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Aus der Stadt Großaufgebot der Polizei bei Anti-Islam-Demo
Hannover Aus der Stadt Großaufgebot der Polizei bei Anti-Islam-Demo
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23:01 02.05.2016
Von Tobias Morchner
Die Polizei hatte den Georgsplatz abgesperrt. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Sie halten die Polizei seit nunmehr 16  Monaten in Atem – die rechtspopulistischen Demonstranten, die sich im Zwei-Wochen-Rhythmus in der Innenstadt versammeln und gegen eine angebliche Islamisierung Europas hetzen. Zum etwa 40. Mal versammelten sich Montagabend die Islamgegner, begleitet von einem Großaufgebot der Polizei, auf dem Georgsplatz. Die genaue Anzahl der bislang stattgefundenen Demonstrationen dieser Art lässt sich nicht mehr ermitteln. Zu oft haben die Organisatoren den Namen der Veranstaltung gewechselt. Doch egal ob unter dem Label Pegida, Hagida oder – seit Neuestem – Bürgerprotest Hannover: Die Stoßrichtung der Versammlungsteilnehmer ist in all den Monaten gleich geblieben, fischen sie doch weiter am äußersten rechten Rand nach Anhängern.

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Islamgegner stehen auf dem Georgsplatz.

Für die Zusammenkunft am Montagabend hatten sich die Veranstalter ein ehemaliges Mitglied der rechtsradikalen Partei NPD als Redner eingeladen. Alexander Kurth ist in der Szene kein Unbekannter. Er ist der Landesvorsitzende der rechtsgerichteten Partei Die Rechte in Sachsen und gilt als vorbestraft. So war er an dem gewalttätigen Überfall auf den Sänger der Popgruppe Die Prinzen, Sebastian Krumbiegel, beteiligt und wurde unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten zu zwei Haftstrafen verurteilt. Auf seiner öffentlich einsehbaren Facebook-Seite zeigt er Fotos von sich an der Seite des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt und der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.

Gleich zu Beginn seiner Rede auf dem Georgsplatz vor rund 70 Zuhörern, etwa die Hälfte davon aus dem Neonazi- und Hooligan-Spektrum, begrüßte Kurth am Montagabend die Vorfälle auf einer Mai-Kundgebung in Zwickau. Rechtsradikale hatten dort eine Rede von Bundesjustizminister Heiko Maas gestört. Die Polizei musste die Bühne schützen. Von den Demonstranten auf dem Georgsplatz erhielt Kurth für diese Bemerkung Beifall. Auf der gegenüber liegenden Seite des Platzes hatten sich rund 200 Gegendemonstranten versammelt. Sie waren zuvor vom Steintorplatz durch die Innenstadt zum Georgsplatz gezogen. Der sonst übliche sogenannte Abendspaziergang der Rechtspopulisten fiel dagegen aus. Insgesamt verliefen beide Veranstaltungen ruhig.

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