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„Garten der Sternenkinder“

Grabstätte für Embryonen in Langenhagen


Embryone und fehlgeborene sowie abgetriebene Kinder sollen künftig auf einem Friedhof in Langenhagen bestattet werden können. Nach dem Stöckener Friedhof richtet nun auch die evangelischen Elisabethkirche eine kostenlose Sammelgrabstätte ein.

Das ermögliche den Eltern, zu trauern und sich zu erinnern, teilte der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen am Freitag in Hannover mit.

Auf dem Friedhof der Elisabethkirche entsteht im Herbst der „Garten der Sternenkinder“, ein Grabfeld für Föten. Das Konzept dazu haben Steinbildhauer Uwe Spiekermann, Friedhofsgärtnerin Birgit Ehlers-Ascherfeld und Norbert Naethe mit anderen Mitstreitern, darunter die Paracelsusklinik und die Elisabethkirchengemeinde, entwickelt.

„Wir stellen immer wieder fest, dass Frauen – oft auch nach Jahren – um ihre verlorenen Kinder trauern“, sagt Pastorin Bettina Praßler-Kröncke. Naethe berichtet von Familien, die nach einer Fehlgeburt zu ihm oder ins Krankenhaus gehen und nach den Föten forschen. Aus ihrer Arbeit mit Hinterbliebenen kennen Spiekermann und Ehlers-Ascherfeld viele Mütter, die einen Platz zum Trauern suchen. Bislang vergeblich. Denn Föten mit einem Gewicht unter 500 Gramm sind nicht bestattungspflichtig, sie werden oft einfach entsorgt. Eine Situation, die viele Betroffene psychisch überfordere, sagt Naethe. Ärzte seien allerdings verpflichtet, die Eltern auf die Bestattungsmöglichkeiten hinzuweisen.

Die Langenhagener Initiative will im Herbst ein etwa 40 Quadratmeter großes Grabfeld als „Garten der Sternenkinder“ erstellen. Der Name lehnt sich an das Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry an. Für die Finanzierung schlossen sich die Initiatoren unter dem Dach der Wir-helfen-Stiftung zusammen.

Erst seit 2005 ermöglicht das niedersächsische Bestattungsgesetz die Beisetzung von Tot- und Fehlgeburten mit einem Gewicht unter 500 Gramm – sowie von abgetriebenen Föten. Zuvor galten diese als „nicht bestattungswürdig“, sagte Pastorin Praßler-Kröncke.

Antje Bismarck und Rüdiger Meise

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