Ziel. Und dann sei man bereit für den Blick nach unten.

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Eindrücke vom Gottesdienst in der Marktkirche am zweiten Weihnachtsfeiertag in Hannover.

Das sind anspruchsvolle, fordernde Gedanken für diese Festtage - und auch in Anbetracht der Probleme, die dieser Tage politisch und gesellschaftlich in Deutschland, Europa und der Welt herrschen. Holze-Stäblein baut Vergleiche und Hinweise aus der Gegenwartskultur ein, sie verweist auf Jenny Erpenbecks diesjährig erschienenen Roman "Gehen, ging, gegangen" über afrikanische Flüchtlinge in Berlin, sie zieht Vergleiche mit der Lichtgestalt aus dem neuen "Star Wars"-Film (wer es bis hierhin ohne Spoiler geschafft hatte, wurde ausgerechnet in der Kirche informiert). Und sie beschreibt Bilder von Rembrandt und Tiepolo.

Begleitet wurde der Gottesdienst durch die Kantorei St. Georg, die gemeinsam mit dem Bach-Orchester und den Solisten Kerstin Dietl (Sopran), Petra Mauersberger (Alt) und Torsten Gödde (Bass) Passagen aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach spielten. Und das macht die gut besuchten Gottesdienste aus: Das musikalische Programm ist oft weiter gefasst, die Qualität sticht hervor, der Gottesdienst findet auch im Dienste an der Musik zu Gott statt. Zudem wird das kulturelle Wissen jüngerer Menschen angesprochen und die Schwierigkeiten des Glaubens werden thematisiert. Und dann, womöglich nur dann, wird die Kirche weiterhin gut besucht werden.

Zweifaches Fest für Pastorin Kreisel-Liebermann

Der dreizehnte Weihnachtsgottesdienst war es dieser Tage für Hanna Kreisel-Liebermann: Sie ist seit 2003 Pastorin der Marktkirche und feierte am zweiten Weihnachtsfeiertag ihren 60. Geburtstag. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es deshalb einen Geburtstagsempfang in der Kirche, an dem gut 80 bis 100 der Gottesdienstbesucher teilnahmen. Alix Dudel, Sängerin und Schauspielerin aus Hannover, begleitete den Empfang musikalisch. Zum Geburtstag gratulierten unter anderem Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann und Susanne Rode-Breymann, Präsidentin der Hochschule für Musik in Hannover. Für Kreisel-Liebermann sei das Besondere an ihrem Beruf, dass sie mit allen Altergruppen zu tun habe. "Und dass ich Menschen an den wichtigen Punkten in ihrem Leben begleiten darf", fährt sie fort. "Ich versuche, den Menschen in schweren Zeiten Trost zu spenden und für sie um Kraft zu bitten. Dieser Arbeitsplatz ist wunderbar."

Von Katharina Derlin

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