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Aus der Stadt Grüne wollen Emmichplatz umbenennen
Hannover Aus der Stadt Grüne wollen Emmichplatz umbenennen
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00:15 13.03.2014
Von Andreas Schinkel
Der Emmichplatz soll wegen der kritischen Rolle des Feldherrn Emmich aus dem ersten Weltkrieg umbenannt werden. Quelle: Zgoll/Archiv
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Hannover

Die SPD fordert Stadt und Kommunalpolitik auf, die Debatte um den Emmichplatz „offensiv“ anzugehen. „Wenn schon die Bundeswehr überlegt, der Emmich-Cambrai-Kaserne einen anderen Namen zu geben, sollten wir nicht zurückstehen“, sagt SPD-Fraktionsvize Thomas Hermann. Ob am Ende der Diskussionen der Platz in der Oststadt tatsächlich umbenannt wird, müsse aber offenbleiben. Die CDU mahnt zur Zurückhaltung. Da der Emmichplatz ohnehin auf der Liste jener 400 Straßen und Plätze stehe, die eine historische Kommission derzeit unter die Lupe nimmt, könne man auch das Urteil der Experten abwarten, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel.

Sowohl die Kaserne der Feldjäger in Vahrenheide als auch der Platz vor der Musikhochschule sind nach General Otto von Emmich benannt, einem Feldherrn aus dem Ersten Weltkrieg. Ein internes Gutachten der Bundeswehr, das der Hannoverschen Allgemeinen vorliegt, kommt zu einer kritischen Einschätzung der Rolle von Emmichs im Ersten Weltkrieg.

Bei dem von ihm geführten Kampf um die Stadt Lüttich sowie beim weiteren Vormarsch der deutschen Truppen „kam es zu Ausschreitungen gegen und Hinrichtungen von Zivilisten durch deutsche Soldaten“, heißt es in der kurzen Studie. General von Emmich wurde nach 1933 von den Nationalsozialisten kultisch verehrt. Aus jener Zeit rührt auch die Namensgebung für den Oststadtplatz, der zuvor „Vor dem Neuen Hause“ hieß.

SPD-Politiker Hermann kann sich aus Erzählungen von älteren Hannoveranern noch gut an den alten Namen erinnern. Er habe nichts dagegen, wenn man zur Bezeichnung „Vor dem Neuen Hause“ zurückkehren würde, sagt er.
Auch für die Emmich-Cambrai-Kaserne gibt es bereits Vorschläge. Eine bundesweite Initiative von Hobbyhistorikern, die schon einige Kasernennamen zu Fall gebracht hat, schlägt vor, den Sitz der Feldjägerschule nach der Philosophin Hannah Arendt zu benennen. „Es besteht keine Pflicht, dass nur Militärs als Namensgeber infrage kommen“, sagt Jakob Knab, Sprecher der Initiative.

Tatsächlich heißt es in den Bundeswehrrichtlinien, dass Kasernen den Namen einer Persönlichkeit tragen sollen, die sich „um Freiheit und Recht verdient gemacht haben“. Infrage komme auch Feldwebel Anton Schmid, meint Knab. Der habe Hunderte Juden während des Zweiten Weltkriegs gerettet und musste dafür mit dem Leben bezahlen. Hannah Arendt würdigte die Tat Schmids in ihrem Bericht über den Eichmann-Prozess.

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