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Aus der Stadt Hunderte Mädchen und Jungen kommen zum Kinderfest
Hannover Aus der Stadt Hunderte Mädchen und Jungen kommen zum Kinderfest
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19:45 13.03.2016
Von Mathias Klein
Bjarne ist ganz begeistert, dass er die Rüstung eines römischen Legionärs anprobieren darf, auch wenn man dabei ein bisschen ins Schwitzen kommt. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Emma ist ganz vertieft. Stich für Stich zieht sie den dicken Faden durch den Stoff und nach und nach wird aus dem schlichten Stück Webgut ein Spiel, was die Kinder schon im alten Rom gern gespielt haben: Rundmühle. Gleich als die Neunjährige mit ihrem Vater am Sonntag ins Museum August Kestner gekommen war, hatte sie sich in das Spiel vertieft. Jetzt ist Emma dabei, ihre eigene Rundmühle zu nähen.

Hunderte Kinder und ihre Eltern haben gestern das Museum August Kestner bevölkert. Zeitweise war bei der Veranstaltung unter dem Motto „Römer an die Macht“ der Andrang so groß, dass die Garderobe des Museums wegen Überfüllung geschlossen werden musste.

Emma ist jetzt beim letzten Stich. Wenn die Neunjährige an beiden Enden des Fadens zieht, wird aus der Spielfläche eine kleine Tasche. Darin packten die römischen Mädchen und Jungen dann ihre Spielsteine zusammen.

Zahlreiche Aktionen hatten sich die Museumspädagogen für die Kinder ausgedacht: Beispielsweise konnten sie aus Kräuterölen wie Thymian, Myrte oder Salbei eigene Duftöle zum Einreiben für zu Hause kreieren. Die elfjährige Charlotte hat sich ein Öl zusammengemixt, das ein starkes Organgenaroma hat. „Ich liebe es, wenn es so fruchtig riecht“, sagt das Mädchen aus der Südstadt. An einer anderen Station erfuhren die jungen Besucher mithilfe eines „Münzforscherbogens“ alles über römische Münzen, die für die Archäologen wegen der genauen Datierungsmöglichkeiten so wichtig sind.

Zudem waren überall im Museum fast echte Römer zu finden: Die Mitglieder des Vereins Cohors Germanorum aus Sehnde waren gekommen und zeigten die Waffen und Rüstungen der römischen Soldaten, aber auch die Handwerkskünste der Bürger. Immer dicht umlagert waren gestern die Tische, an denen die Kinder ein eigenes Mosaik gestalten konnten. Der sechsjährige Neo und seine zwei Jahre jüngere Schwester Yui hatten beide unter anderem einen Hasen gestaltet.

Große Freude hatten die Kinder auch beim Ausprobieren von römischer Bekleidung. Vor allem die römischen Rüstungen waren sehr begehrt, zum Beispiel bei Bjarne. Der Achtjährige ächzte aber ein wenig, nachdem ihm die beiden Museumsmitarbeiterinnen Linnea Rosenau und Anne Elsen in die Rüstung geholfen haben. „Die wiegt rund 15 Kilogramm“, berichtet Elsen, während sich Janus von seinem Vater fotografieren lässt. „Das ist ein richtiger Druck auf der Schulter“, sagt der Junge. Und er kommt sogar ein bisschen ins Schwitzen. Es gebe beim Kinderfest zwar viel zu sehen, sagt er. „Aber am besten ist, dass man hier die Rüstung anprobieren kann.“

So viele junge Menschen mit einem besonderen Interesse für das alte Rom hatte sich gestern übrigens der Verband der Altphilologen zunutze gemacht. Der Verein, in dem unter anderem Lateinlehrer organisiert sind, warb im Museum mit Flyern für Latein als Fremdsprache an Schulen.

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