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Zu wenig Sozialbau in der Wasserstadt Limmer?

Bauausschuss Zu wenig Sozialbau in der Wasserstadt Limmer?

Mindestens 25 Prozent aller Neubauwohnungen sollen in Hannover künftig geförderte, sozial verträgliche Mieten haben - so haben es Oberbürgermeister Stefan Schostok und die Wohnungswirtschaft gerade offiziell vereinbart. Doch dieser Wert wird häufig unterschritten - auch in der Wasserstadt Limmer.

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Auf dem Gelände der Wasserstadt Limmer werden zu wenig sozial verträgliche Wohnungen gebaut.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Beim Großbaugebiet Wasserstadt Limmer soll laut Bebauungsplanentwurf zwar noch die alte Grenze von 20 Prozent gelten. Nach Berechnung der Rats-Grünen aber wird selbst dieser Wert deutlich unterschritten. Im östlichen Bauabschnitt seien bei genauem Nachrechnen nur 13,8 Prozent der Wohnungen Sozialwohnungen, ärgert sich Fraktionsvize Michael Dette. Er stoppte am Mittwoch im Bauausschuss die Planungen und ließ das Thema bis nach der Sommerpause vertagen.

Rund 1800 Wohnungen sollen in den kommenden Jahren auf der Continental-Industriebrache zwischen Leineabstiegskanal und Stichkanal Linden entstehen. Seit 13 Jahren lässt Unternehmer Günther Papenburg das Gelände herrichten, jetzt will seine Firma Wasserstadt Limmer Projektentwicklung (WLP) zum Jahreswechsel endlich den Häuserbau mit zunächst 515 Wohnungen im ersten Abschnitt beginnen. Das Wohngebiet mit Mehrfamilien- und Reihenhäusern soll helfen, den steigenden Wohnungsmangel in Hannover zu kompensieren. Dabei legt die rot-grüne Ratsmehrheit stets auch Wert darauf, dass ausreichend günstiger Wohnraum errichtet wird. Doch jetzt kommen den Kommunalpolitikern Zweifel.

„Die Quote von 20 Prozent wird nicht eingehalten“, sagt Ratsherr Dette: „Wir haben beim Prüfen der Vorlage festgestellt, dass die Stadtverwaltung und die Wasserstadt-Projektgesellschaft in ihrer Berechnungsgrundlage nicht alle Baufelder einbezogen haben.“ Die Verwaltung habe beim Ausweisen der Baufelder für geförderten Wohnungsbau diejenigen Teile ausgelassen, die in direkter Nachbarschaft zum Kanal liegen - und dadurch besonders attraktiv sind. „Sie haben die gute Wohnlage einfach aus ihrer Berechnungsgrundlage rausgenommen“, kritisiert der Grünen-Ratsherr. Unterm Strich ergebe sich für den rund 100 000 Quadratmeter großen östlichen Bauabschnitt der Wasserstadt nur eine Quote von unter 14 Prozent. Sein Fazit: „Das geht nicht, das ist uns viel zu wenig.“

Der geförderte Wohnungsbau, den SPD und Grüne in der Regel dann einfordern, wenn die Stadt eigene Grundstücke verkauft oder Bebauungspläne ändert, soll sicherstellen, dass auch sozial Benachteiligte von der Wohnraumschaffung profitieren. Die Quoten gelten auch im Neubaugebiet Kronsberg-Süd, wo die Stadt in den nächsten Jahren rund 3500 Wohnungen schaffen will. In der östlichen Wasserstadt sollen neben Wohnungen in Reihen-, Stadt- und Mehrfamilienhäusern auch ein 1400 Quadratmeter großer Lebensmittelmarkt und eine Kita gebaut werden.

Von Isabell Rollenhagen

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