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Hoher PKK-Funktionär zu Gast in Kornstraße

Großrazzia der Polizei Hoher PKK-Funktionär zu Gast in Kornstraße

Die Großrazzia im Unabhängigen Jugendzentrum Kornstraße vor gut einer Woche steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Festnahme eines mutmaßlichen PKK-Funktionärs im Oktober in Dresden. Denn der war mindestens zweimal in der Kornstraße zu Gast. Dabei soll es sich um Kadertreffen gehandelt haben.

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Bei der Razzia im Februar hat die Polizei Computer und Akten in der Kornstraße beschlagnahmt. Die Polizei suchte Verbindungen zwischen dem Jugendzentrum und der PKK.

Quelle: Elsner/Archiv

Hannover. Der 44-jährige Kenan B. war nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft Celle bis zum Sommer 2015 Gebietsleiter der verbotenen kurdischen Organisation in Hannover, bevor er anschließend zum PKK-Regionalleiter Sachsen aufstieg.

Nach HAZ-Informationen soll B. an mindestens zwei Treffen in den Räumen des Jugendzentrums Kornstraße teilgenommen haben. Spezialkräfte der Polizei und zahlreiche vermummte Ermittler in Zivil hatten am 11. Februar gegen 10 Uhr mit der Durchsuchung des Jugendzentrums begonnen. Die Strafverfolger werfen den drei Vorstandsmitgliedern des Jugendzentrums-Trägervereins sowie einem Angestellten Verstoß gegen das Vereinsgesetz durch Unterstützung der PKK vor. Diesen Vorwurf weisen die Verdächtigen zurück. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Lüneburg schweigt bislang zu den Hintergründe der Aktion. Die Behörde will auch den Zusammenhang zwischen der Festnahme des 44-Jährigen in Dresden und der Razzia in Hannover nicht kommentieren. „Wir äußern uns nicht zu einem laufenden Verfahren“, sagte Oberstaatsanwältin Angelika Klee.

Die Staatsanwaltschaft hat das Jugendzentrum Kornstraße durchsucht. Es geht um den Vorwurf der Unterstützung der PKK.

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Der im Oktober im Dresdner Stadtteil Pieschen festgenommene Kenan B. soll ein führendes Mitglied der PKK in Deutschland sein. In dieser Eigenschaft soll er unter anderem Kämpfer angeworben, Geld beschafft und Propaganda betrieben haben. Den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft zufolge, soll B. Aufträge an untergeordnete Mitglieder erteilt und ranghöheren Kadern Bericht erstattet haben.

Während seiner Tätigkeit in Hannover soll der Aktivist an mindestens zwei von insgesamt drei angeblichen PKK-Treffen in den Räumen des Jugendzentrums Kornstraße teilgenommen haben. Die Ermittler werten diese Zusammenkunft als Kadertreffen der verbotenen Organisation.

Bei der Razzia waren die Ermittler darauf aus, Verträge zwischen dem Betreiberverein des Jugendzentrums und den PKK-Leuten sicherzustellen. Als Beweismittel nahmen sie vier Computer, 41 Plakate und 82 Handzettel mit. Die Auswertung der Rechner ist noch nicht abgeschlossen.

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Abdullah Efe vom kurdischen Dachverband Nav-Dem aus Hannover bestätigt im Gespräch mit der HAZ, dass Kenan B. bei Treffen von kurdischen Organisationen im Jugendzentrum Kornstraße mitgewirkt hat. „Das hatte aber nichts mit der PKK zu tun. Er hat uns damals geholfen, den Wahlkampf für die pro-kurdische Partei HDP in Hannover zu organisieren“, sagt er.

Seit etwa zwei Jahren finden nach Angaben von Efe in der Kornstraße regelmäßig Treffen kurdischer Organisationen statt. „Das sind aber alles regulär eingetragene Vereine, da passiert nichts Geheimes“, sagt er.

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