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Aus der Stadt Jeder dritte Patient hat eine Grippe
Hannover Aus der Stadt Jeder dritte Patient hat eine Grippe
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00:16 05.03.2016
Von Susanna Bauch
Die Grippewelle hat auch Hannover fest im Griff. Quelle: dpa Symbolbild
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Hannover

Die Grippewelle 2016 hat auch Hannover erwischt. „Die Praxen sind proppenvoll, bei uns saßen die Patienten in den vergangenen Tagen im Wartezimmer auf dem Fußboden“, sagt Allgemeinmediziner Matthias Berndt, Vorsitzender des Hausärzteverbandes mit Praxis in der List. Seit rund zwei Wochen mache sich die Grippe in Hannover breit, „jeder dritte Patient mit grippeähnlichen Symptomen hat tatsächlich eine Influenza.“ Berndt rechnet damit, dass die Hochphase noch etwa zwei Wochen anhält. „Die Erfahrung zeigt, dass es aber dann nach einer Ruhephase noch einmal losgeht, so um Ostern herum also“, betont der Mediziner. Für Hochrisikopatienten sei eine Impfung daher immer noch ratsam.

2016: Ein durchschnittliches Grippejahr

Dass es in diesen Tagen mit der Grippewelle richtig losgeht, sei erwartbar gewesen, meint Matthias Berndt. „Lange Zeit war es recht warm, wenn dann die Temperaturen sinken, kommt es zu vielen Erkrankungen.“ Im vergangenen Jahr sei die Grippewelle eher schwach verlaufen, 2016 sei aber bislang eher ein durchschnittliches Grippejahr. Allerdings klagten viele Patienten über sehr starke Symptome, die sich zudem sehr hartnäckig halten. „Bis zu drei Wochen flach zu liegen, ist derzeit keine Seltenheit“, so Berndt.

Hannover liegt mit der akuten Grippewelle im bundesweiten Trend. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat in der vergangenen Woche erstmals mehr als 3000 bestätigte Influenza-Fälle innerhalb von sieben Tagen registriert. Der Verlauf sei bisher typisch, erklärte eine RKI-Sprecherin. Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen derzeit besonders den Osten und die Mitte Deutschlands. Zudem sind Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren betroffen. Ursache ist dem RKI zufolge die aktuelle Dominanz des erst seit 2009 zirkulierenden Virus A (H1N1). Es scheint auch bei jüngeren Erwachsenen und Menschen ohne chronische Vorerkrankung mehr schwere Krankheitsverläufe zu verursachen als das Virus, das im Vorjahr verbreitet war.

Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen

Influenza beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber, bevor Halsschmerzen oder Husten einsetzen. Die Viren verändern sich genetisch von Saison zu Saison. Mediziner Berndt rät, Symptome nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und vor allem, nicht zu früh wieder in den Alltag einzusteigen. „Wer sich überfordert oder zu früh Sport treibt riskiert eine Lungen- oder Herzmuskelentzündung.“

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