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Aus der Stadt Großbaustelle im Herzen der Stadt
Hannover Aus der Stadt Großbaustelle im Herzen der Stadt
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00:15 10.05.2015
Von Bernd Haase
Optisch wird die neue Brücke aussehen wie die alte – der Denkmalschutz will es so.Foto: Surrey Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Die Projektbautochter der Deutschen Bahn wird die Eisenbahnbrücke Königstraße abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Während der gesamten zweijährigen Bauphase muss die Königstraße zwischen der Einmündung in den Thielenplatz und der Augustenstraße für Autos, Busse, Fahrradfahrer und Fußgänger komplett gesperrt werden. „Es gibt spürbare Einschränkungen vor allem für den Durchgangsverkehr, aber das Quartier bleibt erreichbar“, sagt Peter Bischoff vom Planungsbüro SHP, das ein Verkehrsgutachten verfasst hat.

Die Brücke stammt aus dem Jahr 1880. Die Grundsubstanz ist nach 135 Jahren marode. „Wir haben eine Sanierung geprüft, aber sie ist nicht möglich“, sagt der Projektingenieur Matthias Michaelis. Das Bauwerk steht als technisches Denkmal unter Schutz. Die stilbildenden Portale werden zwar auch abgebrochen, aber dann originalgetreu wieder aufgebaut. Somit bleibt auch die Gewölbeform erhalten. „Der Denkmalschutz hat aber keine großen Auswirkungen auf die Gesamtdauer der Arbeiten“, betont Michaelis.

Für die Bahn ist die Königstraßenbrücke unmittelbar vor dem Hauptbahnhof eine der wichtigsten ihrer Art in der Stadt. Über sie fahren S-Bahnen, Regionalzüge sowie die Fernverkehrszüge auf der Achse Berlin, Braunschweig, Ruhrgebiet und Rheinland. Fast während der gesamten Bauphase rollen die Züge über eine Hilfskonstruktion, aber an rund 30 Tagen ist das nicht möglich. Dafür muss die Bahn noch Umleitungs- und Ersatzverkehrskonzepte entwickeln.

Laut Zählungen von SHP fahren täglich bis zu 11.000 Autos unter der Brücke hindurch. Wenn sie gesperrt ist, muss der Durchgangsverkehr auf die Verbindung Berliner Allee, Schiffgraben, Lavesstraße und Thielenplatz ausweichen. Baustellen- und Zielverkehr werden über die Augustenstraße geführt, deren Einbahnstraßenregelung umgekehrt wird.

Für die Busse der Linien 100/200, 128 und 134 müssen die Planer Umleitungen über Schiffgraben und Fernroder Straße ausweisen sowie zwei barrierefreie Ersatzhaltestellen in der Fernroder Straße und an der Ecke Königstraße/Berliner Allee einrichten. „Alles funktioniert nur, wenn die Ampelschaltungen angepasst werden“, sagt Verkehrsplaner Bischoff. Radfahrer und Fußgänger will die Stadt mit einer großzügigen Beschilderung um die Baustelle herumleiten.

Technisch sind die Arbeiten anspruchsvoll. Nach dem Abriss der alten Brücke folgt der Einbau der Behelfsbrücken für die Züge. Derweil dient die Königstraße auf dem Abschnitt bis zum Thielenplatz als Baufeld für die Montage des ersten Teils der neuen Konstruktion. Ist es fertig, werden die Behelfsbrücken abgebaut und das 1500 Tonnen schwere Trumm auf die Stützkonstruktion geschoben. Anschließend müssen die Arbeiter erneut Behelfsbrücken errichten, Teil zwei fertigen und dieses wiederum einschieben.

Die Bahn plant Bürgerveranstaltungen zum Thema. Besonders die im direkten Baustellenbereich ansässigen Anwohner und Geschäftsleute dürften sich brennend dafür interessieren.

Weitere Projekte

Bröckelnde Brücken bereiten der Bahn an mehreren Stellen Ärger; betroffen ist vor allem die Güterumgehungsbahn. Die Vorbereitungen für die Sanierung von drei Bauwerken im Bereich Tiergarten haben bereits begonnen. Zusätzlich hat die Bahn ein Planfeststellungsverfahren für die Erneuerung der Brücken über die Ziegelstraße und die Wunstorfer Straße in Ahlem sowie über die Davenstedter Straße und die Fösse beantragt. Alle Vorhaben sollen bis 2017 abgeschlossen sein. Die Unterlagen liegen von Dienstag, 19. Mai, bis zum 18. Juni in der Eingangshalle der Bauverwaltung am Rudolf-Hillebrecht-Platz zu den üblichen Öffnungszeiten aus. Bei den Brücken für die Personenzüge ist vor allem die über die Plathnerstraße im Zooviertel sanierungsbedürftig. Für sie gibt es allerdings derzeit noch keinen feststehenden Termin.

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