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Aus der Stadt Hannover sucht den Anschluss
Hannover Aus der Stadt Hannover sucht den Anschluss
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00:16 17.08.2015
Nutznießer unter freiem Himmel: Vor dem Apple Store an der Bahnhofstraße surfen Passanten im Gratis-WLAN. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Ein Praxistest zeigt, dass Hannovers City deutlich mehr drahtloses Internet gebrauchen könnte - was der Messestadt gut zu Gesicht stehen würde. Zwischen Marktplatz, Steintor und Hauptbahnhof ist die WLAN-Versorgung immer noch sehr lückenhaft. Selbst die beliebtesten Aufenthaltsorte in der Innenstadt sind nur teilweise mit Zugangspunkten ausgestattet. Und abseits davon sitzen Internetsurfer oft auf dem Trockenen.

Besonders dicht sind die WLAN-Netze von Telekom und Kabel Deutschland. Jede Telekom-Telefonsäule in der City ist mittlerweile auch ein Hotspot, der drahtlosen Zugang ins Netz erlaubt. Auch Kabel Deutschland hat zahlreiche Verteilerkästen mit leistungsfähigen WLAN-Routern verbaut. Beide Unternehmen kommen damit allein im City-Bereich jeweils auf weit über 20 Hotspots, die Nutzungszeit ist aber auf 30 beziehungsweise 60 Minuten beschränkt. Der regionale Netzbetreiber HTP hat in der Innenstadt insgesamt acht solcher Zugangspunkte, dort sind zwei Stunden Nutzung erlaubt - dort kann man sich danach auch gleich wieder einloggen.

Etliche kommerzielle Netzbetreiber wollen in erster Linie Geld verdienen. Daneben gibt es aber auch kostenlose Angebote, in denen sich jeder anmelden kann. Nach kurzer Bestätigung der Geschäftsbedingungen geht es los, weitere Daten muss man nicht hinterlegen. Der kostenfreie Becks-Hotspot, den Gastronomen an Osterstraße und am Raschplatz anbieten, ist eher eine Ausnahme. Dort muss man seine Handynummer hinterlegen.

WLAN-Hotspots in der City Quelle: haz

Die Hotspots decken allerdings immer nur einen begrenzten Bereich ab. Auf vielen Plätzen hängt es also davon ab, wo man sich mit seinem Smartphone oder Tablet gerade befindet. Besonders auf größeren Plätzen wie etwa an Ballhof, Steintor, Schillerdenkmal oder Hauptbahnhof gibt es nur teilweise WLAN-Abdeckung. Dabei sind gerade das die beliebten Aufenthaltsorte, wo man sich auch eine längere Surf-Dauer wünschen würde.

Das gleiche Problem gibt es auch in Straßencafés: Zwar bieten einige Gastronomen (etwa Bosselmann, McDonald’s, Burger King, Balzac oder Café Extrablatt) ihren Gästen ein eigenes WLAN, doch das verliert im Außenbereich schnell an Signalstärke. Das vermutlich beste Gratis-WLAN gibt es übrigens vor dem Apple-Store. Daher sitzen oder stehen vor dem Geschäft häufig zahlreiche Menschen, die mit ihrem Mobilgerät im Internet surfen. Vorbildlich sind auch die Bekleidungsgeschäfte Wormland/Blue House. Sie nehmen das vorweg, was die City-Händler demnächst flächendeckend anbieten wollen: kostenloses WLAN für Einkaufskunden.

Was ist was?

Hotspot: Ein drahtloser Zugriffspunkt für das Internet, der öffentlich oder privat sein kann. Öffentliche Hotspots werden auch als Open WLAN bezeichnet. Manche Anbieter verlangen eine Gebühr für den Zugang, andere bieten ihn kostenlos an.

Störerhaftung: Auch wer nicht selbst eine Urheberrechtsverletzung begangen hat, kann trotzdem wie ein Täter in Anspruch genommen werden – wenn er die Voraussetzungen für die Tat geschaffen hat. Das betrifft die Anbieter offener WLAN, die dann rechtlich als Störer gelten. Die Störerhaftung ist der Grund, warum es in Deutschland so wenige offene WLAN gibt. Der Bund arbeitet derzeit an einem neuen Gesetz, um diese rechtliche Grauzone besser zu regeln.

VPN: Eine VPN-Verbindung (Virtuelles Privates Netzwerk) stellt eine sichere Verbindung in einem unsicheren Netzwerk her. Um diesen Dienst zu nutzen, ist eine spezielle Software notwendig, die in der Regel kostenpflichtig ist. Das VPN-Programm Steganos Online Shield beispielsweise ist auch kostenlos nutzbar.

„Nur verschlüsselt ins WLAN“

Der LKA-Spezialist für Internetkriminalität, Hans-Joachim Henschel warnt vor dem leichtsinnigen Umgang mit öffentlichen WLAN-Netzwerken.

Wie sicher sind offene WLAN-Verbindungen für Benutzer?

Alles, was ich unverschlüsselt in einem offenen WLAN aufrufe, kann jemand mitlesen – teilweise sogar Passwörter. Bei der Anmeldung an einen Hotspot empfehle ich, einen VPN-Dienst zu verwenden. Dadurch wird der eigene Datenverkehr in der Regel verschlüsselt und kann nicht mitgelesen werden. Wer einen Internetzugang direkt über das Smartphone hat, sollte lieber den nutzen. Vor allem Netze, bei denen ich den Anbieter nicht kenne, sollte ich meiden.

Wie sensibel sind die auf einem Smartphone gespeicherten Daten?

Das Telefon ist wie ein Computer zu Hause. Man muss sich bewusst sein, was darauf alles gespeichert ist. Und man muss sich fragen: Will ich, dass diese Daten anderen in die Hände fallen? Gerade wenn der Zugang zum E-Mail-Konto auf dem Handy hinterlegt ist, können Diebe damit viel Schaden anrichten. Die Täter haben damit auch Zugriff auf andere Accounts, indem sie dort bei der Anmeldung einfach auf „Passwort vergessen“ klicken oder zugeschickte Zugangsdaten in den E-Mails finden.

Auch für die Anbieter sind offene Netzwerke nicht unproblematisch ...

Grundsätzlich ist derzeit jeder Anbieter eines offenen WLANs für das haftbar, was die Benutzer machen, die sogenannte Störerhaftung. Und die Abmahnindustrie ist sehr hart.

von Christian Link

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