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Grüne fordern mehr Neubauten in Hannover

„Mut zum Abriss“ Grüne fordern mehr Neubauten in Hannover

Steigende Mieten, erhöhte Nachfrage nach kleinen, modernen Wohnungen – Hannovers Immobilienmarkt gerät in Bewegung. Die Grünen im Rat fordern daher mehr Neubauten für die Stadt. „Insbesondere die städtische Immobiliengesellschaft GBH sollte mit gutem Beispiel vorangehen und in den Bau neuer Wohnungen investieren“, sagt Baupolitiker Michael Dette.

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Die Grünen fordern mehr Neubauten in Hannover.

Quelle: Karin Vera Schmidt (Symbolbild)

Hannover. „Mut zum Abriss“ müsse die GBH beweisen, denn eine Sanierung der Häuser aus den fünfziger und sechziger Jahren sei oft äußerst kostenaufwendig. „Wir müssen die energetische Qualität der Wohnungen verbessern und sie auch für mobilitätseingeschränkte Personen herrichten“, fordert Dette. Da seien Abriss und Neubau oft kostengünstiger als eine Sanierung.

Die SPD wundert sich über den Vorstoß des Koalitionspartners. „Das Plädoyer für Abriss und Neubau ist ein Paradigmenwechsel bei den Grünen“, meint SPD-Baupolitiker Thomas Hermann. Sonst hätten die Grünen ja immer einem Gebäudeerhalt das Wort geredet. „Als in Linden vor ein paar Wochen ein Gebäude besetzt wurde, schlugen sich die Grünen auf die Seite der Hausbesetzer“, sagt Hermann. Damals wollte der private Eigentümer das marode Gebäude entfernen lassen und ein neues Haus errichten. Nichtsdestotrotz plädiert auch Hermann für bezahlbare neue Wohnungen, gerade im Angesicht einer wachsenden Bevölkerung in Hannover.

Der Deutsche Mieterbund in Hannover bestätigt, dass Hannover mehr Wohnungen vertragen könnte. „Aber noch ist der Markt im Großen und Ganzen nicht angespannt“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes, Susanne Schönemeier. Allerdings werde das Angebot an kleinen Wohnungen knapp. Aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs suchen derzeit sehr viele Studenten in Vierteln wie der Nordstadt, Linden und der List nach preiswerten Ein- bis Zweizimmerwohnungen. „Aber auch Arbeiter aus dem Osten Europas, die sich vorübergehend in Hannover aufhalten, fragen nach solchen Wohnungen“, sagt Schönemeier. Hinzu kämen noch Senioren, die aus der Peripherie wieder zurück in die Stadt ziehen und sich nach kleinen, aber komfortablen Wohnungen umschauen. Alte Häuser aus der unmittelbaren Nachkriegszeit abzureißen, hält sie für keine schlechte Idee, da die Heizkosten dort förmlich explodieren. „Ich rate unseren Mietern immer: Fragt nach den Nebenkosten.“

Bei der GBH rennen die Grünen offene Türen ein. Zwar hat die Immobiliengesellschaft seit dem Bau der Reihenhäuser auf dem Kronsberg zu Zeiten der Expo kein Neubauprojekt mehr angeschoben, doch jetzt krempelt man die Ärmel hoch. „Wir bauen Seniorenwohnungen in Stöcken und wollen uns an den Ausschreibungen für den Klagesmarkt, das Hohe Ufer, den Marstall und den Köbelinger Markt beteiligen“, zählt GBH-Sprecher Frank Ermlich auf. Die Plätze wurden im Stadtdialog City 2020 zu Bauflächen erkoren. Ob alte Gebäude im Bestand der GBH abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden müssen, prüfe das Unternehmen von Fall zu Fall. „Bisher hat sich immer eine Modernisierung gerechnet“, sagt Ermlich. Dennoch will er nicht ausschließen, dass jetzt manch ein Bau aus den sechziger und siebziger Jahren reif für die Abrissbirne sein könnte. 13 500 Wohnungen unterhält die GBH, schwerpunktmäßig in den Vierteln Vahrenheide und Mittelfeld. Ein Drittel davon sind Häuser aus den sechziger und siebziger Jahren.

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