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Er machte Hannover zum Königreich

Graf Ernst zu Münster Er machte Hannover zum Königreich

Beim Wiener Kongress 1814 stieg das Kurfürstentum Hannover zum Königreich auf. Entscheidenden Anteil daran hatte Graf Ernst Friedrich Herbert zu Münster, der vor genau 250 Jahren geboren wurde. Deshalb hat ihm die Leibniz Bibliothek gestern einen Festvortrag gewidmet.

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Torsten Riottke hält einen Vortrag mit dem Titel "Minister ohne Land" in der Leibniz-Bibliothek.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Graf zu Münster muss ein Mann von beeindruckender Gestalt gewesen sein. Einmal soll er nach Aufforderung durch den ungeduldigen britischen König Georg III. eine verschlossene Tür mit bloßen Händen aufgebrochen haben. Mit dieser Anekdote begann Historiker Torsten Riotte seine Ausführungen über den Mann, der am 1. März 1766 in Osnabrück geboren wurde. Darin beleuchtete Riottke die Zeit von 1804 bis 1812 - in der Napoleonischen Kriege. Etwa 100 Menschen hörten dem Experten dabei im neuen Vortragssaal der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zu.

Münster auf seine "imposante äußere Erscheinung" zu reduzieren, sei natürlich viel zu wenig, sagte Riotte. Er war vor allem ein bedeutender Staatsmann und Machtpolitiker im beginnenden 19. Jahrhundert - "gut vernetzt und strategisch denkend". Seinen größten Erfolg errang er beim Wiener Kongress 1914. Weil er die Fäden zog, als das Kurfürstentum Hannover zum Königreich aufstieg, nimmt er bis heute eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Stadt ein.

Bevor es dazu kam, musste Münster durch einen "deprimierenden Lernprozess" gehen, sagte Riottke. Ab 1804 war er als Geheimer Rat - eine Art Diplomat - aus Hannover in London am Hof des Königs tätig. Doch trotz seiner guten Kontakte zum König war sein Einfluss zunächst begrenzt. "Seine Zimmer am Hof waren zu klein, um als Hinterzimmer der Macht zu gelten", erklärte Riottke. Zudem litt Georg III. an einer Stoffwechselkrankheit, die ihn erblinden ließ und deutlich schwächte.

Das ließ Münster keine andere Wahl, als sich andere Verbündete zu suchen. Und er schaffte es, die Mächtigen in England davon zu überzeugen, mit einem großen Tross an Schiffen und Soldaten der Königlich Deutschen Legion in Norddeutschland gegen Napoleons Truppen zu kämpfen. Doch alle Militärschläge misslangen und brachten Münster zum Umdenken. Er erkannte, dass erst eine Neuordnung nach dem Ende der Ära Napoleons der Wendepunkt sein konnte. Und er nutzte seine Chance und sein diplomatisches Geschick beim Wiener Kongress.

Münster war aber nicht nur einer der mächtigsten Männer Deutschlands. Er hatte auch eine Vorliebe für Wissenschaft und Kultur. Seine prächtige Büchersammlung, es sind etwa 2200 Werke, steht seit 2015 in Hannover - eben in der Leibniz-Bibliothek. Darauf ist Direktorin Anne May sehr stolz: "Als Landesbibliothek fühlen wir uns der Sicherung der Bestände aus der Region bis heute verpflichtet", sagte sie.

Von Gerko Naumann

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