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Aus der Stadt Grünes Licht für modernen Busbahnhof
Hannover Aus der Stadt Grünes Licht für modernen Busbahnhof
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20:23 19.09.2012
Von Conrad von Meding
Der abgespeckte Entwurf des Stuttgarter Architekten Werner Sobek. Quelle: Sobeck
Hannover

 Der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) soll, obwohl er räumlich etwas kleiner als ausfällt, dank besserer Organisationsstrukturen mehr Abfertigungen bewältigen. Möglicherweise wird er sogar Gewinn abwerfen: Die Stadt verhandelt derzeit mit potenziellen Betreibern. Skeptischen Nachfragen der Kommunalpolitiker begegnete Baudezernent Uwe Bodemann mit dem Hinweis, dass der neue ZOB auch für das bundesweit beschlossene neue Linienbuskonzept ausgelegt sei. „Wir haben 30 Prozent mehr Kapazitäten eingeplant als beim derzeitigen Busbahnhof“, sagte Bodemann am Mittwoch. „Wir können uns da wohl entspannt zurücklehnen.“

Seit mehr als zehn Jahren wartet Hannover darauf, dass der heruntergekommene Busbahnhof am Fuße des alten Fernsehturms abgerissen werden kann. Der Plan war zunächst, einen Investor zu finden, der auf dem alten ZOB-Gelände ein Bürohaus bauen will. Von dem erhofften Erlös des Grundstücksverkaufs wollte die Stadt den neuen ZOB zu bauen. Doch diese Rechnung ging nicht auf. Deshalb sparte die Stadt über Jahre hinweg Geld im Etat an und handelt jetzt.

Der neue ZOB soll ein markantes, rot gestrichenes Servicegebäude erhalten, in dem auch ein Kiosk und Toiletten untergebracht sind. Die Busse sollen nur zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste in Wartebuchten fahren, die Unternehmen müssen künftig Gebühren für die Nutzung zahlen. „Der Betreiber wird Pacht an die Stadt bezahlen. Wenn es ein Profitgeschäft wird, dann soll die Stadt eine Umsatzbeteiligung erhalten“, sagt Bodemann.

Wie berichtet, mussten die Pläne des Architekten Werner Sobek (Stuttgart) zuletzt noch einmal deutlich abgespeckt werden. Vor allem wegen gestiegener Stahlpreise musste Sobek sein eindrucksvolles Stahl-Glasdach umarbeiten, es ist jetzt rund 40 Prozent kleiner und deckt nahezu nur noch die Wartebereiche und Bussteige ab, nicht mehr das gesamte Gelände. FDP-Ratsherr Wilfried Engelke allerdings merkte an, dass der Stahlpreis mittlerweile wieder etwas gefallen sei. Baurat Bodemann parierte spontan: „Sonst kritisieren Sie immer, wenn etwas teurer wird. Jetzt haben wir rechtzeitig umgeplant, als wir gemerkt haben, dass die Preise steigen – da ist das wieder nicht recht.“

Debatten gab es im Bauausschuss nur noch um Gestaltungsdetails. Die Grünen baten darum, eine Trennwand zu begrünen oder zu bemalen. Es müssten nicht unbedingt Graffiti sein, wie vom Bezirksrat Mitte gefordert, sagte Ratsfrau Maaret Westphely, aber etwas Farbe sei vielleicht nicht schlecht. Keine Mehrheit fand die Forderung der FDP nach überdachten Fahrradparkplätzen. Die Mehrheit derer, die eine weite Busreise mit Koffern machen wolle, komme wohl nicht mit dem Rad, lästerte Bodemann. Zudem gebe es in der Nachbarschaft das Radparkhaus im Hauptbahnhof.

Der Neubau des ZOB soll nach städtischer Planung noch vor Jahresende beginnen. In Kürze, so ist zu hören, soll ein Betreiber präsentiert werden.

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