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Diese Kaserne soll zum Wohngebiet werden

Großprojekt gegen Wohnungsmangel Diese Kaserne soll zum Wohngebiet werden

Das Gelände um die Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld liegt seit 15 Jahre brach - am Dienstag hat die Niedersächsische Landesgesellschaft das Areal gekauft und plant ein Neubaugebiet für 1500 Menschen. Die Kosten für die Sanierung des Geländes sollen 40 Millionen Euro betragen.

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Platz für 1500 Menschen: Das Gelände der Freiherr-von-Fritsch-Kaserne in Bothfeld soll zum Wohngebiet werden.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Am Nordrand Bothfelds soll nach jahrelanger Hängepartie nun endlich ein neues Wohngebiet entstehen. Es wird mit geschätzt gut 1500 Bewohnern zu den größeren Neubaugebieten in Hannover zählen und soll helfen, dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken. Die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) hat gestern das 270 000 Quadratmeter große Areal der alten Freiherr-von-Fritsch-Kaserne gekauft. Bevor die Sanierung des mit Altlasten versetzten Gebiets beginnt, soll nun aber 2017 zunächst der Bebauungsplan geändert werden, um den Bau von Einfamilienhäusern, Stadtvillen, mehrgeschossigen Gebäuden und einem Einkaufspark zu ermöglichen. 40 Millionen Euro soll allein das Herrichten des Geländes kosten.

Gartenstadt Hannover-Nord ist der Name für das Großprojekt - vor allem wegen des breiten Grünzugs, der sich quer durch das Neubaugebiet ziehen soll, sagt NLG-Geschäftsführer Christopher Toben, der die Verträge gestern mit Mitgeschäftsführer Tim Kettemann und Projektleiterin Andrea Gremmer unterzeichnet hat. Doch bevor dort Häuser gebaut werden, muss zunächst gründlich saniert werden. Verunreinigte Bauschuttablagerungen, Blindgänger und andere Reste der Militärnutzung müssten entsorgt werden, teilweise müsse der Boden bis zu 1,70 Meter tief ausgehoben und gesiebt werden, sagt Gremmer. „Es waren Flak-Stellungen auf dem Areal, 1943 hat es einen schweren Luftangriff gegeben“, erklärt Verkaufsleiter Gerd Deyhle von der hannoverschen Filiale der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das Gelände im Auftrag des Bundes verkauft.

Leerstand seit 2010

2001 hatte die Bundeswehr die Kaserne aufgegeben, seitdem sucht der Bund einen Käufer. 2010 hatte ein Berliner Projektentwickler mit dem Geld israelischer Investoren das große Ding drehen wollen. Auch damals war der Arbeitstitel schon Gartenstadt - doch am Ende wurde nichts daraus.

Beim Verkauf an die NLG konnte die Bima jetzt ganz legal aufwendige Ausschreibungen vermeiden, bei denen oft private Investoren den Zuschlag erhalten. Der Bundestag hat den direkten Verkaufsweg freigegeben für alle Fälle, in denen Kommunen oder öffentliche Körperschaften dem Bund Gelände abkaufen wollen. Wie viel Geld für das Grundstück geflossen ist, darüber haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Es sind aber wohl Rabatte gewährt worden - und die Kosten für die Altlastenbeseitigung haben Gutachter geschätzt.

Mit der Stadt habe es Gespräche über die künftige Gestaltung des Areals gegeben, sagt NLG-Geschäftsführer Kettemann. Bis der Bebauungsplan rechtskräftig beschlossen wird, werde es sicher ein Jahr dauern. Dann beginne der Abriss der 45 Kasernengebäude, die ab 1937 errichtet wurden und heute wegen Vandalismus und Mangelpflege in Ruinenzustand sind. Parallel startet die Altlastensanierung, anschließend die Vorbereitung für das Neubaugebiet. Kanäle müssen gelegt, Straßen gezogen werden. 2018 beginnt der Grundstücksverkauf: Die Einfamilienhausgrundstücke will man selbst vermarkten, für den Rest Bauträger gewinnen. „Die, sagt Kettemann, „stehen jetzt schon Schlange.“

Eine Gartenstadt mit 575 Wohnungen

Das ehemalige Kasernengelände soll komplett umgegraben und dann mit Neubauten gestaltet werden. Mit der Nordostecke grenzt das Areal an die Langenforther Straße. Die Zufahrt bleibt an der General-Wever-Straße (rechts), südlich davon ist ein Nahversorger mit Parkplatz geplant, nördlich sollen Bürohäuser wachsen. Der Rest des Geländes soll mit maximal dreigeschossiger Bebauung mit Stadtvillen, Mehrfamilienhäusern und ganz links zum Sahlkamp hin auch Einfamilienhäusern bebaut werden. Im Norden liegt das Landschaftsschutzgebiet.

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