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Aus der Stadt Wer kann Hinweise zu alten Fotos geben?
Hannover Aus der Stadt Wer kann Hinweise zu alten Fotos geben?
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19:16 29.06.2017
Von Simon Benne
Ährensammler: Im Jahr 1948 nahm der Fotograf Gerhard Dierssen in Springe eine Bilderserie von Menschen auf, die bei der Ernte Ähren sammeln – und akribisch darauf achten, dass nichts verloren geht. Quelle: Archiv Region Hannover
Hannover

So wie sie aussehen, könnten sie auch frisch einem Gemälde des 19. Jahrhunderts entstiegen sein, die Jungen mit den Hosenträgern und die Frauen mit den Schürzen, die hinter dem Wagen her über das Feld ziehen. Doch das Bild ist erst wenige Jahrzehnte alt. Der Fotograf Gerhard Dierssen hat es 1948 in Springe gemacht, wie viele seiner Aufnahmen.

3000 Bilder sind online zu sehen

Das Foto stammt aus dem Bildarchiv der Region Hannover. Rund 400.000 Fotos hütet die Einrichtung im Schloss Landestrost in Neustadt - und rund 3000 davon sind jetzt online zu sehen, auf der Internetseite www.bildarchiv.archivrh.de. „Wir machen damit ein wertvolles fotografisches Erbe zugänglich“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau.

Die Fotos des langjährigen HAZ-Redakteurs Jochen Mellin werden jetzt im Bildarchiv der Region verwahrt. Bei vielen Fotos ist jedoch unklar, was und wen sie zeigen. Helfen Sie mit! Zeitzeugen können mit Hinweisen – bitte unter Angabe der Fotosignatur – helfen, die Rätsel zu lösen. Bitte reichen Sie Ihre Hinweise auf www.bildarchiv.archivrh.de ein. 

Dokumente der Alltagsgeschichte

Tatsächlich fangen die Bilder etwas vom Lebensgefühl vergangener Jahrzehnte ein. Die Fotos sind sortiert nach Orten, Themen und Personen. Sie zeigen Schützenfeste und Eisverkäufer, die mit ihren Karren über Land tingeln, Lokomotiven, Lokalpolitiker mit dicken Brillen, Feuerwehrfeiern und Hochzeiten auf dem Dorf. Jedes Bild ist ein Dokument der Alltagsgeschichte, und viele Aufnahmen umweht ein Hauch heimatlicher Nostalgie.

Täglich mehr Bilder

Täglich stellt das Bildarchiv neue Fotos ins Netz: „Wir bauen das Portal permanent aus“, sagt Sebastian Post, der Leiter des Regionsarchivs. Nutzer können in dem Bilderfundus stöbern und Aufnahmen (mit Quellenverweis) über soziale Medien verbreiten. Auf Anfrage stellt das Bildarchiv die Fotos auch in höherer Auflösung zur Verfügung, etwa für Druckerzeugnisse.

Zwei Erbschaften geben den Anstoß

Den Anlass für das großangelegte Projekt boten zwei Erbschaften: Neben dem Nachlass des 2008 verstorbenen Fotojournalisten Gerhard Dierssen („Land und Forst“, „Quick“) konnte die Region vor einiger Zeit auch die Aufnahmen des langjährigen HAZ-Redakteurs Jochen Mellin übernehmen.

Der Burgdorfer, der 2009 starb, hinterließ insgesamt 134.000 Bilder, meist auf Negativstreifen. Zwei volle Umzugskartons. „Wir waren von der Fülle schier erschlagen“, sagt Sebastian Post, der den Fotoschatz von Jochen Mellins Frau für sein Archiv bekam. Ein Großteil der Bilder ist allerdings nicht beschriftet; es ist unklar, wer auf ihnen zu sehen ist und wann sie gemacht wurden. Daher setzt das Bildarchiv auf die Hilfe von Zeitzeugen. Diese können über die neu eingerichtete Internetseite Informationen ans Archiv weiterleiten. „Wir erhoffen uns so Hinweise darauf, wenn und was die Bilder zeigen“, sagt Jagau.

So funktioniert das BIldarchiv der Region

Auf der Internetseite www.bildarchiv.archivrh.de können in dem riesigen Archiv gestöbert und Hinweise zu den Fotos abgegeben werden. Der Quellenverweis der Bilder wird in eine Suchmaske eingegeben, wer Informationen zu dem Foto hat, kann sie direkt auf der Seite eingeben. Zudem ruft die Region dazu auf, die Fotos in sozialen Netzwerken zu verbreiten und so noch mehr Menschen zu erreichen. Wie die Seite funktioniert wird im Detail hier erläutert.

„Das ist ein Signal dafür, dass Raubkunstforschung zu einem positiven Ergebnis führen kann“, sagt James Reynolds, Erbe eines jüdischen Fabrikanten, bei der Übergabe eines Aquarells im Neuen Rathaus. Was mit dem Gemälde passiert ist offen. Im Neuen Rathaus gab es berührende Begegnungen.

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