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Großaufgebot der Polizei sichert Zwangsräumung

Kötnerholzweg in Linden Großaufgebot der Polizei sichert Zwangsräumung

Nach zwei gescheiterten Versuchen ist am Dienstag eine Wohnung in Linden geräumt worden. Die Polizei war am Morgen mit einem Großaufgebot in den Kötnerholzweg ausgerückt. Rund 40 Demonstranten protestierten gegen die Zwangsräumung.

Kötnerholzweg, Linden 52.374037 9.705037
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Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Quelle: privat

Hannover. Mit ihrem Großaufgebot unterstützte die Polizei drei Gerichtsvollzieher, die die Wohnung am Kötnerholzweg am Dienstagmorgen räumen sollten. Eine Hundertschaft der Polizei sowie eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) waren im Einsatz. Nach Angaben der Polizei begann die Räumung gegen 6.45 Uhr, nachdem die Beamten zuvor mit dem betroffenen Mieter verhandelt hatten. Begleitet wurde die Räumung von einer Gegendemo mit mehreren Dutzend Teilnehmern. Der Protest verlief friedlich.

Holger Rosenmeyer, der Anwalt des Mieters, bezeichnete die Räumung als rechtswidrig, weil vorgeschriebene Fristen nicht eingehalten worden seien. Er stellte Strafanzeige gegen die drei Gerichtsvollzieher. "Vom Amt für Wohnungswesen ist niemand vor Ort, um meinem Mandanten eine Notunterkunft zuzuweisen", sagte Rosenmeyer. Sein Mandant stehe somit auf der Straße – "und das an seinem Geburtstag."

Die Polizei ist wegen einer geplanten Wohnungsräumung mit einem Großaufgebot in den Kötnerholzweg in Linden ausgerückt. 

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Der Hintergrund ist tragisch: Der ältere Mann hatte einen Mietvertrag für den ehemaligen Kiosk­raum abgeschlossen, in dem er lebte. Zwei Jahre lang überwies er stets die Miete. Dann stellte sich heraus, dass er auf eine Scheinfirma hereingefallen war und der Vertrag ungültig ist. Weil die echten Vermieter kein Geld bekommen haben, sollte er seine Wohnung verlassen.

Die Räumung war bereits zweimal gescheitert, zuletzt Ende Januar aus formalen Gründen. Damals hatten rund 50 Demonstranten gegen die geplante Räumung protestiert. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Diesmal hatte die Polizei sogar noch mehr Beamte zusammengezogen.

Der Polizeieinsatz hatte auch Auswirkungen auf den Stadtbahnverkehr, wie die Üstra bei Twitter mitteilte.

Mieteranwalt Holger Rosenmeyer bezeichnete die Räumung als rechtswidrig, weil Fristen nicht eingehalten worden seien. Er stellte Strafanzeige gegen die drei Gerichtsvollzieher. Der Jurist beklagte, dass das Amt für Wohnungswesen nicht von selbst gekommen sei, um dem Mann eine Notunterkunft zuzuweisen. Sein Mandant stehe somit auf der Straße – „und das an seinem Geburtstag“. Die Stadt widersprach der Darstellung am Abend – schließlich hätte er in einer Unterkunft schlafen können.

Das Netzwerk Wohnraum für alle lehnt die Zwangsräumung ab. „Wir interpretieren das gesamte Verhalten von Amtsgericht und Polizei als trotzige Machtdemonstration“, sagte eine Demonstrantin. „Nach den beiden gescheiterten Räumungsversuchen wollten sie auf dem Rücken des Betroffenen ein Exempel statuieren.“

tm/frs

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