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Kurzschluss legt Stadtbahnverkehr lahm

Störung behoben Kurzschluss legt Stadtbahnverkehr lahm

Zwei Stunden lang ging am Montagmorgen nichts mehr: Ein Kurzschluss hatte große Teile des Stadtbahnverkehrs in Hannover lahmgelegt. Reisende steckten zum Teil in den Bahnen im Tunnel fest und mussten zu Fuß über die Gleise zur nächsten Station laufen. Erst am späten Vormittag war das Problem behoben.

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Nichts geht mehr: Nach einem Stromausfall stehen die Stadtbahnen vor der Station Steintor.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Ein Kurzschluss mit nachfolgendem Ausfall der Stromversorgung hat am Montagvormittag für zwei Stunden den Stadtbahnverkehr auf den Linien 4, 5, 6 und 11 im Innenstadtbereich lahmgelegt. Für die Insassen dreier Bahnen hatte das einen ungewöhnlichen Spaziergang zur Folge. Weil nicht klar war, wie lange die Stadtbahnen nicht fahren können, verließen sie die Wagen und gingen einige Hundert Meter zu Fuß durch den Tunnel zur Station Steintor.

Nach Angaben von Üstra-Sprecher Udo Iwannek hat eine Verkettung von Umständen zum Stromausfall geführt. Seinen Ausgangspunkt nahm das Ganze in der Nacht zu Montag um kurz nach 1 Uhr. „In Garbsen verhakte sich der Stromabnehmer eines Silberpfeils in der Oberleitung“, schildert Iwannek. Weil der Abnehmer nicht vor Ort zu reparieren war, ließ die Üstra den Wagen zunächst in die Werkstatt zum Betriebshof Leinhausen bringen und ihn dann am Montagmorgen von einer anderen Bahn zur Werkstatt nach Döhren abschleppen.

Eine Störung hat den Stadtbahnverkehr in Hannover größtenteils lahm gelegt.

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Während dieser Schleppfahrt ereignete sich der verhängnisvolle Zwischenfall. Der defekte Stromabnehmer war zwar eingeklappt, berührte aber auf dem Abschnitt zwischen Königsworther Platz und Steintor trotzdem den Fahrdraht. „Er hängt an dieser Stelle etwas tiefer“, sagt Iwannek. Der Kontakt löste den Kurzschluss aus. Das wiederum hatte den sofortigen Zusammenbruch der Stromversorgung im Bereich zwischen Clausewitzstraße östlich der Tunnelstrecken sowie Herrenhäuser Gärten (Linien 4 und 5), Krepenstraße in Hainholz (Linie 6) und Haltenhoffstraße (Linie 11) im Westen zur Folge. Alle Bahnen in diesen Abschnitten blieben dort stehen, wo sie sich gerade befanden.

Der Kurzschluss ereignete sich laut Leitzentrale um 9.34 Uhr, zu einer Zeit also, als das Gros des Berufsverkehrs schon vorüber war. Die Reparatur nahm laut Protokoll exakt zwei Stunden in Anspruch. „Unsere Techniker mussten erst den Stromabnehmer von der kaputten Bahn abmontieren und konnten dann erst die Versorgung wieder einschalten“, erklärt Iwannek. Während der Fahrpause der Bahnen setzte die Üstra oberirdisch insgesamt 13 Ersatzbusse in den betroffenen Abschnitten ein, die sie teilweise aus dem regulären Linienverkehr abziehen musste. Fahrgäste beschwerten sich über Umwege und Verspätungen, wofür der Üstra-Sprecher Verständnis hatte, aber auch eine Erklärung: „Wir können mit den Bussen nicht exakt die Strecken fahren, die die Bahnen unter der Erde zurücklegen. Das geben die Verkehrsverhältnisse nicht her.“

Dass Fahrgäste im Tunnel die Züge verlassen, kommt selten vor. „Da ohnehin keine Züge fahren konnten und damit auch kein Verkehr war, haben wir uns dazu entschieden, um den Fahrgästen stundenlanges Warten in beengten Verhältnissen zu ersparen“, sagt Iwannek. Die Fahrer seien auf so eine Situation vorbereitet und hätten entsprechende Anweisungen. Ein Fahrgast schilderte dieser Zeitung allerdings, dass sich in einem Zug ohne weitere Durchsage eine Tür geöffnet habe. „Dort stand dann der Fahrer und hat uns die Richtung gezeigt. Die Station Steintor war schon in Sichtweite“, berichtete er.

Die Folgen des Stillstands haben Angestellte und Fahrgäste noch länger beschäftigt. Nach Angaben der Üstra dauerte es bis zum frühen Nachmittag, bis der Fahrplan im gesamten Netz wieder im Lot war.     

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