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Aus der Stadt So lang ist der Arbeitstag eines Grundschulrektors
Hannover Aus der Stadt So lang ist der Arbeitstag eines Grundschulrektors
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00:17 14.09.2017
Von Saskia Döhner
Aufgabenlast kam schleichend: Rektor Frank Post Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Frank Post (61) leitet seit 2010 die dreizügige Grundschule Fuhsestraße in Leinhausen. Er habe einen tollen Job, sagt er. Aber die Arbeitszeitstudie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) habe ihm die Augen geöffnet. Jetzt ist er einer von rund zehn Rektoren im Land, die gegen die Arbeitsbelastung vor Gericht ziehen. Seine Überzeugung: „Lehrer an Grundschulen arbeiten zu viel.“

Ein Jahr lang hat Post seine Arbeitszeit minutengenau erfasst, egal, ob er mit Lehrern, pädagogischen Mitarbeitern oder Eltern gesprochen oder mal wieder eine seiner zahlreichen Koordinationsaufgaben wahrgenommen hat. „Ich habe eine 53-Stunden-Woche, während mein Arbeitgeber von normalen 40 Stunden ausgeht“, sagt der Rektor.

In den vergangenen Jahren seien immer neue Herausforderungen hinzugekommen. „Das war ein schleichender Prozess.“ Bei einer Pressekonferenz der GEW am Montag zählte Post sieben besonders belastende Aufgaben auf.

Das sei zum einen die vorschulische Sprachförderung in den Kitas. Gespräche mit den Kindergärten, Einsatzplanung der Lehrer, Termine mit den Kindern, Räume - alles müsse er organisieren. Dazu käme die Verlässliche Grundschule. Die garantiert Eltern von Grundschülern, dass Kinder zwischen 8 und 13 Uhr täglich betreut sind. Deshalb arbeiten an der Grundschule Fuhsestraße nicht nur 27 Lehrer, sondern auch noch 13 pädagogische Mitarbeiter. Ihren Einsatz plant Post, er führt auch Bewerbungsgespräche und macht die Arbeitsverträge. Auch die eigenverantwortliche Schule, 2006 von dem damaligen CDU-Kultusminister Bernd Busemann eingeführt, bringe viel Arbeit mit sich. Hinzu käme der Ganztag. Seit 2011 ist die Grundschule offene Ganztagsschule mit derzeit rund 40 Arbeitsgemeinschaften, an denen zwei Drittel der Schüler teilnehmen. Die Organisation des Ganztagsbetriebs sei eine Mammutaufgabe, findet Post. Er bemängelt, dass es keine zuverlässige Vertretungsregelung gebe, wenn ein Nachmittagsangebot wegen Krankheit ausfalle. Inklusion, der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap, sei gut und richtig - aber eine große Herausforderung. „Allein für ein Gutachten braucht man 20 Stunden, und für jedes Kind müssen zwei erstellt werden, nach der Einschulung und am Ende der Grundschulzeit.“ Koordiniert werden muss auch die Integration von Flüchtlingskindern. „Die kommen nicht zum offiziellen Anmeldetermin, sondern einfach irgendwann.“

Nur noch Verwaltung, kein Unterricht mehr - das ist für Frank Post keine Lösung: „Deswegen bin ich doch Lehrer.“

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