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Aus der Stadt 15.000 Besucher bei den Pflanzentagen
Hannover Aus der Stadt 15.000 Besucher bei den Pflanzentagen
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00:16 11.05.2016
Blütenpracht bei den Pflanzentagen.  Quelle: Alexander Körner
Hannover

Wolfgang Brandt aus Kamen ist mit seinem Stand nur dann auf Pflanzentagen und Gartenausstellungen zu finden, wenn die Sonne scheint. Er ist nicht wetterempfindlich, aber das, was er verkaufen will, kann Regen nicht gut vertragen. „Wir haben zuhause 5000 Gartenbücher und aktualisieren ständig unseren Bestand. Deshalb müssen wir ab und an auch einmal welche abgeben“, sagt Brandt.

Die Gefahr, das der Kamener und seine Bücher bei den 18. Hannoverschen Pflanzentagen am Wochenende im Stadtpark hinter dem Congress Centrum nass werden, besteht zu keinem Zeitpunkt. Das Wetter ist prächtig, gibt den passenden Rahmen und hebt die Laune bei Käufern und Verkäufern. Der Fachbereich Umwelt der Stadt als Organisator verbucht am Ende 15 .000 Besucher, das liegt nah am Rekord.

Die Pflanzentage im Stadtpark waren 2016 gut besucht. Ein Grund könnte das traumhafte Wetter gewesen sein.

Zwei von ihnen sind Jutta Milzer und Wolfram Diester, die gemeinsam einen Garten besitzen. „Wir haben keine festen Pläne, sondern kaufen nach Lust und Laune, was uns gefällt“, sagt Milzer. Das Wägelchen mit der Ausbeute ist schon gut gefüllt, als ihr eine Himalaya-Prachtglocke ins Auge fällt. „Die ist selten und passt gut in unser Moorbeet“, befindet sie. Ein Exemplar der Prachtglocke steht bald darauf im Wägelchen.

In der Nähe des Eingangs hat Armin Eßer aus Appen in Schleswig-Holstein seinen Stand aufgebaut; bei ihm gibt es Rosen. „Das hier ist ein richtig guter Markt, weil es ums Wesentliche geht“, sagt Eßer. In der Tat: Kunsthandwerk, Mode, Süßigkeiten, Seifen oder ähnliches, was auf Gartenfestivals üblicherweise angeboten wird, findet man im Stadtpark nicht. Die Pflanzentage tragen ihren Namen vollkommen zu Recht, weil hier der Nachschub für die Beete der Region gehandelt wird.

Eigentlich ist für jeden etwas dabei. Eßer beispielsweise hat Ramblerrosen im Angebot. „Die sind gut für Anfänger, für Leute ohne grünen Daumen oder für schlechte Standorte. Sie wuchern schnell und überall“, sagt Eßer. Spezialisten unter Rosengärtnern werden eher ausgefalleneres wählen. Das Europa-Rosarium aus Sangerhausen am Harzrand beispielsweise hat eine Rosa Nanothemnus im Angebot, die für den Laien nicht auf den ersten Blick als Rose erkennbar ist. „Sie wurde im Altai-Gebirge entdeckt und ist belaubt“, sagt Andreas Lachner vom Rosarium, das nach seinen Angaben mit 8500 Rosensorten das größte seiner Art weltweit ist.

Für manche ist der Einkauf der Pflanzen die eine Sache, der Abtransport eine andere. Rund um den Stadtpark sind Parkplätze rar, außerdem ist die Clausewitzstraße derzeit nur einspurig zu befahren. Das große Chaos bleibt aus, weil viele mit dem Fahrrad gekommen sind und weil in den Stadtbahnen der Linie 11 wohl noch nie so viele Pflanzen transportiert wurden.

Zu den Schätzen, die der Gartenbuchspezialist Brandt anbietet, gehört das Werk „Teppichgärten“ aus dem Jahr 1886 mit detaillierten Anleitungen. Es macht was her, aber für die Ansprüche von Christian Wrede aus Sehnde ist es zu opulent. „Wir haben ein Hochbeet angelegt und wollen es mit Kräutern bestücken“, berichtet er. Genau für solche Projekte sind die Pflanzentage wahrscheinlich einmal erfunden worden.

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