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Aus der Stadt Grüne diskutieren über Europa
Hannover Aus der Stadt Grüne diskutieren über Europa
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00:15 12.07.2016
Von Simon Benne
Katrin Göring-Eckardt diskutiert am Platz der Weltausstellung über Europa Quelle: Benne
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Hannover

Europa ist ein mühsames Geschäft. Das ist in Brüssel so, und das ist am Platz der Weltausstellung nicht anders. Frauke Patzke, Regionsvorsitzende der Grünen, steht unter einem grünen Pavillon und wagt es trotzdem: "Dass die Mehrheit der Briten für einen Austritt aus der EU gestimmt hat, macht uns traurig", sagt sie. "Wir wollen hier den Menschen die Möglichkeit geben, ihre Wünsche für ein besseres Europa zu artikulieren." Transparenz, Demokratie, Frieden: Passanten können auf Zettel schreiben, was sie bewegt, und diese in einen großen, grünen Europa-Stier werfen.

In etwa 50 Städten werben die Grünen an diesem Tag mit solchen Straßenaktionen für Europa. Hannover aber kann mit besonderer Politprominenz punkten: Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die an diesem Wochenende privat in Hannover zu tun hat, ist gekommen, um die Charmeoffensive für die EU zu unterstützen. Aber warum eigentlich? Nachdem die Briten vorgemacht haben, welche Horrorszenarien nach einem Brexit Wirklichkeit werden, hat das Projekt Europa in Deutschland plötzlich historisch hohe Zustimmungswerte. Sicher, das sei eine Schrecksekunde gewesen, sagt Göring-Eckardt: "Aber wir haben Europa zu selbstverständlich genommen - und manchmal muss man darüber reden, was einem das Selbstverständliche wert ist", sagt sie. Frieden, Flüchtlinge, Chancen für Jugendliche: "Die wichtigen Fragen können nicht mehr national gelöst werden", sagt die Politikerin.

 Nebenan bieten Jehovas Zeugen Bibelkurse an, nur 50 Meter weiter steht die AfD mit ihrem Stand. Vom Kaufhaus Zara dringt Baulärm herüber. Die meisten Passanten hasten an dem Stand einfach vorbei. Wenn grünes Sendungsbewusstsein auf die Realität einer deutschen Fußgängerzone trifft, bleibt die Fußgängerzone Sieger.

Ein Mann bleibt stehen, er findet es blöd, dass es bald eine Blaue Plakette für Dieselfahrzeuge geben könnte: "Soll ich mein Auto dann wegschmeißen?", schimpft er. Ein Kind bekommt eine Windmühle und ein Fähnchen geschenkt, junge Grüne pusten Seifenblasen und verteilen Flugblätter. Rebecca Harms, Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament, erklärt einer Seniorin mit Einkaufskorb, dass einige ihrer britischen Kollegen daran zweifeln, dass der Brexit wirklich kommt. "Das wäre auch das letzte!", sagt die Seniorin, die von Europa nicht groß überzeugt werden muss.

"Es gibt zu wenig Identifikation mit Europa - daher ist es so leicht, alle Unzufriedenheiten auf Brüssel zu projizieren", sagt Harms. Den 73-jährigen Michael Barnert, der am Grünen-Stand stehen bleibt, treiben ganz andere Fragen um. Er echauffiert sich über die Planungen für die D-Linie: "Hannover baut die erste oberirdische U-Bahn der Welt", sagt er kopfschüttelnd. Dann beißt er in sein Fischbrötchen: "Wahrscheinlich wollen die Grünen die Regenwürmer in der Erde nicht stören!"

Ein Mann im Holzfällerhemd, der viel Zeit hat, diskutiert derweil mit jungen Grünen über seine Wünsche für die EU. "Uns ist mehr Demokratie wichtig", sagen die Grünen. "So wie in Großbritannien!", sagt der Mann. Aber da hat er wohl etwas falsch verstanden.

Viel ist nicht los, über weite Strecken des Vormittags haben die grünen Pro-Europa-Aktivisten Gelegenheit, untereinander zu reden. "Man merkt, dass Ferien sind", sagt Göring-Eckart. Sie muss laut sprechen,  denn direkt neben dem Grünen-Stand hat eine Straßenkapelle aus Bulgarien zu spielen begonnen. Sirtaki und Chansons, auf Akkordeon und Zither. "Wir machen europäische Musik", sagt Bandleader Angelo.

Ein schwieriges Geschäft bleibt Europa trotzdem.

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